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Ostholstein Nächster Halt: Fehmarn oder Festland?
Lokales Ostholstein Nächster Halt: Fehmarn oder Festland?
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14:45 18.01.2019
Hält der ICE künftig auf der Insel Fehmarn, oder doch schon auf dem Festland? Die Frage um einen Haltepunkt für ICE-Züge steht wieder im Raum. Quelle: Martin Schutt/dpa
Fehmarn

Die ohnhehin schon knappe Mehrheit von elf zu zehn Stimmen in der Stadtvertretung Fehmarn für den Bau eines Bahnhaltepunktes Großenbrode-Heiligenhafen-Fehmarn auf dem Festland (die LN berichteten) könnte jetzt doch noch kippen. Den Antrag auf Einrichtung des Festland-Haltepunktes für ICE-Züge hatten die SPD und die FWV gestellt und bei der Abstimmung durchgesetzt. Nun aber lässt die oppositionelle WuW-Fraktion überprüfen, ob einer der Befürworter, ein FWV-Fraktionsmitglied, eventuell befangen gewesen sein könnte und von der Abstimmung hätte ausgeschlossen werden müssen.

Update: Wohl doch keine Befangenheit

Der Beschluss der Stadtvertretung Fehmarn, sich im Planfeststellungsverfahren zur festen Beltquerung für einen ICE-Fernhaltepunkt auf dem Festland und nicht in Höhe Burg auf der Insel stark zu machen, ist nun wohl doch gültig. Wie Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) nach diesem Artikel am Donnerstag mitteilte, sei die Stadt Fehmarn nach eingehender Prüfung jedoch zu der Auffassung gekommen, dass keine Befangenheit vorliege, unter anderem, weil ein wirtschaftliches Interesse nicht zu erkennen sei. Die WuW-Fraktion indes zeigt sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden und kündigt weitere Schritte auf höherer Ebene an.

Eine Stimme mit viel Gewicht

Der Grund: Er ist Mitarbeiter bei der Bahn AG. Sollte die Gemeindeaufsicht eine Befangenheit bejahen, dann müsste die Abstimmung wiederholt werden. Bei gleichem Abstimmungsverhalten wie beim ersten Mal entstünde dann eine Patt-Situation und der Antrag wäre abgelehnt. Das hieße, Fehmarn würde sich im Planfeststellungsverfahren für einen Haltepunkt auf der Insel aussprechen.

Dies sehen SPD und FWV jedoch als problematisch und sogar aussichtslos an. Wie sie jetzt noch einmal in einer Pressemitteilung unterstreichen, habe das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur bereits bekundet, dass nach dem Bundesverkehrswegeplan kein Bedarf für einen Fernhaltepunkt auf Fehmarn bestehe. Erforderlich seien für dessen Einrichtung mindestens 1000 Ein- und Ausstiege pro Tag, fordere die DB AG. Bei Nichterreichen dieser Zahl werde der Halt aus wirtschaftlichen Gründen wieder gestrichen. An einer Bahnstation „Wagrien“ mit den Bestimmungsorten Heiligenhafen, Großenbrode und Fehmarn könnten nach Ansicht der Antragsteller diese Zahlen erreicht werden, nicht jedoch auf Fehmarn alleine.

Hohe Kosten für die Insel befürchtet

Den jetzigen Bahnhof Burg am Steinkamp sehen SPD und FWV zudem als stark gefährdet an, sollte ein paar Hundert Meter weiter ein zweiter Haltepunkt an der Fernstrecke etwa in Höhe Amalienhofer Brücke entstehen. „Zudem hätte die Stadt Fehmarn dort sämtliche Kosten für Infrastrukturmaßnahmen zu tragen, wie Grundstückskosten, Erschließung, Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr, Parkplatzbau mit Park and Ride, Toilettenhäuschen, Fahrstuhl und Winterdienst“, heißt es in der Mitteilung. Bei einer Grobschätzung gehen die Kritiker von Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro für die Stadt aus.

Statt eines weiteren Haltepunktes auf Fehmarn fordern SPD und FWV die Stärkung und den Ausbau des jetzigen Bahnhofs Burg, unter anderem einen zweigleisigen Ausbau, einen Stundentakt im Fahrplan Richtung Lübeck, Zweistundentakt nach Hamburg und eine Fahrplantaktung zum nächstgelegenen ICE-Haltepunkt.

Michael Kirchner

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