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Ostholstein Nach 750 Jahren: Kirche erstmals ohne Pastor
Lokales Ostholstein Nach 750 Jahren: Kirche erstmals ohne Pastor
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23:37 08.11.2013
Die St. Johanniskirche Bannesdorf hat erstmals seit 750 Jahren keinen eigenen Pastor mehr. Die 600-Seelen-Gemeinde ist zu klein. Quelle: Fotos: gjs
Bannesdorf a. F

Für das Norderkirchspiel auf Fehmarn ist es ein historischer Einschnitt. Denn 750 Jahre hatte die Kirchengemeinde Bannesdorf ihren eigenen Pastor. Letzter Amtsinhaber war Ortwin Göldner. Doch zum 31. Oktober ist der 63-Jährige in den Ruhestand gegangen. Künftig wird die kleine 600-Seelen-Gemeinde im Inselosten seelsorgerisch von Petersdorf aus betreut.

Allerdings bleibt Bannesdorf eine selbstständige Kirchengemeinde — mit eigenem Kirchengemeinderat und eigenem Finanzhaushalt. Doch die beiden St. Johannis- Gemeinden Bannesdorf und Petersdorf teilen sich jetzt ein Pfarramt. Der 55-jährige Dr. Martin Grahl, der erst im Sommer 2012 sein Amt im Westerkirchspiel antrat, betreut damit etwa 1700 Gemeindemitglieder im Pfarrsprengel Bannesdorf- Petersdorf — so der offizielle Name dieser neuen Lösung. Sie war bereits durch den früheren Propst Dr. Otto-Uwe Kramer (Neustadt) eingeleitet worden. Einen Beschluss des Kirchenkreisrates bestätigte die Synode offiziell im September in Bad Malente.

Im Inselosten ist das weit mehr als nur eine historische Zäsur. „Das Bannesdorfer Pfarrhaus wird in Zukunft keine Dienstwohnung des Pfarrers mehr sein“, sieht auch Grahl, dass auf die kleine Kirchengemeinde spürbare Veränderungen zukommen. Das Gemeindehaus wird umgebaut. Die Petersdorfer Gemeindesekretärin Ellen Wetendorf hat künftig im eigenen Büro jeweils dienstags von 8.30 bis 11.30 Uhr ihre Bannesdorfer Sprechstunde. Ansonsten sind sie oder Pastor Grahl über Petersdorf erreichbar. Göldner war bis zuletzt ohne Büro ausgekommen.

Pünktlich zur offiziellen Amtsübernahme ist für das Wester- und Norderkirchspiel eine Sonderausgabe erschienen, die erstmals den „Kirchenhahn“ (Petersdorf) und den „St. Johannisboten“ (Bannesdorf) zusammenführt. Den Konfirmandenunterricht in Bannesdorf hat Grahl vorher übernommen. An normalen Sonntagen sind die Gottesdienste künftig wie folgt geregelt: 9.30 Uhr in Bannesdorf und 11 Uhr in Petersdorf.

Grahl: „Für zwei ländliche Kirchengemeinden muss ich natürlich keine zwei unterschiedlichen Predigten schreiben.“ Die doppelte Belastung bereitet ihm keine Sorge — die kennt er noch aus seiner Zeit in Lettland. Vor dem Wechsel nach Petersdorf war Grahl neun Jahre lang als Pastor in Riga tätig.

Morgen Amtseinführung
Propst Matthias Wiechmann führt morgen, 10. November, Dr. Martin Grahl in sein Amt als Gemeindepastor in Bannesdorf ein. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr in der St. Johanniskirche. Der Gottesdienst wird begleitet vom Bannesdorfer Kirchenchor.

Ein Empfang für die ganze Gemeinde findet anschließend im Bannesdorfer Gemeindehaus Rosenstraße 17 statt.

Gerd-J. Schwennsen

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