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Nach Aus für Anrufbus: Vorrang für HVB-Projekt

Heiligenhafen Nach Aus für Anrufbus: Vorrang für HVB-Projekt

Mobilität im ländlichen Raum gefordert.

Heiligenhafen. Mobilität im ländlichen Ostholstein bleibt eine der großen Aufgaben der Gegenwart. Dies gilt besonders nach dem Aus des Anrufbus im Nordkreis. Daher forcieren die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) jetzt auch ihr geplantes Mobilitätskonzept (LN berichteten). Dies ist das Resultat aus der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrates.

 

LN-Bild

„Wir waren und sind vom Aus des Anrufbus überrascht.Joachim Gabriel Heiligenhafener Verkehrsbetriebe

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HVB-Chef Joachim Gabriel sagt: „Wir alle sind vom Aus des Anrufbus überrascht. Das hat ein Gespräch gezeigt, bei dem die Bürgermeister der LTO-Partner anwesend waren. Jetzt sind wir besonders gefordert, Lösungen zu finden. In der Aufsichtsrats-Sitzung wurde mehrheitlich „Model 3“ des Konzeptes präferiert. Dieses gelte es nun mit Hochdruck zu realisieren.

„Model 3“ basiert auf sechs Bausteinen: 1. Vorort-Versorgung gewährleisten, 2. ÖPNV-Angebot erhalten und stärken, 3. ÖPNV flexibler gestalten und Angebote wie Rufbus oder Sammeltaxi einsetzen, 4. Kooperative Strukturen aufbauen – das heißt, eine Bündelung von Versorgungsangeboten und eine Vernetzung der relevanten Akteure, 5. Selbstorganisierte Mobilität wie Carsharing/Mitfahrzentrale fördern: Teilung individuell geplanter Fahrten mit anderen Bürgern und abschließend: Rechtliche, organisatorische und finanziellen Rahmenbedingungen anpassen. So weit die Theorie.

Als erste Handlungsfelder werden empfohlen: Nutzung des Tourismus’ als Mitfinanzierer des Mobilitätsangebotes wie über einen Teil der Kurabgabe. Joachim Gabriel sieht den Tourismus in der Pflicht, bezeichnet die Mobilität als Daseinsvorsorge. Gabriel wörtlich: „Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie führt bei den Handlungsfeldern für den Tourismus im ländlichen Raum auch die Mobilität auf.“ In dem Konzept des Ministeriums heißt es, dass öffentliche Alltags- und individuelle Freizeitmobilität zu verzahnen seien.

Die Dringlichkeit des Projektes begründen die HVB auch mit dem demografischen Wandel. Man habe es mit einem erheblichen Bevölkerungsrückgang zu tun, Abwanderung der Jugend und Überalterung der Kommunen. Dem müsse entgegengewirkt werden. Gabriel fordert zudem, dass die Mobilitätsangebote auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten sollten. Seine Vision lautet: Mobile Nachhaltigkeit erzeugen durch elektroangetriebene Fahrzeuge. Die Umsetzung soll – zunächst – im Bereich der Lokalen Tourismus Organisation (LTO) „Ostseespitze“ erfolgen. Diese umfasst Heiligenhafen, Oldenburg, Großenbrode, Gremersdorf, Wangels sowie Neukirchen und Heringsdorf.

Gabriel berichtete zudem von einem Anfrage der Kreisverwaltung: „Wir werden mit unserem Vorstoß auch in Eutin wahrgenommen.“ Es habe eine Anfrage gegeben. „Man bat uns, einen Blick in das Konzept werfen zu dürfen.“

Innenstadt, Wohnraum, Parkplätze

Der Antrag von fünf Stadtvertretern zur Beauftragung der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) mit der Innenstadt-Attraktivierung wurde im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert. Die Stadtverwaltung hatte zuletzt zweierlei kritische Aspekte dazu skizziert: Erstens sei die Attraktivierung originäre Aufgabe der Verwaltung und zweitens wolle sie in die Städtebauförderung kommen, die Fördertöpfe in Millionenhöhe ermöglichen. Auflage hierfür sei es, bis dahin planerisch nichts zu unternehmen. Das überzeugte. Im Gegensatz zum Hauptausschuss gab es nur zwei Ja-Stimmen für den Antrag. Tenor am Tisch: Man möchte einen Kompromiss finden, ohne die Städtebauförderung zu gefährden.

Außerdem: Zum Thema bezahlbarer Wohnraum soll ein Gutachten durch eine Hamburger Firma erstellt werden. Die CDU möchte städtische Immobilien im Thulboden und den KTM-Markt in der Wendstraße abreißen lassen und gebührenpflichtige Parkplätze schaffen.

Als Beschlussvorschlag für die Stadtvertretung am 22. Juni wurden auch Aufstellungsbeschlüsse für drei Bebauungspläne befürwortet. Es geht in zwei Fällen um Wohnraumschaffung. Beim Steinwarder 21, wo die Kiki-Bar stand, sollen Ferienwohnungen entstehen.

Pm Peter Mantik

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