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Ostholstein Neu gebaute Warderschule steht seit fast einem Jahr leer
Lokales Ostholstein Neu gebaute Warderschule steht seit fast einem Jahr leer
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20:23 02.09.2013
Leerstand: Zwei Wasserschäden führten dazu, dass die Warderschule in Heiligenhafen seit September 2012 geschlossen ist. Quelle: Fotos: Peter Mantik(2)

Feierlich wurde Ende August 2012 das neue Schulgebäude der Warderschule, der Regionalschule in Heiligenhafen, eingeweiht. Doch sie waren gerade erst eingezogen, da mussten die Lehrer und Schüler Ende September 2012 schon wieder ausziehen — und das bis heute. Denn die jüngste Geschichte der Warderschule ist bisher geprägt von Feuchtigkeit und Leere. Der Neubau direkt neben dem alten Gebäude der Regionalschule am Sundweg wurde bereits zweimal durch einen Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen, sehr zum Ärger der Schüler, Lehrer und Eltern Zunächst handelte es sich um ein verstopftes Klo in der Lehrertoilette, das übergelaufen war. Da bis heute die dafür verantwortliche Person oder die Personen nicht identifiziert wurde(n), musste die Versicherung für den fünfstelligen Schaden aufkommen. Im Winter 2012/2013 trat dann der zweite Schaden zutage. Bauamtsleiter Marcel Quattek erläutert: „Mängel an der Drainage führten dazu, das Wasser ins Gebäude eindrang und sich die Feuchtigkeit bis auf eine Höhe von knapp einem Meter in die Wand zog.“ Bürgermeister Heiko Müller vermutet: „Durch die Arbeiten an der Autobahn und die vielen Erdbewegungen könnten sich die Wasserläufe verändert haben. Logischer wäre es ja gewesen, wenn die Sporthalle, die niedriger liegt, betroffen gewesen wäre.“ Bauunternehmen und Versicherung kamen für den neuerlichen Schaden auf. Müller lobt: „Die Baufirmen haben beim ersten Sonnenstrahl alles stehen und liegen gelassen, um in der Schule zu arbeiten.“ Quattek erläutert: „Es wurden hierfür 100 Boden-Bohrungen vorgenommen, um das Gebäude zu trocknen.“ Ein Gutachten des unabhängigen Sachverständigen- Rings habe nun ergeben, dass keine baulichen Mängel mehr vorliegen.

Für die Schule hatte und hat dies alles enorme Folgen. Konrektor Reiner Dieck bestätigt: „Wir haben 13 Klassen, die von der Schließung betroffen sind. Sie mussten zum Teil in den Fachräumen der Regionalschule untergebracht werden.“ Es sei viel Geduld und Improvisationstalent nötig. Dieck weiter: „Wir hoffen sehr, dass dieses Kapitel bald abgeschlossen ist.“

Aus der Elternschaft meldet sich Wolfgang Ebel zu Wort, dessen Tochter in die sechste Klasse geht. Er beschreibt die Stimmungslage: „Viele Eltern sind sehr verärgert, eine Mutter wollte sogar das Fernsehen einschalten.“ Unzufrieden sei man auch mit dem Informationsfluss. Ebel sagt: „Es gab weder einen Elternabend, noch einen Flyer.“ Die Elternschaft wolle nun genau hinschauen, was künftig mit dem Gebäude passiere.

Immerhin: Seit gestern gibt es Grund zur Hoffnung. In einer Stellungnahme des Kreises heißt es: Das dem Fachdienst Gesundheit vorliegende Schimmelpilz-Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass in den untersuchten Räumen der Warderschule ein Schimmelpilzbefall als nicht wahrscheinlich anzusehen ist. Einer Aufnahme des Schulbetriebes im untersuchten Trakt steht somit auch von Seiten des Fachdienstes jetzt nichts mehr entgegen. Die Nachhaltigkeit des Sanierungserfolges wird aber durch zukünftige Messungen zu überprüfen sein.

Mit gutem Grund, denn der Hausmeister der Schule hatte laut Dieck erst diese Woche eine Messung der Luftfeuchtigkeit vorgenommen. Ergebnis: 70 Prozent. Laut Auskunft des Gesundheitsamtes ist dies exakt die Grenze, bei der Schimmelpilze entstehen können . . .

Peter Mantik

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