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Ostholstein Musikalische Bildung von Anfang an
Lokales Ostholstein Musikalische Bildung von Anfang an
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20:24 26.10.2013
Im Musikgarten singen und tanzen Kinder mit ihren Eltern.
Eutin

Mit aller Macht und unter lautem Getöse reißt der Sturm die Blätter von den Bäumen: In der Kreismusikschule in Eutin hat der Herbst Einzug gehalten. Der tosende Wind kommt nämlich von der CD, und die Blätter fliegen auch nur sinnbildlich vom Baum. Die Teilnehmer des Musikgartens werfen sie lachend durch die Luft, so auch Jakob und Alea. Zusammen mit ihren Müttern sowie weiteren Mitstreitern kommen die Dreijährigen wöchentlich in diesen Musikgarten, ein Angebot für Kinder zwischen 18 Monaten und drei Jahren — „Der Beginn einer Entdeckungsreise in die Welt der Musik“, wie die Musikschule wirbt.

Philip ist schon etwas weiter gereist. Der 14-jährige Malenter nimmt seit acht Jahren Violinen-Unterricht. „Das kommt vielleicht altbacken rüber“, mutmaßt er. Dennoch ist er seinem ersten Instrument treu geblieben, spielt darauf Stücke von Klassik bis Folk. 20 bis 30 Minuten übt er täglich, einmal pro Woche geht er in die Musikschule. Trotz langer Unterrichtstage und jeder Menge Prüfungen in der Schule. „Man muss sich die Zeit nehmen“, sagt er, „auch wenn man manchmal nicht so Lust hat.“

Während Philip fleißig übt, bleiben immer mehr seiner Altersgenossen der Musikschule fern. „Gerade die Älteren sind in der Schule stark eingebunden und haben nachmittags keine Zeit mehr“, erklärt Markus Föhrweißer, Leiter der Kreismusikschule. Ein Trend, den auch Philips Violin-Lehrerin Cornelia Hesse bestätigen kann. „Neue Schüler sind jederzeit willkommen“, wirbt sie daher für die Ausbildung am eigenen Instrument. Eigentlich liege dort der Schwerpunkt der Musikschule, so Föhrweißer. Der scheine sich jedoch zu verschieben. Zwar blieben die Schülerzahlen trotz des Rückgangs im Kinder- und Jugendbereich konstant. „Aber die Zusammensetzung der Schüler hat sich geändert.“ Etwa 300 Kursusteilnehmer lernen momentan ein Instrument im Einzel- oder Gruppenunterricht, spielen in Ensembles oder Orchestern, singen in Chören, nehmen Gesangsunterricht — oder lernen, der Musik zu lauschen und sie zu spüren. „Die Elementarpädagogik hat zugenommen“, sagt Föhrweißer.

Neben dem Musikgarten, in dem die Jüngsten gemeinsam mit Eltern oder Großeltern singen und tanzen, bieten Föhrweißer und sein Team musikalische Früherziehung an. Auch hier wird gesungen und getanzt.

Außerdem basteln die Kinder im Vorschulalter Instrumente, spielen rhythmische Spiele. „Wir haben uns dem Auftrag verschrieben: Musikalische Bildung von Anfang an“, sagt Föhrweißer. Auch immer mehr ältere Menschen kommen zur Musikschule. „Die fühlen sich einfach noch fit genug, etwas Neues zu lernen. Und natürlich sind wir auch für sie da“, so der Schulleiter. Schließlich wolle man allen, die Interesse zeigen, den Musikunterricht ermöglichen.

Dort ist Philip inzwischen bei Bach angekommen, das „Doppelkonzert“ steht auf dem Programm. Noch hakt es an einigen Stellen, die Geige quietscht etwas. Für den ersten Versuch sind Lehrerin und Schüler aber zufrieden. Mit seinem Instrument liegt Philip übrigens im Trend. Die Geige steht bei den Streichinstrumenten ganz oben auf der Beliebtheits-Skala. Bei den Holz- und Blechblasinstrumenten ist es das Saxofon. „Das“ Instrument sei aber das Klavier, so Föhrweißer, „und sehr beliebt ist auch die Gitarre.“

Aber egal, wie die Wahl ausfällt oder ob man sich doch lieber für die eigenen Stimme entscheidet — das Lernen lohnt sich, ist sich Föhrweißer sicher: „Musik ist eine internationale Sprache. Sie zu erlernen, macht vieles im Leben leichter.“ Sie fördere die soziale Kompetenz und erweitere „die grauen Zellen“. Und schließlich macht das Ganze „einfach Spaß“, wie Philip weiß. Besonders, wenn man begeisterte Zuhörer habe. Dann legt er wieder seine Geige an, schaut auf die Noten und streicht mit dem Bogen sanft über die Saiten der Geige.

Kontakt: Telefon 045 21/78 85 60 oder 78 85 50; E-Mail: musikschule@kreis-oh.de

Welches Instrument passt zu mir?
Klavier, Gitarre oder Geige: Wer ein neues Instrument lernen möchte, kann sich in der Kreismusikschule beraten lassen und auch erst einmal das Instrument testen. „Jedes Instrument hat seine Schwierigkeit“, sagt Schulleiter Markus Föhrweißer. Er gibt aber schon mal ein paar Tipps, die bei der Auswahl helfen können:

Die Gitarre lässt sich gut mitnehmen. Wer sich gerne an Lagerfeuerabende mit Musik erinnert und noch immer gern mit Freunden wegfährt und mit ihnen singt, dem sei das Saiteninstrument empfohlen.

Das Klavier ist das Richtige, wenn man für sich selbst Musik machen möchte. „Das Ein-Mann-Orchester ist völlig autonom“, so Föhrweißer — und in der Vielfalt der Stücke, die man darauf spielen kann, sei das Klavier unschlagbar.

Die Geige kann am Anfang ganz schön quietschen. „Anders als beim Klavier muss man hier erst einmal einen Ton erzeugen können“, erklärt Föhrweißer. Wer das geschafft hat, kann dafür später auch mit der Violine gut im Ensemble spielen.

Britta Kessing

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