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Ostholstein Nach Feuer in Kultkneipe: Der Abriss rückt näher
Lokales Ostholstein Nach Feuer in Kultkneipe: Der Abriss rückt näher
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21:37 24.10.2017
Die Kneipe war nicht mehr zu retten und soll nun bald abgerissen werden. Das Feuer hat fast alles zerstört. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter
Pelzerhaken

Ulla Hingst teilte den LN mit, dass die Untersuchungen keine Hinweise auf den Einsatz von Brandbeschleunigern ergeben hätten. Bereits kurz nach dem Feuer in der Nacht auf den 16. August hatte die Polizei die Angestellten und auch den Pächter Achim Pavlik vernommen. Letzterer hatte die Kneipe erst im Frühjahr übernommen und aufgehübscht. Es war eine Art Wiederbelebung eines ganz besonderen Treffpunkts. Schließlich gab es in den Räumen mehrfach Dreharbeiten der 2014 eingestellten ZDF-Serie „Küstenwache“.

Die Brandnacht

Die Neustädter Feuerwehr wurde am 16. August um kurz vor 3 Uhr morgens alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte das Gebäude in voller Ausdehnung. Weitere Kameraden aus Grömitz und Sierksdorf wurden alarmiert. Gelöscht war das Feuer um 8.30 Uhr. Die Kriminalpolizei rückte noch in der Nacht an.

Abriss vor der Saison 2018

Stellt sich die Frage, wie es auf dem Grundstück an der Strandallee weiter geht? Eigentümerin ist Jeannette Pracher. Sie möchte keine Details nennen. Jedoch bestätigt sie, dass die „Störtebeker“-Überreste schon bald abgerissen werden sollen. „Wir haben extra gewartet, damit es in der Saison keinen Ärger gibt. Bevor es mit den Arbeiten losgeht, werden noch die Nachbarn informiert“, so Pracher.

Aus touristischer und politischer Sicht sei es dringend notwendig, den Schandfleck zu beseitigen. Dirk Cremer, Vorsitzender des Tourismusausschusses, und der Ortsbeiratsvorsitzende Dr. Klaus Günther Dalke (beide BGN) fordern eine ansehnliche Gestaltung des Geländes. Cremer geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht sich dafür aus, die gesamte Zeile in Richtung Seebrückenvorplatz zu verändern und zu modernisieren. Aktuell befinden sich dort noch weitere gastronomische Betriebe in eher einfachen und ebenerdigen Bauten.

Klicken Sie hier, um zahlreiche weitere Eindrücke von dem Großbrand in der Störtebeker-Kneipe in Pelzerhaken zu sehen!

Bauamtsleiterin hofft auf städtebauliche Neuordnung

Ähnlich äußert sich auch Neustadts Bauamtsleiterin Antje Weise: „Natürlich würden wir es für den Fall eines Neubaus sehr begrüßen, dass die gesamte linke Seite dieses Straßenabschnittes neu bebaut wird und die Imbissangebote anschließend in die Gebäude integriert werden.“ Damit könne die gewünschte städtebauliche Neuordnung des Bereiches auf Grundlage des städtebaulichen Wettbewerbes im Jahr 2008 endlich vollendet werden. Jedoch habe allein die Eigentümerin zu entscheiden, ob das Gebäude wieder aufgebaut werde oder etwas anderes entstehe.

In den vergangenen Jahren hat sich der Bereich grundlegend gewandelt. Das komplette Areal gegenüber der Kultkneipe – immerhin rund 6300 Quadratmeter groß – war nach jahrelanger Diskussion der Politiker und diversen Auseinandersetzungen mit Nachbarn über die Höhe eines Neubaus komplett umgestaltet worden. Wo einst das Restaurant „Zur Seebrücke“ sowie die „Stranddistel“ beheimatet waren, steht seit 2015 ein großer Gebäudekomplex mit modernen Wohnungen und schicker Ladenzeile.

 Sebastian Rosenkötter

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