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Ostholstein Nach Schüssen in Heiligenhafen: Polizeivertreter schlagen Alarm
Lokales Ostholstein Nach Schüssen in Heiligenhafen: Polizeivertreter schlagen Alarm
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12:27 04.01.2018
Hier aus diesem Haus fielen Ende Dezember in Heiligenhafen die Schüsse auf die Polizisten. Quelle: Foto: Mantik
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Heiligenhafen

Mit Entsetzen hat die Gewerkschaft auf die Schüsse auf Polizisten in Heiligenhafen reagiert. „Es ist zwar nicht neu, dass der Polizeiberuf mit unberechenbaren Gefahren und Gewalt verbunden ist. Aber dennoch machen solche außergewöhnlichen Vorkommnisse immer wieder fassungslos“, sagte Thomas Gründemann von der GdP.

Sie sind die Helfer in der Not. Doch auch Polizisten geraten immer häufiger in missliche Lagen – wie zuletzt in Heiligenhafen, wo ein Mann mit einem Luftgewehr auf Beamte schoss und mit einem Säbel drohte. Jetzt schlägt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Alarm.

In der vergangenen Woche hatte ein betrunkener 49-Jähriger, bewaffnet mit Säbel und Luftgewehr (es war während des Einsatzes nicht erkennbar, um welche Art Langwaffe es sich handelte), Polizisten bedroht und gezielt aus einem Briefschlitz auf die Ordnungshüter geschossen. Die Beamten hatten daraufhin ebenfalls einen Warnschuss abgegeben. Letztlich war der Mann daraufhin in das Haus geflüchtet, um dort von einem Fenster aus erneut auf die Beamten zu schießen. Verletzt wurde jedoch niemand.

Immer wieder würden laut GdP, wie in Heiligenhafen oder zuletzt auch in Grube, von hoher Emotionalität geprägte, eskalierte Beziehungsstreitigkeiten dazu führen, dass Streifenpolizisten unversehens in dramatische Gefahrensituationen gerieten. Waffengebrauch unter Alkoholeinfluss sei dabei kaum kontrollierbar. „Letztlich ist es nur ein Zufall, dass Kollegen nicht zu Schaden gekommen sind“, führt Gründemann weiter aus. Die Gefahr sei ein ständiger Wegbegleiter im Streifen- und Einsatzdienst.

Einerseits würden wie bei den Geschehnissen in Heiligenhafen die Risiken bis hin zur Lebensgefahr für Polizisten vergegenwärtigt, andererseits auch deren außergewöhnliche Einsatz-Anforderungen vor Augen geführt. Zum Alltag der Streifen- und Einsatzbeamten gehörten Ad-hoc-Entscheidungen mit großer Tragweite bis hin zu Festnahmen. Die Polizisten müssten immer damit rechnen, mit derartig heiklen Situationen und Entscheidungen rund um die Uhr und unter anderen vielfältigen Stressfaktoren konfrontiert zu werden. „Anschließend müssen diese unter Entscheidungsdruck getroffenen polizeilichen Maßnahmen einer juristischen Überprüfung standhalten“, erläutert Gründemann.

Während Polizisten zu jeder Tages- und Nachtzeit sofort zu entscheiden hätten, erfolge die juristische Bewertung desselben Sachverhalts durch Rechts- und Staatsanwälte und letztlich auch Richter zumeist nach intensivem und akribischem Aktenstudium am Schreibtisch. „Da werden die Anforderungen, aber auch Belastungen, an die Kolleginnen und Kollegen im Funkstreifen- und Einsatzdienst mehr als deutlich“, unterstreicht der GdP-Vertreter.

Dies müsste sich, so Gründemann, auch in der Bezahlung ausdrücken. Deshalb werde die GdP auch nicht müde, eine anforderungsgerechte Besoldung für die Polizeiarbeit einzufordern.

 Von Peter Mantik

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