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Ostholstein Nach Kandidaten-Runde: Stadt weist Kritik zurück
Lokales Ostholstein Nach Kandidaten-Runde: Stadt weist Kritik zurück
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23:16 08.02.2016

Bürger Frank Borner findet klare Worte. Er schreibt: „Wie in schlechten Romanen — Selbstinszenierung eines Rundfunk-Moderators, der für entsprechende städtische Gelder seine Bühne bekam, gepaart mit unklaren Statements der Dame sowie der Herren. Allgemeinplätze, Nebel.“ Er fragt mit Blickrichtung Stadt, die Gastgeber in der Großsporthalle war: „Für wie dumm werde ich als Bürger unserer Warderstadt eigentlich gehalten, dass ich — unter Regie der Stadtverwaltung — eine solche Soap vorgesetzt bekomme?“

Harsche Kritik. In die gleiche Kerbe schlägt Hartmut Krämer. „Wenn Kasperletheater für Kinder gemacht wird, kommt Stimmung auf. Macht man‘s für Erwachsene, ist das nicht garantiert.“ Man frage sich als Besucher: „War‘s ‘ne Gaudi oder eher ein klägliches Schauspiel und inwieweit hat es die örtliche Meinungsbildung befördert?“ Fazit Krämer: „Leider hat diese Veranstaltung den erheblichen Aufwand nicht gerechtfertigt. Statt der Möglichkeit, kritische Fragen zu stellen, gab es für die Kandidaten ein belangloses Frage- und Antwortspiel, was Zeit verschwendend war und kaum praktischen Informationswert hatte.“

Auch Axel Schröder-Wangen fand kritische Worte. „Die Präsentationsveranstaltung war wenig hilfreich. Viele Phrasen und leere Worte und wenig Konkretes zur Umsetzung diverser Vorstellungen.“ Die fünf Kandidaten seien nicht in der Lage gewesen, konkrete Antworten zu liefern. Beispielsweise auf die Frage: „Wie schafft man ein Einkaufserlebnis in der Innenstadt?“ Ähnlich sei es beim Thema Gewerbeansiedlung gewesen. Fazit Schröder-Wangen: „Insgesamt kamen die Bürger zu kurz, und das nette Spielchen mit den Fragekarten von Herrn Kock hätte er wegen der meistens schlechten und langweiligen Antworten nach der ersten Runde lassen können. Wenig Flexibilität des ansonsten munteren Moderators, wenig Schlagfertigkeit der Kontrahenten.“

Kuno Brandt, Wahlleiter der Stadt Heiligenhafen, hat positive Resonanz auf den Abend erhalten. „Eigentlich fanden alle, mit denen ich gesprochen habe, die Veranstaltung unterhaltsam.

Vielleicht war die Präsentation etwas zu lang. Drei Stunden sind viel, zumal viele früh in der Halle waren, um gute Plätze zu bekommen.“ Auch vertrete er die Meinung, dass die Bürger sehr wohl die Chance gehabt hätten, ihre Fragen an die Kandidaten zu stellen. Brandt betonte auch, dass die Stadt den Rahmen (keine Angabe zu den Kosten) gegeben habe, inhaltlich die Hoheit aber bei Moderator Carsten Kock gelegen habe.

Der räumte auf LN-Nachfrage ein: „Womöglich hätte man eine Fragerunde streichen können, um mehr allgemeine Fragen zuzulassen. Das Format an sich funktioniert aber.“ Gleichwohl seien Bürger auf ihn zugekommen mit Dank dafür, dass sie die Kandidaten von einer neuen Perspektive kennengelernt hätten. „Nicht ganz richtig ist, dass die Themenwahl bei mir lag. Das wurde mit der Stadt zusammen festgelegt“, erläuterte Kock, wie es zu den vier Themenblöcken demografischer Wandel, Tourismus, Stadtentwicklung und Flüchtlingsproblematik kam.

Peter Mantik

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