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Ostholstein Nach Mord an Sina L.: Lange Haftstrafe gefordert
Lokales Ostholstein Nach Mord an Sina L.: Lange Haftstrafe gefordert
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20:41 02.05.2016

Den Mord an Sina L. am 26. Juli 2015 unweit einer A-1-Unterführung in der Gemeinde Altenkrempe hat Wolfgang E. während des Prozesses vor dem Lübecker Landgericht gestanden. Zwölf Zeugen wurden befragt, ein psychiatrisches Gutachten diskutiert. Gestern folgte die Verlesung der Plädoyers. Es scheint ungewiss, ob der mehrfach vorbestrafte Mann, der bereits 1991 wegen Mordes verurteilt wurde, noch einmal freigelassen wird. Staatsanwalt Niels-Broder Greve forderte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Ein Urteil könnte kommende Woche Donnerstag verkündet werden.

Greve betonte, dass auch in Zukunft die Gefahr bestehe, dass Wolfgang E. weitere Straftaten begehe. Er sagte jedoch auch, dass die Therapierbarkeit gegeben sei und bezog sich in seiner Begründung auf die Erkenntnisse der forensischen Psychiaterin Raphaela Basdekis-Jozsa. Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus solle das Gericht laut Niels-Broder Greve in den Blick nehmen.

Ingo Dörr, Anwalt der als Nebenklägerin auftretenden Mutter der Getöteten, betonte, dass E. habe töten wollen, um eine Straftat zu verdecken. Sina L. sei ein „willkommenes Opfer“ gewesen. Darüber hinaus bezeichnete er Wolfgang E. als „gemeingefährlichen Hangtäter“ und forderte, eine an die Haft anschließende Sicherungsverwahrung „ganz ernsthaft zu prüfen“. Zudem sprach er sich für eine Freiheitsstrafe von nicht unter 14 Jahren aus.

Zuvor übte Dörr massive Kritik an dem psychiatrischen Gutachten. Unter anderem habe Raphaela Basdekis-Jozsa Angaben des Angeklagten nicht auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. „Das Gutachten ist unplausibel“, so Ingo Dörr. Deshalb forderte er Richter Christian Singelmann dazu auf, die Steuerungsfähigkeit noch einmal adäquat zu prüfen. Dies untermauerte er mit zwei Beweisanträgen.

Deutlich positiver hinsichtlich der Analyse des mutmaßlichen Täters äußerte sich der Verteidiger von Wolfgang E. „Ich habe selten so ein umfangreiches Gutachten gesehen“, sagte er.

Anschließend stellte er dar, dass sein Mandant in eine Klinik und nicht in Haft gehöre. „Ich beantrage, dass die Unterbringung erfolgen muss.“ Die Höhe des Strafmaßes überlasse er dem Gericht. Zu beachten sei aber, dass das Aufklären der Tat ganz schwerwiegend für E. spreche. Dieser betonte am Ende des Prozesstages: „Ich möchte mich bei allen für die schreckliche Straftat entschuldigen.“

ser

LN

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