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Nach 45 Jahren wieder bei der Bundeswehr

Oldenburg Nach 45 Jahren wieder bei der Bundeswehr

Ehemalige trafen sich gestern, um über ihre Zeit in Putlos zu klönen.

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Oldenburg. Als der Zug sie nicht in Niedersachsen ausspuckte, sondern im anderen Oldenburg hoch im Norden, war es ein Schock. Das Zuhause — und zugleich der Besuch dort — rückte für die jungen Männer aus dem Ruhrgebiet plötzlich in viel weitere Ferne als gedacht. 47 Jahre später kehren die ehemaligen Wehrpflichtigen freiwillig nach Putlos zurück. Im Nachhinein erinnern sie sich gern an die gemeinsame Zeit bei der Bundeswehr. Aus Zugbekanntschaften sind Freundschaften geworden; zweimal jährlich trifft sich etwa ein Dutzend der damals eingezogenen Männer und schwelgt in Erinnerungen. Normalerweise in Essen — gestern jedoch, anlässlich des 45. Jahrestages ihrer Entlassung, an der einstigen Ausbildungsstelle.

LN-Bild

Ehemalige trafen sich gestern, um über ihre Zeit in Putlos zu klönen.

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„Wir haben das Ganze hier bierernst genommen“, scherzt Heinz Mattheus (67), als er Fotos aus alten Zeiten betrachtet, von denen einige eher an wilde Partys denken lassen als an ein strenges Regime.

Und wer den Anekdoten der ehemaligen Zimmergenossen lauscht, für den ist offensichtlich, dass die Männer damals im Norden Ostholsteins tatsächlich viel Spaß hatten.

Natürlich gebe es nicht ausschließlich gute Erinnerungen, räumt Mattheus ein. Doch: „Vom Schönen erzählt man gern — das Schlechte verdrängt man eher“, erklärt er. Und so packt die Besuchergruppe in der Kaserne lieber heitere Geschichten aus. Von einem netten Gruppenführer etwa, der ihnen morgens die Betten gemacht habe, wenn sie selbst es nach einer durchzechten Nacht nicht gekonnt hätten. Oder von Fahrdiensten, die abgestaubt werden konnten, um nicht wie der Rest der Truppe laufen zu müssen.

Auch den Ausbildungs-Alltag nehmen die Männer inzwischen mit Humor. Dass es hart war, wird dennoch deutlich — trotz launiger Anmerkungen über den „Schutzanzug, der bei Nässe 400 Kilo schwer wurde“

oder den „Wasserhahn, aus dem nur Eiswürfel rauskamen“. Das seien andere Zustände gewesen, bestätigt Oberstabsfeldwebel Thomas Giebat, der die Besucher in Putlos über das Gelände führt. Es schade nichts, sich — und vor allem dem heutigen Nachwuchs — das zwischendurch immer mal wieder vor Augen zu führen.

Entsprechend erstaunt zeigen sich die Besucher über die vielen Veränderungen, die es seit ihrer Zeit bei der Bundeswehr gegeben hat. Vor einigen Jahren seien sie schon einmal hier gewesen, erzählt Mattheus, da habe er „fast überhaupt nichts wieder erkannt“. Doch zumindest ihr ehemaliges Schlafquartier erkennen die Männer auf Anhieb. Und auch die Kantine weckt Erinnerungen.

Noch mehr als die Veränderungen auf dem Kasernengelände beschäftigen die Besucher jedoch die Veränderungen, die sie selbst in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen haben. „Guck dir die langen Haare an“ — der Satz fällt immer wieder, sobald jemand ein altes Foto in die Finger bekommt. Damals durften sie ihre Mähne noch mit Netzen bändigen. Heute ist das nicht mehr erlaubt. „Heute wäre das bei vielen hier aber auch gar nicht mehr nötig“, stellen die Besucher lachend fest und ziehen sich gegenseitig mit ihren Frisuren auf.

Versorgung mit Wasser und Kraftstoff

„Ohne uns läuft alles — aber zu Fuß“ : An dieses Motto erinnerte Oberstabsfeldwebel Thomas Giebat die Besucher in Putlos. Sie alle haben bei der Bundeswehr die Ausbildung zum Pipelinepionier durchlaufen. Deren Aufgabe besteht vor allem darin, die Kraftstoff- und Wasserversorgung durch den Bau entsprechender Systeme in Feldlagern sicherzustellen. Bei ihrem Besuch bekamen die ehemaligen Wehrdienstler einen Eindruck davon, was sich bis heute in der Ausbildung verändert hat.

Von Jennifer Binder

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