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Ostholstein Museum Katharinenhof auf Fehmarn muss schließen
Lokales Ostholstein Museum Katharinenhof auf Fehmarn muss schließen
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20:30 18.10.2017
Lebendiges Handwerk: 2015 kooperierten die Museumshöfe Katharinenhof und Lensahn in ihren historischen Schmieden. ARCHIVFOTO: IRENE BUROW

Trauriges Kofferpacken auf dem Museumshof im Inselosten. „Mein Lebenswerk wird zerstört“: Josefine Jadzejewski ist schwer enttäuscht. Denn sie hat den jahrelangen Kampf um den Fortbestand ihres kleinen Museums endgültig verloren. Und verliert damit auch das rustikale Zuhause, wo sie und früher ihre drei Kinder wohnten.

Josefine Jadzejewski muss ihr Privatmuseum räumen. Traurig stöbert sie in alten Fotos und zeigt den LN-Artikel von 2007, als das Museum schon einmal kriselte. Quelle: Foto: Schwennsen

35 Jahre ist es her, dass

Josefine Jadzejewski erstmals den künftigen Museumshof betrat.

Vorher richtete sie Antikmärkte aus, auch in der Dortmunder

Westfalenhalle.

Der Ausklang

Das Museum trotzt bis zuletzt der Kündigung. Vom 21. bis 27. Oktober findet täglich von 11 bis 17 Uhr ein allerletzter Mittelaltermarkt statt.

Hausflohmarkt: Er beginnt am 28. und 29. Oktober jeweils um 11 Uhr.

Schon einmal, vor genau zehn Jahren, hing die Museumszukunft am seidenen Faden. 2007 drohte die Zwangsversteigerung. Ein wesentlicher Grund dafür war die schleppende Bauleitplanung für ihr Grundstück hinter dem Museumshof. Zwölf Jahre wartete sie auf eine Genehmigung, bis die Banken nicht mehr mitspielten. Prompt gründete sich ein Freundeskreis, sogar das Fernsehen berichtete.

Seit Jahren nur noch Pächterin

Als das Museum 2013 sein 25-jähriges Jubiläum feierte, sprachen daher alle von einem Wunder. Aber der Museumshof hatte sich nach dem Abriss der Tenne deutlich verkleinert. Und die Museumsleiterin war nur noch Pächterin und eine zunehmend schwierige Beziehung zum neuen Eigentümer begann. Jetzt scheiterte der Versuch, den Pachtvertrag zu verlängern. Ihr liegt die Kündigung vor.

Mit der Schließung des Museums verschwindet eine kleine, aber höchst vielseitige Kulturadresse. „Lebendiges Handwerk in historischen Werkstätten“ lautete bis zuletzt ihre Devise. Davon profitierten auch die zahlreichen Mittelaltermärkte. Dadurch erschloss sich das Museum ein neues Publikum und erlebte einen Aufschwung.

Rauchkate, Backhaus oder Remise – alles wurde genutzt. Wann immer sich eine Gelegenheit bot, packten sogar Urlauber mit an. Wie vor ein paar Jahren, als vier museumserfahrene Hessen die alte Buchdruckerei, eine von mehreren Dauerleihgaben, auf Vordermann brachten.

Historische Kinderspiele auf dem Museumshof

Verstaubte Museumsvitrinen sind nicht das, was Josefine Jadzejewski vorschwebte. Dennoch stellt sie hinter Glas ein paar Raritäten aus 200 Jahren Kinder- und Spielzeugwelt aus. Wichtig war ihr aber immer, dass Tradition und Kulturgeschichte nicht in Vergessenheit geraten. Wenn historische Kinderspiele ausprobiert wurden, schlug ihr Herz höher. Doch privat geführt und ohne jegliche finanzielle Unterstützung aus öffentlicher Hand, waren die Instandhaltung der Gebäude, die betrieblichen Abläufe und die Last der laufenden Kosten irgendwann zu viel.

Besser sieht es im Dorfmuseum Schönwalde aus. „Von unseren Einnahmen durch Besucher könnten wir es nicht betreiben“, so Vorsitzender Marc Dobkowitz. Aber es gibt einen Zuschuss von der Gemeinde, die 2016 neue Fenster finanziert hat und diesen Winter in neue Heizkörper investiert. Zudem baut der 170 Mitglieder starke Förderverein auf großzügige Spenden der Rotarier.

Museumshof Lensahn hatte schwierige Zeiten

Das Landwirtschaftsmuseum Lensahn kann, so Vorsitzender Detlef Hansen, als gemeinnütziger Verein geförderte Arbeitskräfte beschäftigen sowie Spenden und Zuschüsse einwerben. Dazu kommen feste Einnahmen, wenn im Rahmen des Bildungspass Ostholstein Schulklassen auf den Hof kommen. Hansen: „Auch wir hatten sehr schwierige Zeiten. Sie sind auch weiterhin nicht einfach, aber jeder muss seinen Weg finden, wie er wirtschaftlich bestehen kann.“

Gerd-J. Schwennsen und Sebastian Rosenkötter

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