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Neue Eventfläche: Chance für Insel-Campingplätze?

Wallnau a. F Neue Eventfläche: Chance für Insel-Campingplätze?

Spielwiese am Burger Südstrand droht 2018 wegzufallen – Tourismusdirektor Oliver Behncke favorisiert Fläche bei Gold.

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Im Gespräch: Tourismusdirektor Oliver Behncke (l.) und Jens-Peter Bumann vom „Camping Paradies“.

Quelle: Foto: Gjs

Wallnau a. F. Die Insel ist im Eventfieber. Über Himmelfahrt gab es beim Surf-Festival mit 33 000 Besuchern einen neuen Rekord. Das Camp für das Bulli-Festival zur Mittsommernacht war nach sieben Stunden ausverkauft. Und der „Kitesurf World Cup“ im August ist ohnehin eine Klasse für sich. Doch beim Tourismus-Service Fehmarn (TSF) beginnt jetzt das große Zittern: Denn niemand weiß, ob die Eventfläche in Burgtiefe 2018 noch zur Verfügung steht.

Camping-Paradies Fehmarn

16 Plätze gehören zum „Camping Paradies Ostseeinsel Fehmarn“ (über 6600 Stellplätze). 2017 könnte, so Vorsitzender Jens-Peter Bumann, 2016 sogar toppen.

Große Veranstaltungen gibt es auf vielen Plätzen bereits: zum Beispiel Surf-Events und Live-Konzerte am Wulfener Hals oder den Fehmarn-Marathon in Wallnau.

„Sie gehört uns nicht, wir haben nur ein Nutzungsrecht, bis dort das Hotelprojekt der holländischen Investoren startet“, sagt Tourismusdirektor Oliver Behncke. Er war am Mittwoch gefragter Gast beim Verein „Camping Paradies Ostseeinsel Fehmarn“. Mit 16 Plätzen und weit über eine Million Übernachtungen hat er als sehr starker Partner großes Gewicht in der tourismuspolitischen Diskussion. Einige Betreiber brachten ihre Plätze jetzt als mögliche Event-Ausweichfläche ins Spiel.

Der TSF dagegen favorisiert, wie in den LN ausführlich berichtet, eine wassernahe Fläche bei Gold. Ihre größten Pluspunkte: Sie ist mit etwa acht Hektar sogar doppelt so groß wie die Spielwiese in Burgtiefe und wird bei Surfern wie Kitern hoch geschätzt. Behncke: „Die Orther Reede zählt neben einer Fläche bei Mauritius zu den weltbesten Spots.“

Die Probleme sind ebenso offenkundig: Es gibt Naturschutzkonflikte, die erst einmal mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein mühsam ausgeräumt werden müssen. Es fehlt zudem fast jegliche Infrastruktur. Und: Besucher könnten das Surfareal zwar schon von der Sundbrücke aus sehen. Doch die Zuwegung nach Gold führt nur über enge Landstraßen. Ebenfalls wichtig: Ein starkes Tagespublikum mit „Blickkontakten“ wie in Burgtiefe, für die Sponsoren der Mega-Events ein unverzichtbarer Gradmesser für den PR-Erfolg, dürfte hier weitgehend ausbleiben.

Doch bei den erfolgsverwöhnten Campingwirten wächst die Skepsis. „Kann man das nicht auch auf den Campingplätzen machen? Muss der TSF viel Geld für eine Eventfläche investieren, die es noch gar nicht gibt?“, griff Vorsitzender Jens-Peter Bumann das Stimmungsbild auf.

Es gibt noch weitere Kritikpunkte. Erstens: Das Kitesurf-Event in der Hauptsaison falle in eine Zeit, in der die Insel ohnehin rappelvoll sei. Behncke konterte: Die Veranstalter würden eine Verlegung in die Nebensaison nicht mitmachen. Sie passe weder in den internationalen Terminkalender noch den eigenen Sponsoren.

Zweitens: Einige Campingwirte werten das Camp in Burgtiefe beim Bulli-Festival als zusätzliche 17. Konkurrenz. Aus ihren Reihen kam daher der Vorstoß, diese Treffen entlang der Inselküste rotieren zu lassen und möglicherweise auf mehrere Plätze zu verteilen. Ein Vorstoß, den Behncke als „eher suboptimal“ wertete: Denn der Charme des Bulli-Festivals bestehe doch darin, dass die Fan-Gemeinde sich zur Mittsommernacht an einem gemeinsamen Treffpunkt begegne.

Grundsätzlich befürworte er eine Alternativfläche für alle Top-Veranstaltungen – auch für neue Events oder ein Remake des Hendrix-Festivals. Allerdings seien nur die Kite- und Surfevents an einen wassernahen Spot gebunden. Behncke: „Ein Musikfestival könnte auch in Presen stattfinden, dort sogar ohne Naturschutz-Konflikte.“

In der lebhaften Debatte dämpfte er zudem den Optimismus der Campingplatzbetreiber: „Fürs Kite-Event sind wir vom TSF 21 Tage voll in Aktion. Welcher Campinglatz kann Platz für 25 000 Besucher am Tag bieten? Für viele Event-Besucher ist die Schranke zudem auch eine Schwelle.“

Gerd-J. Schwennsen

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