Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Neue Ausstellung: „Dem Auge ein Fest“
Lokales Ostholstein Neue Ausstellung: „Dem Auge ein Fest“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:30 02.11.2017
Uwe Westendorf und sein „poeta“ (lat. Dichter). Der Künstler schätzt antike Motive. Quelle: Fotos: Benthien
Eutin

Auf ihre „bislang hochwertigste Ausstellung“ sind Hilde und Hartmut Gewert zu Recht stolz. Ist es ihnen doch gelungen, bekannte Namen in ihre kleine Galerie zu holen. Beispielsweise Till Warwas (Bremen), der erst im Frühjahr in einer Gemeinschaftsausstellung mit Lars Möller und Ulf Petermann als norddeutsche Realisten seine Sicht auf die Lübecker Bucht zeigte. „Im Sommer widmet sich Till Warwas der Landschaftsmalerei, im Winter entstehen seine Stilleben. Wir freuen uns, diese Seite von ihm zeigen zu können“, sagt Hilde Gewert. „Warwas hält sich an den ,altmeisterlichen Stil’, er legt Wert auf sehr sorgfältige Arrangements und arbeitet immer wieder mit Spiegelungen“, berichtet sie.

Treffender könnte der Titel nicht sein. „Dem Auge ein Fest“ heißt die neue Ausstellung in der „Literaturgalerie64“ in Eutin. Sie präsentiert von Sonntag an zeitgenössische Stillleben von vier Malern. Im Gewölbekeller dagegen dominiert Schwarz-Weiß: Hier findet sich faszinierende Porzellankunst.

Literaturveranstaltungen

Buchvorstellung und biografische Annäherung: Bernhard Schlink „Die Frau auf der Treppe“, Donnerstag, 16. November, 19 Uhr; Rainer Maria Rilke: „Die Dinge singen hör ich so gern“, Dienstag, 28.

November, 19 Uhr.

Der Eintritt kostet jeweils zehn Euro, Anmeldung unter Telefon 04521/ 7648681 oder per E-Mail an

literatur.galerie64@gmail.de

Als traditionell sind auch die Stillleben von Alfred Baumann zu bezeichnen, dem es gleichfalls nicht um die tiefere Bedeutung in seinen Werken geht. Seine Ölbilder strahlen „eine lebenswarme Sattheit“ aus, konstatiert Hilde Gewert. Ihnen haftet durchaus etwas Bäuerliches an. Baumann malt Obst – Birnen, Äpfel, Kirchen, Pflaumen, Feigen – arrangiert neben Schalen, Krügen, Kannen. Die Emaille-Gefäße zeigen Gebrauchsspuren, das Obst weist Druckstellen oder Wurmstiche auf – es ist ein Abbild des realen Küchenlebens. Der Maler aus Bockhorn habe als Pflastermaler angefangen, sich im Laufe seines Schaffens durch nahezu alle Stile gearbeitet. Seit fünf Jahren gehe er im Malen von Stillleben auf, berichten die Galeristen. Sie wollen in ihrer neuen Ausstellung, der 19. im siebten Jahr, nicht nur schöne Stillleben zeigen, sondern deren Entwicklung im 21. Jahrhundert, sagen Gewerts. Dafür stehen die Künstler Uwe Westendorf (Wismar) und Mirko Schallenberg (Berlin).

Westendorf bedient sich zwar alter Maltechniken (Eitempera und Öl auf Holztafeln), wodurch seine Bilder eine Weichheit und unglaubliche Intensität erlangen. In seinen Motiven aber klingen moderne Themen und Denkweisen an. Er beschäftigt sich mit Vergänglichkeit und Glaubensfragen. Mirko Schallenberg erzielt seine Wirkung durch Vergrößerung. Er zeigt Alltagsdinge auf ungewöhnliche Weise miteinander kombiniert, etwa schmelzende Eiswürfel neben einer brennenden Kerze. Lapidar der Titel: „Lauf der Dinge“. Auf anderen Bildern baut und türmt er Gegenstände neben- und aufeinander auf: Die „Geometrie des Trinkens“ besteht aus Ziegel, Flasche, Sektkühler, Brett, Glas und Zitrone.

Den Gewölbekeller hat Jutta Albert (Lübstorf) für sich. Ihre Porzellanarbeiten bewegen sich zwischen Gefäß und Gefäßobjekt, fast immer in Schwarz-Weiß gehalten und unlasiert. Nach dem ersten Brand der Formen legt sie Intarsienfäden ein.

Vernissage in der „Literaturgalerie64“, Eutin, Plöner Straße 64, ist am Sonntag, 5. November um 11 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 3. Dezember. Öffnungszeiten: sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Ulrike Benthien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die CDU Bosau erteilt einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Plön eine Absage. Nach dem Ende der Amtszeit von Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) im März 2019 ist fraglich, wie die kleinen Gemeinde künftig verwaltet wird. Eine Option wäre der Zusammenschloss mit Plön.

02.11.2017

Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) bietet morgen in den Gemeinden Malente und Süsel die Möglichkeit, schadstoffhaltige Haushaltsabfälle abzugeben.

02.11.2017

Der erste Verhandlungstag war im Januar 2017. Jetzt hat das Lübecker Landgericht zwei 28-Jährige wegen des Überfalls auf den Edeka-Markt in Hutzfeld verurteilt. Sie erhielten wegen besonders schweren Raubes fünf Jahre und acht beziehungsweise neun Monate Haft.

02.11.2017