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Ostholstein Museums-Schiff schwimmt wieder
Lokales Ostholstein Museums-Schiff schwimmt wieder
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20:13 19.05.2016
Mit vereinten Kräften wird der Mast der „Ratatoskr“ gesetzt, bevor das Schiff seine „Draußen-Saison“ auf dem Wallsee beginnt. Quelle: Binder

Die Schifffahrtssaison auf dem Oldenburger Wallsee hat begonnen: Die „Ratatoskr“ wurde jetzt zu Wasser gelassen. Das zweite Museums-Schiff, die „Starigard“, liegt vorerst allerdings weiterhin auf dem Trockenen. Nachdem Regenfälle dem Holz über die Jahre stark zugesetzt haben, präsentiert sie sich Besuchern des Wallmuseums bis auf Weiteres im Naust, der slawischen Lagerhalle. Torsten Ewers, Vorsitzender der Stiftung Oldenburger Wall, ist jedoch zuversichtlich, dass „im kommenden Jahr auch die ,Starigard’ wieder schwimmt“. Die „Ratatoskr“ ist nach einer Frühjahrskur derweil fit für einen Sommer auf dem Wasser. Sie sei mittlerweile in einem guten Grundzustand, sagt Bootsbaumeister Hauke Struck aus Heiligenhafen, der seit 2006 ehrenamtlich die Wartung und Reparaturen an den beiden Museums-Schiffen übernimmt. „Bei Holzschiffen muss man immer dabei bleiben“, betont der Fachmann. Im ersten Jahr habe er viel Arbeit in die „Ratatoskr“

investiert, um die Schäden auszubessern. Diesmal sei der Aufwand erfreulicherweise geringer gewesen: Mit einem neuen Anstrich und der Beseitigung einiger kleinerer Schadstellen sei es getan gewesen.

Hauke Struck sei „einfach ein Segen“ für das Wallmuseum, betont Stiftungs-Vorsitzender Ewers, „ohne seinen Einsatz müssten wir die Schiffe aufgeben“. Je nachdem, wie aufwendig die Reparaturen sind, arbeitet der Bootsbauer allein an der kleineren „Ratatoskr“ vor jedem Saisonbeginn zwischen 50 und 100 Stunden. Denn selbst bei guter Wartung könnten Schäden am Holz nicht ausgeschlossen werden, erklärt Struck. Wichtig sei aber, diese immer direkt zu reparieren, damit sich der Zustand des Schiffes nicht weiter verschlechtere.

Eben das sei das Problem mit der „Starigard“: 20 Jahre lang sei Regen von innen in den originalgetreuen Nachbau eines slawischen Frachtenseglers eingedrungen, ohne dass die Schäden ausreichend beseitigt worden seien. Jetzt ist das Holz an vielen Stellen verrottet und das Schiff muss aufwendig saniert werden, bevor es wieder zu Wasser gelassen werden kann (die LN berichteten). Um die Maßnahme zu finanzieren, sammelt die Stiftung zurzeit Spenden.

Wie teuer die Reparaturen insgesamt werden, lässt sich noch nicht genau sagen: Laut Hauke Struck gibt es bei der Sanierung „noch viele Unbekannte“. Wenn ein Schiff vollregne und das Wasser anschließend nicht abgepumpt werde, seien das optimale Wachstumsbedingungen für Holzschädlinge. Gerade im Inneren, an Verbindungsstellen zwischen einzelnen Holzplanken, sei die Fäulnis-Gefahr groß.

Die gesamte Struktur müsse Stück für Stück untersucht und gegebenenfalls erneuert werden.

Bei der Stiftung ist man dennoch fest entschlossen, die „Starigard“ wieder wassertauglich zu machen. Zwar werde sie wohl nicht mehr dauerhaft auf dem Wallsee bleiben, so Torsten Ewers. Zu besonderen Anlässen solle sie aber schwimmen: „Ein Schiff, das nur an Land liegt, gefällt uns nicht.“

„Ratatoskr“ und „Starigard“ präsentieren sich im Wallmuseum

Die „Ratatoskr“ können Besucher des Oldenburger Wallmuseums ab sofort auf dem Wallsee bewundern. Auch die „Starigard“ wird ausgestellt – allerdings vorerst an Land. Nachdem das zweite Museums-Schiff jetzt zu Wasser gelassen wurde, gibt es im Naust jedoch reichlich Platz, sich den Nachbau eines slawischen Frachtenseglers genau anzuschauen.

Geöffnet ist das Wallmuseum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Ab Juli sind Besucher auch montags und täglich bis 18 Uhr willkommen. Der Eintritt kostet sechs Euro für Erwachsene (ermäßigt 4,50) und drei Euro für Kinder und Jugendliche (bis sechs Jahre frei).

• www.oldenburger-wallmuseum.de

Jennifer Binder

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