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Neue Chance für stillgelegte Brunnen?

Fehmarn Neue Chance für stillgelegte Brunnen?

Der Wasserbeschaffungsverband Fehmarn überprüft zwei seit Jahrzehnten stillgelegte Brunnen in Todendorf und Burg. Gibt es nach der Untersuchung grünes Licht, könnten sie künftig bei Versorgungsengpässen genutzt werden. Ergebnisse werden bis Dezember erwartet.

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Ulli Prange (v. l.), Werner Ehlers (beide Wasserbeschaffungsverband) und Ulf Lankenau (Consulaqua) sind mit dem bisherigen Testverlauf zufrieden.

Todendorf a. F. Denn eine „Stand by“-Lösung könnte Fehmarn im Notfall entscheidend helfen. Zur Erinnerung: Im Sommer 2013 sorgte die Insel für überregionale Schlagzeilen. Nach einer tagelangen Hitzewelle mit Dauertemperaturen von über 30 Grad und bis zu 100 000 Urlaubern wurde das durch den ZVO vom Festland nach Fehmarn gelieferte Trinkwasser knapp.

LN-Bild

Der Wasserbeschaffungsverband Fehmarn überprüft zwei seit Jahrzehnten stillgelegte Brunnen in Todendorf und Burg. Gibt es nach der Untersuchung grünes Licht, könnten sie künftig bei Versorgungsengpässen genutzt werden. Ergebnisse werden bis Dezember erwartet.

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Dietmar Frohberg, damals Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Fehmarn (WBV), schlug daraufhin Alarm. Er rief Insulaner und Feriengäste zum drastischen Wassersparen auf. Und er drohte, im Ernstfall sogar stundenweise das Wasser zu drosseln oder ganz abzustellen.

Deshalb lässt der WBV jetzt zwei stillgelegte Brunnen auf Fehmarn überprüfen (die LN berichteten). Der heutige Verbandsvorsteher Werner Ehlers betont: „Sie werden seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt.

Doch wir wollen gerne wisse, ob wir im Notfall auf diese Brunnen zurückgreifen können.“

Ausgesucht wurden zwei gut zugängliche ehemalige Brunnen – einer auf dem Land, einer am Stadtrand von Burg. Etwa zwei Wochen lang haben die Pumpversuche gedauert. Dafür hat der WBV knapp 5000 Euro ausgegeben. Unterstützt wurde der Wasserbeschaffungsverband von der Hamburger Beratungsfirma Consulaqua. Seit dieser Woche gibt es erste Zwischenergebnisse.

Einer der Brunnen liegt in Todendorf am Ortsausgang Richtung Hinrichsdorf direkt hinter dem ehemaligen Pumpenhaus, das längst in einen Dornröschenschlaf versunken ist. Früher versorgte diese Brunnenanlage nicht nur das Dorf mit Wasser, sondern auch das nahe Lager für die Kriegsflüchtlinge. Im Schnitt konnten hier jetzt 20 Kubikmeter Wasser pro Stunde abgepumpt werden, so Ulrich Prange vom Wasserbeschaffungsverband.

Noch ergiebiger war der Brunnen im Wasserwerksweg in Burg am Ortsausgang Richtung Niendorf. In den 90er Jahren ist dort das alte Wasserwerk gesprengt worden. Von den noch verbliebenen zwei Brunnen ist einer mit Steinen verfüllt. Der andere konnte getestet werden. Er brachte etwa 25 bis 30 Kubikmeter Wasser pro Stunde.

„Im Notfall könnte uns das helfen, denn im Sommer benötigen wir im Schnitt 400 Kubikmeter Wasser pro Stunde“, so Prange. Noch weiß aber keiner, ob die Wassermenge dieser beiden Brunnen auch bei längerem Abpumpen rund um die Uhr reicht.

Doch bevor die WBV weitere Schritte veranlasst, sind erst einmal Qualitätstests vonnöten. Die entnommenen Proben werden nach Kiel geschickt und dort im Labor von Agrolab auf Rückstände und Belastungen hin untersucht. Bis zur nächsten Verbandsversammlung Ende Dezember hofft Ehlers, dass aussagekräftige Ergebnisse vorliegen.

Fallen sie positiv aus, könnte beschlossen werden, noch zusätzliche der zehn bis 15 Meter tiefen Brunnen zu prüfen. Ehlers: „Mit diesem Notbehelf könnten wir rund zehn Prozent der Top-Werte schaffen.“ Prange: „Denn die Touristen fahren nach Hause, wenn sie kein Wasser haben.“

Die Insel wird ansonsten durch drei Leitungen vom Festland versorgt: Zwei verlaufen auf dem Grund des Sund, eine dritte nutzt die Sundbrücke. Nur für die Wassergemeinschaft Wulfen und den Campingplatz Wulfener Hals gibt es genehmigte eigene Lösungen der Wasserversorgung.

Von Gerd-J. Schwennsen

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