Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Neue Gewerbegebiete für Skandinavien-Kunden?
Lokales Ostholstein Neue Gewerbegebiete für Skandinavien-Kunden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:17 11.09.2013
Florierender Grenzhandel: Das „Portcenter“ in Puttgarden boomt. Doch zieht die Reederei Scandlines mit ihrem Einkaufsparadies um, wenn nach Eröffnung des Belttunnels eine direkte Autobahn-Anbindung fehlt? Quelle: Foto: Schwennsen

Kommt der große Boom aus Skandinavien? Oder wird Fehmarn künftig der befürchtete „Brenner des Nordens“, an dem alle vorbeirauschen? Genaue Prognosen gibt es nicht.

Immerhin: Ein großes „Skandinavien-Center“ auf der Insel ist keine bloße Utopie mehr. Aber es gibt auch Planspiele bei Scandlines, das schwimmende Einkaufsparadies „Portcenter“ mit 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche an Land zu verlagern, sollte der Belttunnel gebaut werden und der Fährhafen ohne Autobahn-Anschluss dastehen.

„Noch ist die Verlagerung des Portcenter zur neuen Anschluss-Stelle Todendorf nur eine mögliche Option“, bekräftigt Burkhard Naß, Fachbereichsleiter Bauen und Häfen. Und die Reederei geht ohnehin in die Offensive — mit dem erklärten Ziel, die feste Beltquerung möglichst zu verhindern. In jedem Fall sollen die Fähren nach 2021 auf der Vogelfluglinie weiterfahren.

Die Stadt Fehmarn rüstet sich jedoch für die Zeit vor und nach Eröffnung des geplanten Belttunnels. Lisa Rehnen (Fachbereich Bauen) hat ein knapp 20-seitiges Konzept für die Entwicklung von Gewerbeflächen auf der Insel erarbeitet. Dienstagabend wurde hierüber lebhaft im Bau- und Umweltausschuss diskutiert .

Denn es ist ein Spiel mit vielen Unbekannten. Klar ist nur: Drei Gewerbe-Schwerpunkte kommen überhaupt infrage. Erstens: eine Erweiterung der Flächen am Burger Ortsrand nahe der E 47. Zweitens:

die größtenteils brachliegenden Flächen des Fährbahnhofes Puttgarden. Sowie drittens: ein Areal an der künftigen neuen Anschlussstelle bei Todendorf.

Allein für Burg mit bislang 30 Hektar Gewerbeflächen reifen Überlegungen, weitere 20 Hektar vorzuhalten. In Puttgarden sind der Stadt dagegen die Hände gebunden. Die Bahn müsste die ungenutzten Güterverkehr-Gleise erst entwidmen und danach verkaufen. Laut Naß hat sie jedoch erklärt, dass die Bahn „frühestens“ mit Inbetriebnahme des Tunnels über die rund 23 Hektar großen Flächen entscheide — und bis dahin selbst die Wertschöpfung betreibe.

Noch allerdings ist der große Run bei der Stadt Fehmarn nicht zu spüren. Mit einer Ausnahme: Für den Grenzhandel bestätigte Naß aktuelle Nachfragen. Denkbar wäre sogar ein „Skandinavien-Center“ oder zumindest ein „Voll-Discounter“ speziell für dänische wie schwedische Kunden. Es könnte durchaus im Landkirchener Weg in Burg entstehen. Rehnen: „Wichtig wäre dann aber ein architektonisch ansprechendes Gebäude, ein Hingucker am Ortseingang. Und dass keine Konkurrenz zur Innenstadt entsteht.“

Mehrere Ausschuss-Mitglieder kritisierten allerdings, dass in der Innenstadt ohnehin keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr bestünden, nur noch ein Kaufmann geblieben und die erste Apotheke bereits im Außenbereich entstanden sei. Ausschuss-Vorsitzender Gunnar Mehnert (SPD) machte dafür die „immens hohen Mieten“ in der Innenstadt mitverantwortlich. Trotz alledem: Naß warnte vor einer Abkehr von der bisherigen Regelung, klassische Innenstadt-Sortimente in Gewerbegebieten zuzulassen: „Unsere Innenstadt funktioniert bislang gut. Wir haben kaum Leerstände.“

„Noch ist die Verlagerung

des Portcenter zur neuen Anschluss-Stelle Todendorf nur eine mögliche Option, falls der Belttunnel kommt.“
Burkhard Naß, Stadt Fehmarn

Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Volker Owerien und Jochen Heumos kommen nach Klingberg.

11.09.2013

In der Gemeindevertretersitzung ging der Hutzfelder Schulleiter Albrecht Dudy ausführlich auf die Malenter Befürchtungen ein.

11.09.2013

Anwohnerin in der Wiesenstraße beschwert sich über die Pläne der Stadt.

11.09.2013
Anzeige