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Ostholstein Nach der Bombendrohung: Fährverkehr wieder im Fahrplan
Lokales Ostholstein Nach der Bombendrohung: Fährverkehr wieder im Fahrplan
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20:41 08.06.2017
Wartende Lkw gestern Morgen gegen 7 Uhr am Fährbahnhof Puttgarden: Viele Brummi-Fahrer hatten stundenlang im Stau gestanden. Quelle: Fotos: Schwennsen

Große Erleichterung auf der Vogelfluglinie: Der Fährverkehr zwischen Puttgarden und Rødby läuft wieder planmäßig. Seit Mittwochabend um 23 Uhr sind die vier Doppelendfähren sowie die Gefahrgutfähre „Holger Danske“ zwischen Puttgarden und Rødby im regulären Einsatz. Und auch die „Kronprins Frederik“, die die anderen Fähren im Lkw-Verkehr entlastet, fährt seit gestern Morgen wieder. Wegen des Sturmes war sie am Mittwoch, als eine anonyme Bombendrohung stundenlang die Scandlines-Routen lahmlegte, ohnehin gar nicht erst ausgelaufen und blieb im Hafen Puttgarden.

Mittwochabend gegen 23 Uhr konnte als letzte Fähre die „Schleswig-Holstein“ wieder auslaufen – Sprengstoff-Spürhunde der Polizei wurden nicht fündig.

Gestern Morgen um 7 Uhr warteten noch zahlreiche Lkw auf die Weiterfahrt in Richtung Dänemark. Große Staus auf der B 207 wie am Vortag, als die Blechlawine kilometerlang zurückreichte, gab es jedoch nicht mehr.

Entspannung meldete Scandlines auch für die zweite betroffene Route zwischen Rostock und Gedser. Gestern Morgen um 9 Uhr trat dort der reguläre Fahrplan wieder in Kraft, bestätigte Reederei-Pressesprecherin Anette Ustrup Svendsen: „Die ganze Nacht lag die ,Copenhagen’ in Rostock, die Besatzung brauchte eine Pause.“

In Puttgarden wurde der Fährverkehr Richtung Rødby noch am Mittwoch in allerdings nur kleinen Etappen wieder aufgenommen. Als erste startete wie gestern bereits berichtet kurz nach 17 Uhr die „Deutschland“– sie war zuvor in Rødby durchsucht worden. Ergebnis: Die Polizei fand mit ihren Spürhunden keinen Sprengstoff an Bord, ebenso wenig später auf den beiden dänischen Fähren „Prinsesse Benedikte“ (Rødby) und „Prins Richard“ (Puttgarden).

Damit ging es für die ersten Autofahrer – endlich – weiter. Stundenlang hatten sie zuvor in Puttgarden ausharren müssen. Wie Martin Axelsson und Dirk Zöllner aus Schweden: Seit etwa 12 Uhr warteten sie bereits am Fährhafen. Ihr Auto stand nur wenige Meter von den Kassenhäuschen entfernt. Doch erst gegen 19 Uhr konnten sie auf die Fähre fahren: „Danach ging es über Dänemark weiter in Richtung Heimat.“

Als letzte Fähre war die „Schleswig-Holstein“ dran, die zum Zeitpunkt der Bombendrohung unterwegs gewesen war. Sie lang stundenlang draußen im Fehmarnbelt und hatte am frühen Nachmittag lediglich bei einem kurzen Zwischenstopp in Puttgarden die Passagiere von Bord gelassen – ohne Vorkommnisse. Svendsen: „Erst gegen 23 Uhr lief sie aus, zuvor hatten die deutschen Behörden sie freigegeben.“

Inzwischen löste sich der Stau vor Puttgarden langsam auf. Kurz vor Mitternacht war das Gröbste vor Puttgarden überstanden. Polizei und Reederei bilanzierten hinterher, dass die meisten Betroffenen sehr verständnisvoll auf die lange Geduldsprobe reagiert hätten. Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) kommentierte: „Ich bin geschockt. Was sonst weit weg zu sein scheint, kommt plötzlich näher.

Zum Glück ist den Menschen nichts passiert.“

In Dänemark waren die Meldungen von der Bombendrohung abends schon wieder aus den TV-Nachrichten verschwunden.

 Gerd- J. Schwennsen und Sebastian Rosenkötter

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