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Ostholstein Neue Palliativstation für Eutiner Klinik
Lokales Ostholstein Neue Palliativstation für Eutiner Klinik
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22:06 15.03.2018
Kerstin Ganskopf und der Leitende Oberarzt der Palliativstation, Dr. Stephan Flader, stehen am Bauplatz der neuen Station. Quelle: Foto: Peyronnet

6,3 Millionen Euro hat das Kieler Gesundheitsministerium für das neue Gebäude zugesagt (die LN berichteten). Als Vollfinanzierung, die Klinik selbst muss kein Geld dazugeben. Wie wichtig das neue Gebäude mit 20 Palliativbetten ist, erläutert Kerstin Ganskopf, die Geschäftsführerin des Sankt-Elisabeth-Krankenhauses. „Die Zahl der Patienten ist stetig gestiegen, weil es dieses Angebot gibt.

Unser Einzugsbereich ist der gesamte Kreis Ostholstein bis Fehmarn.“ Das Besondere an der Palliativstation, der Abteilung für jetzt zwölf todkranke, nicht mehr therapierbare Patienten: „Es wird nicht vorrangig gestorben auf der Station.“

Besonderes Angebot in der Region

Es sei die besondere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung, die nicht nur den Kranken nütze, sondern auch das Kieler Gesundheitsministerium davon überzeugt habe, dieses besondere Angebot mit Millionen zu unterstützen, sagt Ganskopf. Im Notfall werden die über die „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) der Diakonie betreuten todkranken Patienten kurzfristig, vielleicht nur für ein, zwei Tage stationär aufgenommen und wieder so weit fit gemacht, dass sie nach Hause zurückkehren können. Eine Besonderheit in der Region, sagt die Geschäftsführerin. Die Ärzte der Station arbeiten auch in der ambulanten Versorgung. Mit ihrer Hilfe kann die Mehrzahl der Patienten ihre letzten Tage zu Hause verbringen. Wenn es ihnen akut schlechter geht, werden sie Tag und Nacht versorgt und können sofort im Krankenhaus aufgenommen werden.

Aus zwölf Betten sollen 20 werden

Dank der Verzahnung von ambulant und stationär ist die sogenannte Verweildauer der Patienten im Sankt-Elisabeth-Krankenhaus gesunken. Die absolute Zahl der Kranken ist jedoch gestiegen. So sehr, dass mitunter Patienten in Akutsituationen wie Luftnot oder bei starken Schmerzen abgewiesen und in andere Krankenhäuser gebracht werden müssen.

„Das ist Stress und nicht gewollt“, sagt Ganskopf. Im Sankt- Elisabeth-Krankenhaus wüssten die Ärzte, was man nicht mehr machen müsse. In anderen Kliniken werde die ganze Patientengeschichte wieder neu aufgerollt. Auch das sei ein Grund, warum das Land die Vernetzung fördere.

Um keine Patienten mehr abweisen zu müssen, muss die Palliativstation, die einst aus einer für Innere Medizin hervorgegangen ist, vergrößert werden. Aus jetzt zwölf Betten sollen 20 werden. Der Bauplatz ist da, hinter der Klinik, am Fußweg mit dem schönen Namen Himmelsleiter. Die Zimmer, fast alles Einzelzimmer, werden etwas größer als die jetzigen sein und behindertengerecht. Wie schon jetzt gibt es Gästeappartements für Angehörige und vielfältige therapeutische Angebote bis hin zum Besuch der Klinikclowns.

Überlegungen für die neue

Station gibt es seit drei Jahren

Die Pläne für den Neubau sind fertig. Die Finanzierung hat das Kieler Sozialministerium zugesagt. Immerhin laufen die Überlegungen für ein neues Palliativgebäude am Sankt-Elisabeth-Krankenhaus bereits seit drei Jahren. Vor dem Baubeginn muss noch ein altes Versorgungsgebäude abgerissen werden. Ganskopf rechnet damit, dass die neue Station 2020 bezugsfertig ist. Damit noch mehr Todkranke mit dem guten Gefühl, jederzeit Hilfe zu bekommen, ihre letzten Tage zu Hause verbringen können.

Voll belegt

110 Betten stehen den Patienten im Sankt-Elisabeth-Krankenhaus, Plöner Straße 42, in Eutin zur Verfügung. Hinzu kommen zwölf in der teilstationären Tagesklinik der Geriatrie (Altersmedizin).

Knapp 400 Patienten werden pro Jahr auf der bestehenden Palliativstation versorgt. Ausgelegt ist die Station jedoch auf nur 300 Patienten im Jahr. Ihre Kapazität ist also restlos erschöpft.

Das Palliativteam setzt sich aus Pflegekräften (Palliative-care-Ausbildung), Palliativmedizinern, Seelsorgern, Physio-/Ergotherapeuten, Sozialpädagogen und Psychologen zusammen.

Susanne Peyronnet

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