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Ostholstein Nach langer Ungewissheit: Neuer Eigentümer für Wilhelmshöhe
Lokales Ostholstein Nach langer Ungewissheit: Neuer Eigentümer für Wilhelmshöhe
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22:25 26.01.2017
Auf eine unbeschwerte Zukunft stießen Residenzleiterin Katja Hüstreich, Geschäftsführer Eduard Reidel (r.) und Restaurantchef Thomas Stranau an.
Eutin

Erleichterung, aber auch sehr viel Erwartung standen Juliane und Heinrich von Tiedemann beim Empfang im Dr.-Koppe-Saal ins Gesicht geschrieben. Das Ehepaar bewohnt seit sieben Jahren ein Appartement in der Seniorenresidenz Wilhelmshöhe. Beide sind froh, dass nach anderthalb Jahren, in denen niemand sagen konnte, wie die Wilhelmshöhe künftig aufgestellt sein würde, gestern auf den Vollzug des Eigentümerwechsels angestoßen werden konnte.

Die Realestate Handels Gbr will Eutiner Seniorenresidenz wieder herrichten.

Die Anlage ist nun Eigentum der RHG Parkresidenz Wilhelmshöhe GmbH. Deren Geschäftsführer Eduard Reidel begrüßte gemeinsam mit Residenzleiterin Katja Hüstreich Bewohner sowie weitere geladene Gäste der Stadt Eutin. Ebenfalls vor Ort war Dennis Romeiser, Gesellschafter der Realestate Handels Gbr (RHG), die in Hamburg beheimatet ist. Die offiziellen Reden überließ er allerdings seinen Mitarbeitern.

In ihrer Ansprache ließ Hüstreich die Vergangenheit kurz Revue passieren, um dann den Fokus auf eine „unbeschwerte Zukunft“ zu richten. Der Verkauf ohne Vorankündigung durch die damalige Eigentümerfamilie Ohlmann sowie die bald spürbaren Unstimmigkeiten mit dem Käufer hätten zu Unsicherheit geführt. Die Ohlmanns hatten die Anlage im November 2013 veräußert, wegen ausbleibender Zahlung dann einen Rücktritt vom Kaufvertrag vollzogen, der Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung war.

In der Zwischenzeit übernahm die RHG Parkresidenz Wilhelmshöhe GmbH den Betrieb. „Wir sind in Vorleistung getreten, konnten angesichts der ungewissen Aussichten aber nur beschränkt planen und aktiv werden“, beschrieb Reidel die vergangenen 18 Monate. Langfristig soll der Leerstand auf dem Gelände beseitigt werden: „Unser Ziel ist Vollvermietung. Dafür werden wir die Wohnungen zeitgemäß

seniorengerecht und barrierefrei herrichten“, kündigte Reidel an. Als erste nun anzupackende Aufgabe nannte er die Wiederherstellung des weitläufigen Außengeländes.

Dessen Zustand beklagt auch Juliane von Tiedemann: „Das Verkommen des Parks war das Schlimmste in dieser Zeit. Aber jetzt scheint die Sonne und das ist möglicherweise ein gutes Zeichen. Es geht los.“

Das Aufatmen war ein gemeinsames. Denn nicht nur die Mieter hatten um den Fortbestand ihrer Wilhelmshöhe gebangt. „Es hat die Stadt Eutin mit großer Sorge erfüllt, was hier geschehen ist, und wir sind sehr froh, dass Sie nun das Ruder übernommen haben“, wandte sich die stellvertretende Bürgervorsteherin Margret Möller an Eduard Reidel. Sie erinnerte daran, dass Wilhelmshöhe immer auch für die Eutiner ein Anziehungspunkt gewesen sei.

Daran will Katja Hüstreich unter anderem mit einem Veranstaltungskalender anknüpfen. Auch Sauna und Schwimmbad sollen wieder für auswärtige Besucher offenstehen und im Restaurant dürfen es sich bald nicht nur Bewohner schmecken lassen. Dort hat auch Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) die Wilhelmshöhe kennengelernt – in jungen Jahren als Mitwirkender bei einer Tanzvorführung. Er wünsche Glück dafür, dass die Anlage zu einer neuen Blüte geführt werden könne. Die Rahmenbedingungen seien gut. Das letzte Wort richtete dann die Residenzleiterin an die Bewohner: „Danke, Sie haben meinem Wort immer geglaubt“ rief sie in den Saal. „Wir haben es geschafft!"

 Astrid Jabs

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