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Ostholstein Museumshof Lensahn: Wie teuer darf die Zukunft sein?
Lokales Ostholstein Museumshof Lensahn: Wie teuer darf die Zukunft sein?
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11:24 15.10.2012
Ostholstein

Lensahn– Der Museumshof Lensahn als einer der wichtigsten Freizeitanbieter in Ostholstein befindet sich personell und konzeptionell an einem kritischen Wendepunkt. Mit Museumsleiterin Inga Latendorf war eine Schlüsselperson im Sommer auf eigenen Wunsch ausgestiegen. Auch der Sekretärin wurde gerade die Kündigung zum 30. November ausgesprochen, so dass von den hauptamtlich Angestellten nur noch der technische Leiter da ist.Detlef Hansen, der Vorsitzende des Landwirtschaftsmuseums Prienfeldhof Lensahn, sagt: „Da wir von November bis Ende März geschlossen haben, können wir aus Kostengründen auch nicht ganzjährig besetzt sein, zumal wir einen Rückgang der Besucherzahlen zur Kenntnis genommen haben. Aufgrund der niedrigeren Personalkosten gehe ich zu diesem Zeitpunkt aber nicht von einem Minusjahr aus.“ Nach LN-Informationen soll das Museum 80 000 Euro an Verbindlichkeiten haben. Laut Museumshof waren in diesem Jahr bisher 28 000 Besucher da. In der Vergangenheit brauchte es immer 40 000 Gäste, um bei einer „roten“ Null in der Bilanz anzukommen. Dennoch sagt Hansen: „Ich sehe die Zukunft des Museumshofs nicht in Gefahr. Aber wir müssen nun neue Konzepte auf den Weg bringen.“ Hier sei der Vorstand, aber auch Museumspädagoge Jochen Picht gefragt, der ein fertiges Konzept in der Schublade liegen hat. Picht stellt sich beispielsweise eine komplett neu strukturierte Gastronomie mit selbst erzeugten Nahrungsmitteln vor. In Hinblick auf die finanzielle Situation des Vereins dürften aber die stark differierenden Gehaltsvorstellungen beider Seiten ein weiterer Knackpunkt sein. Picht, der in diesem Jahr als Bürgerarbeiter für ein Bruttogehalt von 900 Euro – komplett vom Arbeitsamt bezahlt – tätig war, bekam von Hansen auch ein Angebot für eine leitende Funktion unterbreitet. „Ich kann diesen Job aber nicht für 1800 Euro Bruttogehalt im Monat machen. Daher habe ich abgelehnt. Denn wer nichts kostet, ist auch nichts wert“, erklärt der 44-Jährige, der einen gängigen Tariflohn für einen Angestellten erwartet. Der liegt in Schleswig-Holstein offiziell bei 3500 bis 5200 Euro brutto. Immerhin betont Hansen, dass er und sein Vorstand bemüht seien, noch eine Lösung für Picht und dessen Team zu finden. So wolle man etwa ausloten, welche Fördergelder über das Arbeitsamt zu beziehen seien. Als Stichtag nennt Hansen den 1. Januar. Bis dahin sollen die personellen, aber auch konzeptionellen Weichen gestellt sein. An dieser Stelle meldet sich Vorstands-Beisitzer Stefan von der Trenk zu Wort: „Der Vorstand steht fast geschlossen hinter den Ideen von Jochen Picht. Meiner Meinung nach ist er die personifizierte Zukunft des Museumshofs.“ Von der Trenk, der stets als Bindeglied zwischen Vorstand und Picht fungierte, hofft auf eine Lösung mit Picht als Frontmann des Museumshofs. Sollte jedoch keine finanzielle Lösung zwischen Vorstand und Picht erzielt werden, wünscht sich Hansen, dass sein Museumspädagoge zumindest übergangsweise wie bisher als Bürgerarbeiter zur Verfügung stünde, zumal Picht aus einem solchen Arbeitsverhältnis jederzeit aussteigen könne. Der Karlsruher Picht sagt dazu: „Damit muss ich mich noch auseinandersetzen. Das ist noch zu frisch.“

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