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Ostholstein Munitionsfund: Statt Dorsch 200-Kilo-Rakete im Netz
Lokales Ostholstein Munitionsfund: Statt Dorsch 200-Kilo-Rakete im Netz
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21:16 26.09.2016
Ganz schön schwer: Gut 200 Kilo wiegt der V-1-Raketen-Sprengkopf, der hier in einen Spezialcontainer verladen wird, laut LKA. Quelle: Privat/hfr
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Niendorf/O

Torpedos und andere Munitionsreste finden sich häufiger in der Lübecker Bucht, der Sprengkopf einer V-1-Rakete aber ist eher selten. Und doch lag Sonntagmittag genau so ein Ding an Deck der „Manuela Hauswald“. Schiff und Besatzung waren in der Lübecker Bucht unterwegs, „so etwa sechs bis sieben Seemeilen“ vor Niendorf/Ostsee, dem Heimathafen des Schiffes.

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Niendorfer Fischer hievt mit dem Fang Reste eines V-1-Sprengkopfs an Deck.

Als Fischer Lars Hauswald und ein Mitarbeiter das Schleppnetz an Deck hievten, sahen sie die unliebsame Überraschung: „Wir haben erstmal geguckt, was das eigentlich ist.“ Schnell sei ihnen klar gewesen, dass es sich um Munition oder Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg handeln muss, wo sie ins Schleppnetz gelangt sei, könne er nicht sagen. „Wir haben noch auf See die Polizei verständigt“, so Lars Hauswald, der gestern bereits wieder zum Fischen rausgefahren war, am Telefon.

Nachdem die „Manuela Hauswald“ am Sonntag im Hafen festgemacht hatte, übernahmen Polizei und Spezialkräfte das Kommando. „Der Kampfmittelräumdienst rückte aus Groß Nordsee an“, bestätigte gestern ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) in Kiel, das in solchen Fällen zuständig ist. Bei dem ungewöhnlichen Fang handelt es sich, anders als am Sonntag zunächst von der Leitstelle angegeben, nicht um einen Torpedo- Sprengkopf, sondern laut LKA vielmehr „um den Rest eines V-1- Sprengkopfes“. An den sogenannten V- oder Vergeltungs-Waffen wurde während des Zweiten Weltkriegs fieberhaft gearbeitet.

Die damals als „Wunderwaffen“ beschworenen Raketen sollten die Wende zugunsten von Nazi- Deutschland erzwingen. Alle Modelle aber, auch die spätere Großrakete V 2, erfüllten die hochgeschraubten Erwartungen nicht. Sie krankten vielmehr an einer extrem mangelhaften Zielgenauigkeit.

Woher die Reste der V-1-Rakete stammten, könne nicht mehr geklärt werden, so das LKA. Es sei von den Resten des Sprengkopfs aber „keine große Gefahr mehr ausgegangen“. Dennoch sei der Niendorfer Hafen am Sonntag bis 16.30 Uhr für gut eine Stunde von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. Das laut Experten etwa 200 Kilo schwere Überbleibsel der V-1-Rakete wurde vom Kampfmittelräumdienst in einen Spezialcontainer verladen und abtransportiert. Die Sprengstoffexperten würden nun für die Vernichtung der Raketenreste sorgen.

Für Fischer Lars Hauswald war das erstmal Aufregung genug. „So ’was braucht man nicht so oft.“ Nach 1992 sei es der zweite Munitionsfund beim Fang gewesen. Damals entdeckte die Mannschaft ihn rechtzeitig und schnitt das Netz auf.

Martina Janke-Hansen

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