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Ostholstein Neue Hospiz-Pläne für Ostholstein
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18:28 13.03.2019
Beistand am Lebensende: In einem Hospiz werden Menschen beim Sterben begleitet. Quelle: Norbert Försterling/DPA
Oldenburg/Neustadt

Ostholstein soll ein Hospiz bekommen. Nach einer Idee aus Neustadt hat sich nun auch im Raum Oldenburg eine entsprechende Initiative gegründet. Besonders im Nordkreis werde eine Einrichtung gebraucht, die Menschen „ein würdiges Lebensende“ ermögliche, sagt Beate Rinck, die das hiesige Projekt angeschoben hat. Unterstützt wird sie von der Aktivregion Wagrien-Fehmarn.

„Jeder Mensch hat das Recht auf eine gute Versorgung am Lebensende“, sagt Rinck. Die Heringsdorferin befasst sich seit Langem mit der Begleitung von Sterbenden, hat sich als Pflegedienstleiterin und Ethikberaterin an Krankenhäusern mit den Angeboten im Gesundheitswesen auseinandergesetzt. In Ostholstein gibt es aktuell nur im Sankt-Elisabeth-Krankenhaus in Eutin und im Helios-Agnes-Karll-Krankenhaus in Bad Schwartau Palliativstationen. Die nächsten Hospize befinden sich in Lübeck und Kiel. „In Wagrien haben wir in dieser Hinsicht einen weißen Fleck“, sagt Rinck. Die Entfernung sei ein Problem – nicht zuletzt für Angehörige, die die Sterbenden besuchen möchten.

Beate Rinck setzt sich für ein Hospiz im Norden Ostholsteins ein. Quelle: BINDER

Weitere Initiative plant Hospizprojekt in Neustadt

Ähnlich hatte auch Sascha Herz argumentiert, als er vor einigen Jahren ein Hospizprojekt in Neustadt angeschoben hat (die LN berichteten). Er und seine Mitstreiter hielten nach wie vor an ihrem Ziel fest, sagt er, allerdings gestalte sich das Vorhaben insbesondere mit Blick auf Behördengänge recht schwerfällig. Aus der Bevölkerung „bekommen wir aber überall positives Feedback“, betont Herz, „wir bleiben auf jeden Fall dran“. Er hofft, dass bis zum Sommer eine Stiftung für die Projektfinanzierung gegründet werden kann. Auch die Suche nach einem passenden Standort laufe.

Die Initiative im Norden sieht Sascha Herz in erster Linie als möglichen Kooperationspartner. Er wolle gern Kontakt mit den hiesigen Organisatoren aufnehmen, kündigt er an. Von „Konkurrenz“ wolle er im Zusammenhang mit Hospizen nicht sprechen, betont der Neustädter. Vielmehr hoffe er, dass sich die jeweiligen Arbeitskreise gegenseitig unterstützen könnten. Der Bedarf sei ohnehin höher als die zwölf Plätze, die für die Neustädter Einrichtung geplant seien.

Knapp 30 Menschen kamen zum ersten Planungs-Treffen

Für das Projekt in der Region Wagrien stellt sich Beate Rinck eine ähnliche Größenordnung vor: Acht bis zwölf Hospizplätze sollen hier entstehen. Auch sie betont, dass mit einer solchen Einrichtung kein Geld verdient werden solle. Es sei sogar im Palliativgesetz geregelt, dass ein Hospiz sich zu einem gewissen Anteil über Spenden finanzieren müsse. Insofern seien zwei der nächsten Schritte, einen Förderverein zu gründen und Sponsoren zu akquirieren. Für den späteren Betrieb würden neben Fachkräften zudem auch Ehrenamtler gebraucht, die sich in den verschiedensten Bereichen engagieren könnten – von der Gartenarbeit bis zum Kuchen verteilen.

Um die Planung weiter voranzutreiben, sind für die kommenden Wochen weitere Treffen von Arbeitsgruppen zu diversen Themen angesetzt (siehe unten). Beate Rinck hofft, dadurch noch mehr Unterstützer gewinnen zu können. Über die bisherige Resonanz freue sie sich sehr: Schon zu einem ersten Treffen seien auf Anhieb knapp 30 Menschen gekommen, um sich über das Projekt zu informieren, und mit der Aktivregion habe sie „einen ganz wunderbaren Partner an meiner Seite“.

Die nächsten Treffen der Arbeitsgruppen

Der nächste Termin ist am 3. April ein Treffen der AG Öffentlichkeitsarbeit. Am 24. April steht das Ehrenamt im Mittelpunkt: Hier werden Freiwillige gesucht, die sich in den verschiedenen Bereichen des geplanten Hospizes engagieren. Am 8. Mai kommt die AG Politik zusammen und für den 16. Mai ist eine abschließende Projektpräsentation geplant. Alle Treffen beginnen um 18 Uhr im Konferenzraum der Egoh in Oldenburg (Neustädter Straße). Interessierte sind bei allen Terminen willkommen.

Ein Hospiz für den Norden Ostholsteins „würde die Situation für schwerkranke Menschen und ihre Familien enorm verbessern“, sagt Beate Rinck. In Krankenhäusern sei die Versorgung von Sterbenden, wie sie in speziellen Einrichtungen geleistet werde, schon mit Blick auf die personellen Rahmenbedingungen kaum möglich. In einem Hospiz gehe es vor allem darum, den Bewohnern ihre letzten Tage so angenehm wie möglich zu machen. Das Ambiente lasse sich eher mit einem Hotel vergleichen als mit einer Klinik, erklärt Rinck. Um ihr Anliegen auf den Punkt zu bringen, zitiert sie die Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Jennifer Binder

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