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Natürliche Sicherheitskopien: Bunte Wiesen werden verdoppelt

Putlos Natürliche Sicherheitskopien: Bunte Wiesen werden verdoppelt

Das Land bunter machen - das ist das Ziel der Aktion „BlütenMeer 2020“. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein will hiesige Wildpflanzen wieder stärker verbreiten und „klont“ dafür zurzeit blühende Wiesen – wie jetzt etwa auf dem Truppenübungsplatz Putlos bei Oldenburg.

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Auf dem Truppenübungsplatz Putlos wird gemäht, um in Johannistal mit Hilfe der Samen einen „Klon“ der Wiese entstehen zu lassen.

Quelle: Fotos: Binder
LN-Bild

Putlos. Projekt der Stiftung Naturschutz will dem Artenschwund entgegenwirken.

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„Im Prinzip machen wir eine Sicherheitskopie“, erklärt scherzhaft Biologe Dr. Björn Rickert, der das Projekt für die Stiftung betreut. Die Wiese vom Truppenübungsplatz soll verdoppelt werden, ihr Ebenbild später in Johannistal blühen. Dafür wird die betreffende Fläche zurzeit gemäht und das Mahdgut mit den Samen an seinen neuen Bestimmungsort gebracht. „Wir haben mit der Methode gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Rickert. Andere Wiesen – darunter auch einige in Johannistal – seien bereits auf die beschriebene Weise erfolgreich angelegt worden.

Ziel der Aktion – gefördert wird sie mit 2,9 Millionen Euro aus Bundesmitteln – sei es, dem zunehmenden Artenschwund entgegenzuwirken, erklärt der Fachmann. „Auf einer normalen Wiese in Schleswig-Holstein ist außer grün eigentlich nicht mehr viel zu sehen“, sagt er. Es sei nicht nur schade um die Pflanzenvielfalt, sondern deren Fehlen bedinge wiederum das Aussterben nützlicher Insekten. Die Stiftung habe es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Wiesen mit historisch gewachsenen Pflanzbeständen zu vervielfältigen.

Als „Spenderflächen“ seien Truppenübungsplätze in der Regel besonders gut geeignet, sagt Rickert. Weil sie nach militärischen und nicht nach landwirtschaftlichen Gesichtspunkten genutzt würden, hätten sie seit Jahrzehnten keinen Dünger gesehen und die Auswahl der Pflanzen sei komplett auf natürlichem Wege erfolgt. „Hier haben wir die Crème de la Crème der Artenvielfalt, sagt der Biologe. 20 bis 30 verschiedene Blumen und Pflanzen wüchsen auf einem Quadratmeter; insgesamt gebe es auf der Fläche bis zu 50 Sorten. Mit dabei seien zum Beispiel Wilde Möhre, Thymian, Augentrost oder auch Wilder Oregano.

„Wir sind sehr froh, dass wir Areale in dieser Größenordnung haben, die wir nutzen dürfen“, betont Rickert. Die Flächen könnten jedes Jahr aufs Neue als Mahdgut-Spender genutzt werden. Insgesamt will die Stiftung bis März 2020 auf 2500 Hektar farbenfrohe Wiesen entstehen lassen. Professionell angelegt werden sollen davon nur etwa 250 Hektar – die Experten gehen davon aus, dass die Pflanzen sich dann aus eigener Kraft noch weiter verbreiten. Bisher wurden in den vergangenen drei Jahren rund 120 Hektar Wiese angelegt. 2016 hat das Team der Stiftung nach eigenen Angaben mehr als 60000 seltene Wildpflanzen in ganz Schleswig-Holstein in die Erde gebracht.

Als Standorte seien hauptsächlich Flächen im Eigentum der Stiftung ausgesucht worden (wie etwa das Areal in Johannistal), aber auch private Grundstücke, so Rickert. Es seien allesamt Gebiete, die grundsätzlich geeignet seien, vielen Wildpflanzen ein Zuhause zu geben – wo sich die Blumen von allein jedoch nicht ansiedeln könnten, weil sie in der Umgebung nicht mehr vorkämen.

Die Bodenverhältnisse seien von Grundstück zu Grundstück verschieden – da gebe es keine besonderen Vorgaben, erläutert Heike Henning, Flächenmanagerin der Stiftung. Allerdings werde im Vorfeld genau geprüft, welche Pflanzen für welche Fläche infrage kämen. Dann reiche es in der Regel, einmal Mahdgut zu verteilen, um das Gebiet farbenfroh zu gestalten, erzählt Björn Rickert. Dabei sei die Spenderfläche allerdings immer etwa doppelt so groß wie die Empfängerfläche. In Putlos würden beispielsweise etwa zehn Hektar gemäht. Zusammen mit den Samen von einer drei Hektar großen Fläche bei Kellenhusen werde davon dann ein sieben Hektar großes Areal in Johannistal bestückt. Damit das Land wieder ein Stück bunter wird.

Weitere Infos zum Projekt gibt es unter www.bluetenmeer2020.de.

 Jennifer Binder

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