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Ostholstein Nach Sturmtief „Axel“: Angst vorm nächsten Hochwasser
Lokales Ostholstein Nach Sturmtief „Axel“: Angst vorm nächsten Hochwasser
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20:13 11.01.2017
Die Inselkommune hat beim Land erfolgreich Alarm geschlagen. Gestern Morgen rückte der erste Bagger an. Quelle: Foto: Schwennsen
Fehmarn/Heiligenhafen

Leichtes Aufatmen auf der Insel. Die Vorboten des nächsten Sturmes pfiffen gestern Vormittag bereits verdächtig über Westfehmarn – voller Sorge blickten Anlieger wie Politik und Verwaltung der Stadt Fehmarn vor allem auf den Regionaldeich bei Wallnau, der beim Sturmtief „Axel“ vergangene Woche stark beschädigt wurde. „Sicherheit gewährt er nicht mehr. Überspitzt gesagt: Da reicht an einigen Stellen schon eine einzige Wühlmaus zum Durchbruch“, klagte Bürgermeister Jörg Weber (SPD).

Vor allem auf Fehmarn und in Heiligenhafen sind Deiche und Dünen kein Sicherheitsgarant mehr – doch die nächste Sturmflut kommt.

Immerhin: Die Inselkommune hat beim Land erfolgreich Alarm geschlagen. Gestern Morgen rückte der erste Bagger an. Mit einer Sofortmaßnahme soll zunächst die Außenböschung des Deiches gesichert werden, der auf einer Länge von rund 300 Meter durch die Sturmflut in der vergangenen Woche stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Kosten dafür liegen nach einer ersten Schätzung des Landes, in dessen Zuständigkeit dieser Deich liegt, bei rund 200000 Euro. „In Anbetracht der noch nicht beendeten Sturmflutsaison ist das unbedingt erforderlich“, erklärte gestern Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne).

Doch es wird nicht bei dieser Sofortsicherung bleiben. Geplant ist, in zwei weiteren Schritten möglichst 2017 und im kommenden Jahr den Deich grundlegend zu verstärken. Dafür stellt das Land rund 2,5 Millionen Euro bereit, so Habeck.

Erleichtert über den Beginn der Deich-Sanierung ist vor allem Gunnar Mehnert, der in Wallnau einen großen Campingplatz betreibt. Für den kommenden Sturm ist er allerdings verhalten optimistisch.

Mehnert: „Diesmal erwarten wir nur Sturm, kein neues Hochwasser. Die Ostsee hat sich wieder zurückgezogen.“

„Eine gute Nachricht“, so Bürgermeister Weber. Er benennt allerdings noch andere Sorgenkinder. An den Stränden in Meeschendorf, am Grünen Brink, Bojendorf und in Burgtiefe ist viel Sand verloren gegangen. Gestern nannte er erstmals konkrete Zahlen. Die Stadt Fehmarn hoffe, bei Kosten von rund einer halben Million Euro auch hier auf Hilfe vom Land.

In Heiligenhafen spricht Bauamtsleiter Roland Pfündl beim Blick auf die Wetterdienste von einem „gespannten Interesse“. „Wir sind seit der Hochwassernacht sensibilisiert, was kommende Sturmfluten angeht.“ Es könnte womöglich schon am Sonnabend ein solches Wetterszenario eintreten. Sturm ist angesagt, unklar ist dabei die Windrichtung und der zu erwartende Wasserpegel. Heiligenhafen hat zwar einen funktionierenden Hochwasserschutz, insbesondere die neuen, mobilen Schutzwände, doch im Bereich des Stein- und Graswarder gibt es momentan Schwachstellen. Besonders die Dünen sind von Sturmtief „Axel“ stark in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass es hier Schwachstellen geben könne, die bis Sonnabend nicht behoben werden können. Auch ist noch nicht klar, wie groß der Schaden am Steinwarderdamm und dort beim Verschlussorgan zwischen Binnensee und Yachthafen ausfällt. Gestern waren die Fachleute des Ingenieurbüros Wald & Kunath in Heiligenhafen. Die Schadensermittlung ist noch nicht abgeschlossen.

Für Heiligenhafen gilt wie für Fehmarn: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Hochwasser kommt.

Gerd-J. Schwennsen und Peter Mantik

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