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Ostholstein Neue Camping-Ideen: „Glamping“ und betreutes Zelten
Lokales Ostholstein Neue Camping-Ideen: „Glamping“ und betreutes Zelten
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22:25 22.10.2013
Zelten mit Flachbildschirm und Badewanne: Campingplatzbetreiber Wolfgang Reshöft bietet seit drei Jahren „Glamping“ an. Quelle: Lintschnig
Dahme

„Einfach warten bis die Gäste kommen — das war vielleicht früher einmal der Job des Campingplatzbetreibers“, weiß Wolfgang Reshöft, Inhaber des Campingplatzes „Zedano“ in Dahme. Trotz einer insgesamt guten Saison in diesem Jahr versucht er durch neue, innovative Angebote und größeren Komfort Gäste anzulocken und die Saison weiter in den Winter zu verlängern. Für viele Betreiber sind solche Investitionen zu risikoreich, nicht aber für Wolfgang Reshöft: Auf seinem Campingplatz können Besucher in 45 Quadratmeter großen und modern ausgestatteten Luxus-Zelten hausen oder beim „betreuten Campen“ einen Pflegedienst nutzen.

„Es gibt viele ältere Menschen, die ihren Platz nach Jahrzehnten bei uns aufgeben, weil sie es körperlich nicht mehr schaffen. So ist die Idee vom betreuten Camping entstanden“, erklärt Reshöft. Seit diesem Jahr bietet er das besondere Angebot für die ältere Generation an, bei dem bei Bedarf ein Pflegedienst rund um die Uhr für die Betreuung der Camper sorgt. „Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, aber wer es ausprobiert hat, der war bisher begeistert“, so der 59-Jährige.

Auch eine andere Idee von Reshöft wurde bisher sehr gut von den Besuchern angenommen: „Glamping“ — eine Wortschöpfung aus den Begriffen „glamourös“ und „Camping“ — bietet Edel-Campern Lounge-Möbel, Flachbildfernseher, eine Badewanne sowie eine moderne Küchenzeile, und das alles in einem Zelt. „Der Trend zu mehr Komfort beim Campen ist schon lange sichtbar. Das Gefühl, nur durch eine Zeltwand von der Natur getrennt zu sein und dennoch exklusiv zu wohnen, ist der Reiz des Glampings“, meint Reshöft.

Seit zwei Jahren bietet er das besondere Luxus-Abenteuer an, und nach einem ersten „Schnupperjahr“ sind die beiden Glamping-Zelte meist ausgebucht. Hält sich der Trend, will Reshöft in den nächsten Jahren ein ganzes „Glamping-Dorf“ aufbauen. Nur eine Heizung für den Winter haben die komfortablen Zelte noch nicht. „Ich versuche eine Lösung zu finden, so dass auch im Winter die Zelte genutzt werden können“, so Reshöft, der das ganze Jahr geöffnet hat.

Noch ist Reshöft mit seinen Ideen recht allein auf weiter Flur. So haben nicht viele Campingplätze in Ostholstein ganzjährig geöffnet. „Für die Wintersaison müssen Campingplatzbetreiber ihr Angebot erweitern. Viele scheuen dafür die Investitionen und das Risiko“, sagt Gert Petzold, Vorsitzender des Verbandes der Campingunternehmer in Schleswig-Holstein. Zu den erforderlichen Angeboten zähle beispielsweise ein Schwimmbad und ein Wellness-Bereich. Wintercamper in Ostholstein schätzen laut Petzold besonders die Ruhe und Ostsee-Spaziergänge an der frischen Luft. Doch so groß sei die Klientel nicht, so dass Petzold nicht mit einem kurzfristigen Anstieg der Winterangebote rechnet. „Wir alle wollen die Saison verlängern — aber das ist nicht so einfach“, sagt Petzold.

Und so muss Reshöft erstmal nicht um Konkurrenz fürchten und kann sich weiter neue Angebote ausdenken. Dass er das tun wird, daran zweifelt auch Petzold nicht: „Ich kenne ihn schon seit 30 Jahren. Er war immer innovativ — und er ist einer, der eine Idee auch umsetzt.“

„Reshöft war immer innovativ — und er ist einer, der eine Idee auch umsetzt.“
Gert Petzold, Verbandsvorsitzender

Hannes Lintschnig

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