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Naturschützer machen sich Sorgen um die Sandkuhle

Malente Naturschützer machen sich Sorgen um die Sandkuhle

Malenter Grundstück müsste erst untersucht werden – Dort lebt die Haselmaus.

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Manfred Matthies, Ulf Werner und Dietmar Bethge begutachten einen bezugsfertigen Haselmauskobel im Strauchwerk auf der Brache.

Quelle: Fotos: Dirk Schneider

Malente. Das Gelände des ehemaligen Betonwerks an der Sandkuhle in Malente soll für eine Wohnsiedlung erschlossen werden. Die Unternehmensgruppe Semmelhaack hat das rund 1,5 Hektar große Areal erworben und plant den Bau von 45 Mietwohnungen. Doch die Industriebrache ist nicht unbewohnt. Haselmäuse und Wildbienen haben sich in den vergangenen Jahren auf dem Grundstück häuslich eingerichtet und rufen jetzt den Naturschutz auf den Plan.

LN-Bild

Malenter Grundstück müsste erst untersucht werden – Dort lebt die Haselmaus.

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Bei einem Ortstermin verdeutlichten Vertreter der BUND-Ortsgruppe Malente, dass vor dem Beginn der Baumaßnahme ein Artenschutzgutachten erstellt werden müsse. „Das Vorkommen der Haselmaus, die laut Roter Liste als ,stark gefährdet’ eingestuft ist, ist schon länger bekannt und wurde bereits vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bestätigt“, sagte BUND- Vorstandsmitglied Ulf Werner. Auch die bedrohten Wildbienen sollten als besonders schützenswerte Art in den Planungen berücksichtigt werden. Die Ortsgruppe erwarte angesichts dieser Fakten, dass die Gemeinde „nunmehr endlich tätig“ werde und „geeignete Schutzmaßnahmen wie die Einrichtung von der Bebauung freizuhaltender Schutzkorridore im Rahmen der angestrebten Genehmigung“ festschreibe. Als nicht akzeptabel empfinden die Naturschützer „die kurze und lapidare Antwort der Gemeinde“, dass man nicht Eigentümerin der Fläche sei und daher bislang auch keine Kenntnis über das Vorkommen schützenswerter Arten habe. Bürgermeisterin Tanja Rönck (parteilos) betonte auf LN-Nachfrage, dass es sich um eine erste, sachlich formale Stellungnahme gehandelt habe, die leider etwas missverständlich interpretiert werden konnte. „Der Schutz von Flora und Fauna ist uns wichtig. Wir haben die neuen Informationen über die Vorkommen umgehend an den Kreis weitergeleitet und warten, was jetzt geschehen soll.“

Dies sei ein gutes Signal, dem jetzt auch Taten folgen müssten, stellte Dietmar Bethge fest, der das Gelände als direkter Anlieger stets im Blick hat. Ein Problem: „Es gibt einen alten bestehenden Bebauungsplan, in dem das Thema Artenschutz nicht ausreichend berücksichtigt ist.“ Die Befürchtung: Auf dieser Basis könnten schnell Fakten geschaffen werden. „Wir wissen nicht, welche Veränderungen geplant sind und wie das Grundstück umgestaltet werden soll“, sagte Bethge. Auch der Bienenbotschafter des Projekts „Bienenreich Schleswig-Holstein“, Manfred Matthies, warb für mehr Sensibilität im Umgang mit seltenen und gefährdeten Arten. Die seit vielen Jahren brachliegende Fläche sei phantastisch geschützt gewesen, so dass sich einige wertvolle Biotope entwickeln konnten. „Diese Bereiche sollten jetzt erst untersucht werden, um die Bauplanungen darauf abstimmen zu können“, lautet die Forderung. „Derzeit wissen wir, dass sich zwei geschützte Arten auf dem Gelände angesiedelt haben, es könnten aber noch mehr sein“, sagte Bethge. Bevor die ersten Bagger rollen und möglicherweise nicht wiedergutzumachende Schäden verursachen, sollte man das Areal gründlich untersuchen, um gegebenenfalls Sperrzonen auszuweisen, Sicherungsmaßnahmen einzuleiten und sinnvolle Ausgleichsmaßnahmen erarbeiten zu können. Werner: „Wir sind nicht gegen eine Bebauung, wenn Natur- und Artenschutz ausreichend berücksichtigt werden.“

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