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Ostholstein Mutmaßlicher Post-Dieb nach zwei Jahren angeklagt
Lokales Ostholstein Mutmaßlicher Post-Dieb nach zwei Jahren angeklagt
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12:23 22.02.2018
Briefe in Neustadt. Quelle: Sebastian Rosenkötter
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Neustadt

Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst teilte gestern mit, dass der 47-Jährige zum Tatzeitpunkt als Kraftfahrer für ein Unternehmen tätig gewesen sei, welches die Briefkästen der Post entleert habe. Er wird sich wohl vor dem Oldenburger Amtsgericht wegen des Verdachts der Verletzung des Postgeheimnisses und der Unterschlagung in 23 Fällen verantworten müssen. Jedoch wurde noch nicht über „die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung des Hauptverfahrens“ entschieden. Im Falle einer Verurteilung könnte der mutmaßliche Täter zu einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren verurteilt werden.
Mehr als 200 Briefe und ein Paket waren zunächst spurlos verschwunden. Immer wieder gab es Verlustmeldungen von Kunden. Betroffene meldeten sich bei den LN. Nach internen Ermittlungen des Securitydienstes der Deutschen Post AG und der Polizei in Neustadt wurde der Mann schließlich auf frischer Tat ertappt. Bei einer Durchsuchung entdeckten die Beamten bei dem Angeschuldigten die geöffneten Briefe. Dies hatte Polizeisprecher Dierk Dürbrook den LN Ende Februar 2016 mitgeteilt. Anschließend gab es fast zwei Jahre lang keine Neuigkeiten bezüglich des Falls. Zuletzt fragten die LN im Oktober 2017 nach dem Verfahrensstand.
Damals erläuterte Oberstaatsanwältin Hingst, dass eine Kollegin an einem Abschluss arbeite. Jedoch hätten andere Fälle Vorrang gehabt. Befinde sich ein Beschuldigter in Untersuchungshaft, müsse die Bearbeitung „wegen des damit verbundenen erheblichen Grundrechtseingriffs bei gleichzeitiger Geltung der Unschuldsvermutung“ beschleunigt werden. Andere Verfahren – wie das gegen den Briefkasten-Entleerer – müssten dann gegebenenfalls zurückgestellt werden.

ser

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