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Ostholstein Neue Impulse im Kommunalhafen Burgstaaken?
Lokales Ostholstein Neue Impulse im Kommunalhafen Burgstaaken?
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09:56 08.12.2015
Im Winter verwaist, dazu vollgestellt und rumpelig: Der Charme der 70er-Jahre prägt die Ostseite im Kommunalhafen Burgstaaken. Quelle: Fotos: Schwennsen
Burgstaaken a. F

Heiligenhafen hat es den Insulanern erst vor wenigen Tagen mit neuen Projekten vorgemacht. Jetzt hofft auch Fehmarn auf eine Förderung aus dem Europäischen Meeres- und Fischerfonds (EMFF). Das Projekt bewegt sich in einer Größenordnung von rund 1,2 Millionen Euro. Aufgewertet werden soll dadurch die Ostseite des Kommunalhafens Burgstaaken — dort, wo noch vieles an die längst vergangene Duty-Free-Ära erinnert.

„Vom 70er-Jahre-Stil“ sprach im Stadtwerke- und Hafenausschuss deshalb Bauamtsleiter Marcel Quattek. Ausschussvorsitzender und Fischer Gunnar Gert-Hansen (SPD) wurde noch deutlicher: „Das sind alles marode Strukturen aus alten Seetouristik-Zeiten.“

Dabei hat Burgstaaken auf dem Weg zum „Edutainment“-Hafen seit Jahren kräftige Impulse erfahren. „Fischer erleben“ lautet eine der Attraktionen, dazu kommen U-Boot- und Seenotrettungsmuseum oder das Silo-Climbing. Nur dort, wo die heimischen Kutter frischen Fisch anlanden, ist die Zeit weitgehend stehengeblieben. Zum Beispiel gestern Vormittag: Ein herrlicher sonnenreicher Dezembertag, doch der Hafen ist verwaist. Kisten stehen überall herum, die Fischernetze liegen ausgebreitet auf den Wegen. Aber kein Fischer ist in Sicht, auch der Obststand ist abgeräumt. Eine Urlauberfamilie fährt enttäuscht wieder weg.

Genau hier soll — geht es nach den Wünschen der Kommunalpolitiker, aber auch der Fischer und des örtlichen Gewerbevereines — einiges passieren. Attraktive Sitzmöglichkeiten sollen geschaffen werden, damit die Feriengäste sommertags den Fischern bei der Arbeit über die Schulter schauen können. Einheitliche Fischerhütten sind geplant, die sich auch für Veranstaltungen eignen. Ein großer Nachholbedarf besteht bei den Sanitäranlagen. Aber auch für den Direktverkauf wird — um schon mal hygienische Vorschriften zu erfüllen — fließendes Wasser benötigt.

„Total abgängig“ ist zudem die hölzerne Brücke, an der vor wenigen Jahren noch das Segelschiff „Onkel Charly“ ablegte, unterstrich Hafenmeister Peter Ollhoff. Aber auch die sonstige Infrastruktur ist stark sanierungsbedürftig und derzeit wenig attraktiv.

Die Wunschliste ist lang — und die Verlockung, dass Maßnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro zwischen 50 und 80 Prozent bezuschusst werden könnten, groß. „Es muss nur nach Fisch riechen“, erinnerte Gerth-Hansen an die Voraussetzungen, die Fehmarn für die Pläne erfüllen muss.

Die Insel hat mit Fischerei-Fördertöpfen gute Erfahrungen gesammelt. Erst im Sommer wurde für 2,3 Millionen Euro, darunter ein Landes-Zuschuss von 974000 Euro, die Sanierung und Umbau der Westmole mitsamt Vorplatz abgeschlossen und von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) in Augenschein genommen.

Jetzt soll der nächste Schritt gegangen werden. Dafür muss die Stadt Fehmarn im Haushalt für 2016 Mittel in Höhe von 50000 Euro für die Planung sicherstellen. Denn mit einer Fördermittelzusage ist nicht vor 2017 zu rechnen.

Ob die Stadt Fehmarn den Eigenanteil stemmen kann? Im Ausschuss wurde nur kurz darüber diskutiert. Gerth-Hansen: „Wir hinken Heiligenhafen hinterher.“

EMFF—Fonds
Der EMFF-Förderzeitraum reicht von 2016 bis 2023. Die Gesamtmittel des Europäischen Meeres- und Fischereifonds betragen derzeit rund 24 Millionen Euro. Die Förderquote liegt zwischen 50 und 80 Prozent.



Der Projekttitel der Stadt Fehmarn lautet: „Verbesserung der Bedingungen zur Direktvermarktung von Fischereierzeugnissen im Kommunalhafen Burgstaaken mit gleichzeitiger Aufwertung und Ausbau der touristischen Infrastruktur.“ Kosten der Maßnahme: rund 1,2 Millionen Euro.

Gerd-J. Schwennsen

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