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Ostholstein Nach der Kanalisation sind jetzt auch die Straßen kaputt
Lokales Ostholstein Nach der Kanalisation sind jetzt auch die Straßen kaputt
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22:57 13.02.2018
Heiligenhafens Bauamtsleiter Roland Pfündl misst die Tiefe der „Krater“ im Lütjenburger Weg. Quelle: Fotos: Peter Mantik

Kurz vor Weihnachten musste Bauamtsleiter Roland Pfündl handeln. Wegen tiefer und breiter Löcher im Lütjenburger Weg war ein Teilbereich außerhalb des Stadtgebietes nicht mehr sicher befahrbar. Der Abschnitt musste gesperrt werden – bis heute, denn die Witterung ließ bis jetzt keine Reparatur zu. Dieses Jahr würden laut Pfündl mehr als 600000 Euro in den Straßenerhalt sowie 200000 Euro in den Lütjenburger Weg und 140000 Euro in den Graswarder-Weg fließen.

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Teile des Lütjenburger Weges sind bereits gesperrt. Insgesamt sind 16 Kilometer des Straßennetzes in Heiligenhafen zum Teil dringend sanierungsbedürftig. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 19,2 Millionen Euro. Hinzu kommen 24 Millionen für die marode Kanalisation.

Neben den 43,2 Millionen Euro für Straßenbau und Kanalisation müsse die Stadt künftig immer 600000 Euro für die laufende Straßeninstandhaltung pro Jahr veranschlagen. Macht für die kommenden zehn Jahre ein Gesamtvolumen von rund 50 Millionen Euro. Pfündl: „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren 284000 und 229000 Euro, die auch im Haushalt bereitgestellt waren, in die Straßen-Infrastruktur gesteckt.“ Dies reiche bei weitem nicht mehr aus. Damit widerlegt Pfündl auch die aktuelle Kritik durch die SPD, dass bereitgestellte Sanierungsmittel von der Stadt nicht abgerufen würden. Bürgermeister Heiko Müller (parteilos): „Hier hat der SPD-Sprecher Grell etwas jenseits der Faktenlage in die Welt gesetzt.“

Die CDU geht in die kommende Stadtvertretersitzung mit einem Antrag, den Bürger bei seinem Anteil am Straßenausbau zu entlasten (LN berichteten). Hierfür soll unter anderem das Fördergeld aus Kiel mit insgesamt 15 Millionen Euro für ganz Schleswig-Holstein herhalten. Bürgermeister Heiko Müller stellt dem relativierend einige Zahlen entgegen. Schleswig-Holstein habe 1047 Gemeinden sowie 63 Städte. Und überall müssten die Straßen erneuert werden. Ausgehend davon könne Heiligenhafen auf einen Anteil von vielleicht 15000 Euro hoffen. Von insgesamt 16000 Metern Straßennetz würde diese Summe 12,5 Meter finanzieren. Müller: „Das ist wohl kaum mehr als der Tropfen auf dem heißen Stein.“ Dennoch wolle er sich gern mit der CDU zu diesem Thema austauschen.

Bürgermeister Heiko Müller sagt zu dem Gesamt-Kostenberg von 50 Millionen Euro: „Das ist längst nicht alles.“ Man benötige dringend drei Kreisel, ein neues Feuerwehrgebäude sowie ein neues Drehleiterfahrzeug, gemeinsam mit Großenbrode einen Bahnhaltepunkt und schließlich gebe es auch noch die Vision eines neuen Schwimmbades. Das alles koste enorm viel Geld. Müller: „Dabei sind wir bereits jetzt fast pleite.“ Laut Pfündl steht aber Heiligenhafen nicht allein mit dem Problem. Überall würden die Kommunen ihr Straßennetz reparieren.

Der Bundestagsabgeordnete und Sprecher des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag, Martin Burkert (SPD), hatte bei einem seiner letzten Besuche in Ostholstein gesagt: „Wir werden in den kommenden Jahren bundesweit das komplette Straßennetz erneuern müssen.“

Wie die Stadt die Millionen-Investitionen stemmen will, ist aktuell noch unklar.

 Von Peter Mantik

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