Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Mühseliges Aufräumen im zerstörten Kleingarten
Lokales Ostholstein Mühseliges Aufräumen im zerstörten Kleingarten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:45 03.11.2017
Das große Aufräumen. Sascha Füntmann-Kubrinski vor den Resten seiner Laube. Rechts das bereits bereinigte Nachbargrundstück, hinten die leer stehende Parzelle, um deren Schutt sich der Verein kümmern muss. Quelle: Fotos: Benthien

Kurz nach Mitternacht wurde der Brand in der Kleingartenanlage „Berg“ an der Straße Blaue Lehmkuhle gemeldet. Zehn Ortswehren aus Eutin und Süsel eilten herbei, konnten aber nicht mehr viel ausrichten: Drei Gartenlauben fackelten ab, zwei weitere und das Vereinsheim wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Das hat gebrannt wie Zunder“, erinnert sich Stiefsohn Arne Kubrinski. „Der Feuerschein war 20 Kilometer weit zu sehen.“ Geschätzter Sachschaden in dieser Nacht: rund 40000 Euro.

Die Nacht vom 25. auf den 26. Mai dieses Jahres wird Sascha Füntmann-Kubrinski (43) noch lange nicht vergessen. Da brannte seine Gartenlaube bei einem Großfeuer ab. Auf dem finanziellen Schaden ist er sitzengeblieben. Mit den Aufräumarbeiten ist seine Familie immer noch beschäftigt.

Mehr als 10000 Euro haben allein Sascha Füntmann-Kubrinski und seine Frau Bettina Kubrinski verloren. „Wir hatten die Parzelle im März übernommen und neben viel Arbeit einiges an Geld hineingesteckt“, sagt er. So hatte das Ehepaar eine Küchenzeile mit Spüle, je zwei Kochplatten und Kühlschränke, einen neuen Rasenmäher und einen Freischneider, neue qualitativ hochwertige Gartengeräte angeschafft. Alles wurde verkohlt, verschmort, zerstört. Auch der ersehnte Strandkorb, den Arne Kubrinski seiner Mutter geschenkt hatte: dahin.

„Weil wir den Garten erst so kurz hatten und so erpicht darauf waren, alles herzurichten, haben wir es versäumt, gleich eine Versicherung für die Laube abzuschließen“, räumt Bettina Kubrinski ein.

Das Feuer war damals zwar nicht auf ihrem Grundstück ausgebrochen, sondern auf dem benachbarten, das von einer Biker-Gemeinschaft genutzt wurde. „Aber die Versicherung des Pächters kommt nur für Schäden auf seiner Parzelle auf, und seine Privathaftpflicht lehnt eine Entschädigungszahlung ab“, berichtet Bettina Kubrinski.

Die Biker haben mittlerweile den Schutt aus ihrem Garten beseitigt. „Ich hätte mich gefreut, wenn sie uns wenigstens ihre Hilfe für unsere Parzelle angeboten hätten“, sagt Sascha Füntmann-Kubrinski.

Er war nach dem Brand so deprimiert, dass er mit der Kleingärtnerei aufhören wollte. Aber der Gedanke an die Enkelkinder, die so gerne bei ihm im Grünen toben und spielen und stets dort ihre Geburtstage feiern, ließ ihn dann doch weitermachen. „Zum Glück standen ihr Baumhaus und andere Spielgeräte weit weg vom Feuer.“ Die Geräte sind jetzt zwei Grundstücke weiter aufgestellt, auf einer Parzelle, die ein älteres Ehepaar ihm sofort nach dem Brand angeboten hatte, weil es selbst kürzertreten muss. „Das war eine gute Lösung für beide Seiten“, sagt der 43-Jährige. Seine Frau und er hoffen, diesen Garten ganz übernehmen zu können. Wehmut bleibt: Im alten Garten sind Erinnerungen von Bettina Kubrinskis mittlerweile vier erwachsenen Kindern verlorengegangen: „Unser alter Bollerwagen ist verbrannt. Und auch meine Lieblingssäge aus meiner Ausbildungszeit als Landschaftsgärtner“, sagt Sohn Arne bekümmert.

Von Ulrike Benthien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Verträge zwischen Grundstückseigentümer und Jens GmbH sind abgeschlossen – Bauarbeiten könnten 2018 beginnen.

03.11.2017

Nach einem starken Anstieg des Ausbildungsangebotes vor zwei Jahren ging die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen im Kreis Ostholstein nun auf 1477 zurück. Das ist ein Minus von 11,5 Prozent. Der Rückgang der bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Plätze betrifft insbesondere außerbetriebliche Angebote in Bildungseinrichtungen.

03.11.2017

Die Sozialdemokraten legen auf Fehmarn schon wieder einen Frühstart hin. Als erste Fraktion der Stadtvertretung haben sie ihre Kandidaten für die Kommunalwahl 2018 nominiert. Damit haben sie vor fünf Jahren gute Erfahrungen gesammelt und wurden sogar stärkste politische Kraft.

03.11.2017
Anzeige