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Ostholstein Neue Brutplätze für Steinkauz und Co.
Lokales Ostholstein Neue Brutplätze für Steinkauz und Co.
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22:39 29.02.2016
Jörg Hahn. Quelle: Fotos: Jen, Nabu(3)

 Vier Projekte für den Artenschutz sind geplant; neben dem Steinkauz sollen Weißstorch, Mauersegler und Eisvogel mit neuen Brutstätten im Stadtgebiet unterstützt werden.

Helfer gesucht

Für alle Projekte sucht der Nabu freiwillige Helfer. Jeder könne sich so beteiligen, wie seine Zeit es zulasse, betont Vorsitzender Axel Michaelis, „wir freuen uns über jeden Beitrag“. Wer Interesse hat, bekommt weitere Infos per Mail an hahnwinter@web.de.

Das Hilfsprogramm für den Steinkauz sei dabei das wohl aufwendigste Vorhaben, sagt Projektkoordinator Hahn. Ziel sei es, die Population in der Oldenburger-Graben-Niederung zu erweitern — beziehungsweise die Tiere dort wieder anzusiedeln. Denn noch sei nicht klar, ob der Steinkauz überhaupt noch in dem Gebiet brütet: „Das gilt es erst einmal herauszufinden“, sagt Hahn. Er hofft in dieser Angelegenheit auf die Unterstützung der Jäger, die „häufig draußen vor Ort sind und deshalb am ehesten wissen, wo vielleicht noch Brutplätze sind“.

Der (etwaige) Bestand soll jetzt ab diesem Monat zunächst erfasst werden. Anschließend sollen künstliche Brutröhren ausgebracht werden — in der Hoffnung, den Steinkauz damit wieder verstärkt in die Region zu locken. „Insgesamt wird uns dieses Projekt mit Sicherheit über mehrere Jahre beschäftigen“, prognostiziert Hahn.

Ebenfalls noch im März starten soll das Projekt zugunsten der Mauersegler. 85 Nisthilfen sollen im innerstädtischen Bereich an ausgewählten Gebäuden — darunter die Berufsschule, das Modehaus Johannsen und die Sparkasse — montiert werden. Pro Nisthilfe gebe es für die Flugkünstler dann drei Brutplätze, erklärt Projektkoordinator Hahn, sodass mit dem Programm theoretisch insgesamt weit mehr als 200 Mauersegler angesiedelt werden könnten. „Das geht aber natürlich nur sukzessive“, sagt der Naturschützer, „bis alle Plätze belegt sind, wird es dauern.“

Der Bestand der Mauersegler ist laut Nabu stark rückläufig. Die Hauptursache dafür sei, „dass es schlichtweg keine Brutmöglichkeiten mehr gibt“, erklärt Jörg Hahn. Die Tiere würden sich vorwiegend mehrgeschossige Steinbauten suchen — gerade bei neueren Gebäuden würden sie häufig jedoch keine geeigneten Hohlräume mehr finden, bestätigt Sabine Friederichsen vom Fachdienst Naturschutz des Kreises. Wo schon einmal Nistplätze waren, müssten neue geschaffen werden — bei Neubauten könne man jedoch lediglich auf die Kooperation der Bauherren hoffen.

Auch darum gehe es bei dem Projekt, betont Nabu- Mann Hahn: „Wir hoffen, mehr Menschen für den Naturschutz zu sensibilisieren.“ Es sollten möglichst viele Menschen aktiv in das Vorhaben einbezogen werden. Hahn: „Idealerweise gibt es auf lange Sicht ein Umdenken, von dem nicht nur der Mauersegler, sondern die gesamte Flora und Fauna der Stadt profitiert.“

Jennifer Binder

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