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Nach „Ellergate-Affäre“: Timmendorfer CDU bringt Strandstraße erneut ins Spiel

Timmendorfer Strand Nach „Ellergate-Affäre“: Timmendorfer CDU bringt Strandstraße erneut ins Spiel

Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) soll den Rathausstandort bewerten. Politik will Bericht zum jetzigen Verwaltungssitz bis September. Eine externe Analyse lehnt sie vorerst ab.

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„Das ist eine Unglaublichkeit.“ Jörn Eckert, SPD-Fraktionsvorsitzender zum erneuten Vorschlag der Strandstraße

Timmendorfer Strand. In der Diskussion um den künftigen Rathausstandort in Timmendorfer Strand setzen die Fraktionen nun offenbar aufs Urteil von Verwaltungschefin Hatice Kara (SPD):

Bei der gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Bauausschuss am Mittwoch wurde ein Antrag der CDU entsprechend modifiziert und angenommen. Dieser sieht vor, dass die Verwaltung (Hochbauingenieur, Architekt, Liegenschaftsabteilung) Daten und Fakten zur Strandallee 42, also dem jetzigen Rathaus, in einem Bericht zusammenfasst. Gefordert wird dabei auch eine Bewertung, ob das Gebäude nachhaltig als Rathaus genutzt werden kann. Letztere soll laut Nicole Hopp (WUB), Vorsitzende des Hauptausschusses, nun aber durch die Bürgermeisterin erfolgen. Vorliegen solle beides im September. Zugleich wurde die Vorlage der Verwaltung zum Tagesordnungspunkt „Analyse Rathausnutzung“ ausgesetzt.

Demnach hätte sich ein externer Gutachter der perspektivischen Rathausnutzung am bestehenden Standort gewidmet, Kostenpunkt 20000 bis 35000 Euro. Das ist nun erstmal vom Tisch, stattdessen die Verwaltung gefordert. „Da Fachkompetenz in der Verwaltung ausreichend vorhanden ist, können verwaltungsintern sämtliche Informationen zum jetzigen Rathaus zusammengestellt werden“, heißt es denn auch seitens der CDU in einem Positionspapier zum Antrag.

„Wir werden das natürlich aufbereiten“, sagte Martin Scheel, Hauptamtsleiter der Gemeinde, dazu gegenüber den LN, und ergänzte: „Der Hauptausschuss beschäftigt sich mit der Situation letztlich seit vier, fünf Jahren.“ Zuletzt hatten dessen Mitglieder ein Raumkonzept auch unter Einbeziehung von Heimarbeitsplätzen sowie belastbare Zahlen zum Verkehrswert der Strandallee 42 gefordert. „ Für eine ordnungsgemäße Unterbringung der Mitarbeiter reichen die Räumlichkeiten im jetzigen Rathaus nicht aus“, so Scheel, „ein Gutachten von 2011 geht von einem Verkehrswert von 2,8 Millionen aus.“

Veranschlagt worden seien die für 22 Eigentumswohnungen der Gemeinde am Standort.

Den lehnt die CDU offenbar weiterhin ab, beharrt stattdessen auf einen neuen Verwaltungssitz. Zwar betonte die neue Fraktionsvorsitzende Gudula Bauer gestern, dass das Positionspapier lediglich als Vorschlag zu verstehen sei für den Fall, dass die Strandallee 42 tatsächlich kein geeigneter Verwaltungsstandort mehr sei. Zugleich sagte sie aber, „wir gehen davon aus, dass die Immobilie als solcher nicht weiter nutzbar ist.“ Im „Positionspapier zum Rathausneubau“, das dem Antrag der Fraktion am Mittwoch beilag, heißt es: „Andererseits sollte heute der Beschluss für einen Neubau erfolgen.“ Begründet wird das unter anderem damit, dass die Gemeinde nicht Alleineigentümer der Immobilie ist, deren Energiewerte extrem hoch seien, die vorhanden Flächen nicht ausreichten und es keine sinnvollen Home-Office-Plätze gebe.

Des Weiteren schlägt die CDU darin Standorte für einen Rathaus-Neubau vor, zum einen „nahe an der B 76 auf dem Ende des Famila-Parkplatzes“. Die mögliche Geruchsbelästigung müsse der ZVO — er betreibt dort ein Klärwerk — beseitigen. „Das ist nicht Aufgabe des Zweckverbandes“, stellte Scheel klar, und betonte, dass der ZVO dort Bestandschutz habe. Zudem war der Standort zuletzt von SPD und Grünen als „nicht optimal“ abgelehnt worden. „Er kommt für uns nicht in Frage“, betonte gestern nochmal Jörn Eckert.

Einen weiteren CDU-Vorschlag bezeichnete der SPD—Fraktionsvorsitzende als „Unglaublichkeit“. Im Positionspapier hat die Unions-Fraktion erneut die Strandstraße 4 in Niendorf ins Spiel gebracht. Gegen das Grundstück hatten die Gemeindevertreter jedoch im Dezember 2014 einstimmig votiert, nachdem mit der „Ellergate-Affäre“ bekannt geworden war, dass der damalige CDU-Vorsitzende John Ellerbrock beim Verkauf als Makler eine Provision kassiert hätte. „Es gibt dort keine berechtigten Ansprüche eines Maklers und eine solche Versicherung des Verkäufers würde in einen Kaufvertrag eingearbeitet“, heißt es jetzt seitens der CDU.

Britta Kessing

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