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Ostholstein Nach der Flugsicherung kommen die neuen Windräder
Lokales Ostholstein Nach der Flugsicherung kommen die neuen Windräder
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21:52 30.03.2017
Bis zur geplanten Schließung des Drehfunkfeuers bei Heringsdorf existiert ein Ausschlusskriterium für die Windkraft in einem Radius von 15 Kilometern. Quelle: FOTO:HM

2020 oder 2021 soll das Drehfunkfeuer die Pforten schließen und die Ostküstenleitung als neue Stromtrasse fertig sein. „Das passt“, meint Ingrid Nestle, Staatssekretärin im Kieler Umweltministerium. Damit machten die in Heringsdorf geplanten Vorrangflächen für Windenergie auch Sinn, weil neue Anlagen errichtet werden könnten. Bis zur geplanten Schließung der Anlage bei Heringsdorf existiere allerdings weiterhin ein Ausschlusskriterium für die Windkraft in einem Radius von 15 Kilometern. Mit dem Bau der Ostküstenleitung, die als 380-kV- Trasse den Norden Ostholsteins mit Lübeck verbinden soll, könne 2019 begonnen werden.

Bis Ende Juni

500 Eingaben liegen bereits vor. Das Anhörungsverfahren läuft bis zum 30. Juni. Alle Hinweise müssen schriftlich gegeben werden. Sie werden bis Ende des Jahres ausgewertet. Dann kommt ein neuer Entwurf auf den Tisch. Infos gibt es online unter www.schleswig-holstein.de/windenergiebeteiligung.

Die Staatssekretärin stellte gemeinsam mit ihrem Kollegen aus der Kieler Staatskanzlei, Thomas Losse-Müller, die aktuellen Pläne des Landes zur Windenergie vor. Zur Veranstaltung in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) waren auch zahlreiche Mitglieder der Initiative „Windstill“ von Fehmarn gekommen. Sie kritisierten, dass rund fünf Prozent der Inselfläche als Vorrangfläche ausgewiesen werden sollten. 87 Anlagen hätten bereits einen Bestandsschutz – später könnten dann mehr als 100 auf der Insel errichtet werden. „Doch Fehmarn lebt vom Tourismus, und es gibt keine weitere Insel an Nord- und Ostsee mit so viel Windkraft“, erklärte eine Windstill-Sprecherin.

Deutliche Kritik wurde an vorgesehenen Abständen geübt – bis auf 400 Meter könnten Windräder an Wohngebäude in Ostermarkelsdorf gebaut werden. „Unsere Häuser verlieren damit an Wert. Gibt es dafür eine Entschädigung?“, fragte ein Bürger. Staatssekretär Losse-Müller schloss das aus. Er wies darauf hin, dass ein 400-Meter-Abstand für eine Einzelbebauung und 800 Meter für eine Siedlung vorgesehen seien. Die Angaben zur Bebauung habe die Landesplanung von Kommunen und Kreisen erhalten. Das Land wolle mit seiner Planung einen Wildwuchs verhindern. Sollte es gar keine Vorrangflächen geben, könnte der Bau von Windkraftanlagen als privilegierte Vorgaben im Außenbereich genehmigt werden – und sie damit dichter an Wohngebäude rücken.

Thomas Losse-Müller wies vor rund 250 Besuchern während einer Infoveranstaltung für die Kreise Ostholstein, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Segeberg sowie die Stadt Lübeck darauf hin, dass knapp zwei Prozent der Landesfläche für die Windkraft reserviert werden sollen. Dies sei notwendig, um die angestrebten Ziele der Energiewende zu erreichen. Es gebe allerdings keinen Puffer: „Wenn jetzt Flächen rausfallen, dann können wir unser Ziel nicht erreichen.“ Rund 30 Kommunen hätten landesweit signalisiert, keine Windkraft zu wollen. „Doch dieser Wille reicht nicht aus, es muss materielle Gründe geben“, sagte Thomas Losse-Müller. Möglich sei allerdings, dass sich die aktuellen Pläne im Laufe des Anhörungsverfahrens noch änderten.

Nach den aktuellen Plänen werden auf den künftigen Vorrangflächen insgesamt 1700 Anlagen gebaut werden – landesweit gebe es dann rund 3600. Zurzeit, so der Chef der Staatskanzlei, lieferten 3100 Windräder Energie. Die durchschnittliche Höhe der in Schleswig-Holstein zurzeit genehmigten Windräder liege bei rund 150 Metern.

 Michael Thormählen

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