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Ostholstein Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose
Lokales Ostholstein Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose
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20:29 20.04.2016
Zuversichtlich: Karsten Marzian (v. l., Jobcenter), Manfred Wohnrade (HVB), der neue Bauhof-Mitarbeiter und Michael Müller (Jobcenter).

Die Bundesrepublik bekämpft die Langzeitarbeitslosigkeit. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales setzt einen neuen Schwerpunkt, bundesweit sollen 33000 Förderfälle mit 885 Millionen Euro bis 2020 gefördert und auf dem ersten Arbeitsmarkt etabliert werden. Im Kreis Ostholstein befinden sich 2,8 Millionen Euro für 88 Langzeitarbeitslose im Fördertopf.

„Wir konnten bisher 35 Männern und Frauen bereits helfen. Wir haben also noch für 53 weitere Arbeitssuchende Mittel“, erläutert Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenter Ostholstein. Er war zusammen mit Projektleiter Michael Müller nach Heiligenhafen gekommen, um bei den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben (HVB) exemplarisch eine Erfolgsgeschichte für gelungene Integration auf dem Arbeitsmarkt zu skizzieren.

Dort wird ein Mann aus Kasachstan, der zuvor jahrelang ohne Erfolg nach einer Beschäftigung gesucht hatte, seit Januar beim Bauhof beschäftigt. Ausgestattet mit einer vollen Stelle und auf 24 Monate festgezurrt. HVB-Geschäftsführer Manfred Wohnrade erklärte: „Wir profitieren in Heiligenhafen vom touristischen Boom. Der angestrebte Ganzjahrestourismus erlaubt es uns, mehr Arbeitskräfte einzustellen und auch von Saisonkräften auf Vollzeitarbeitskräfte umzusatteln.“

In den vergangenen drei Jahren wurden vier Stellen von Saison- in Vollzeit umgewandelt. „Die Übernachtungszahlen belegen den Trend“, sagt Wohnrade, „in den ersten drei Monaten haben wir die Vorjahreszahlen mehr als verdoppelt.“ Die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, die seit 2002 besteht, haben zum Ergebnis stets eine „Win- Win-Situation“ ergeben. Für Mitarbeiter und Arbeitgeber.

Laut Marzian hinge der Erfolg des Förderprogrammes zur Integration von Langzeitarbeitslosen von der Bereitschaft der Betriebe ab, hierfür offen zu sein. Die HVB seien ein positives Beispiel von vielen.

Marzian sagt grundsätzlich: „Die Arbeitslosigkeit geht im Vergleich zum Vorjahr in Ostholstein um vier Prozent zurück.“ Leicht rückläufig sei auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Erste Erfolge stellen sich ein. Noch können sich Menschen bewerben. Ein Großteil der Fördergelder werde hierbei für Lohnkostenzuschüsse benötigt. Auch würden mit den Mitteln Coaches bezahlt, die die Integration auf dem Arbeitsmarkt unterstützen. Arbeitssuchende müssen dafür als Kriterien mindestens 25 Jahre alt und seit zwei Jahren arbeitslos sein. Für den neuen Bauhofmitarbeiter, der in Oldenburg lebt, war der Schritt zu den HVB eine Chance, die er nicht ablehnen konnte. „Ich habe ohne zu zögern zugesagt“, erklärte der 42-Jährige.

Boom-Stadt Heiligenhafen dürfte auf dem ostholsteinischen Arbeitsmarkt künftig eine gewichtige Rolle spielen. Allein Hotelbetreiber Jens Sroka braucht ab Sommer bis zu 100 neue Mitarbeiter.

Von Peter Mantik

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