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Ostholstein Neues Pflaster für Marienkirche
Lokales Ostholstein Neues Pflaster für Marienkirche
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10:40 02.11.2018
An der Marienkirche in Ahrensbök wurde neues Pflaster verlegt. Kirchengemeinratsmitglied Volker Schmechel und Küster und Friedhofswart Diether Kibbel (v. l.) freuen sich über den neuen Belag. Quelle: Peyronnet
Ahrensbök

Das Band aus roten Ziegeln schwingt sich im sanften Bogen in Richtung Kirche. Es ist eingebettet in bräunliche Ziegel, die wiederum eingerahmt sind von hellgrauen Steinen. Optisch wird der Fußgänger, der vom Parkplatz oder aus dem Ortszentrum von Ahrensbök kommt, in Richtung St. Marien gezogen. Vor allem aber bleiben die Schuhe sauber.

Das war vor gar nicht langer Zeit ganz anders. Da wand sich ein sehr schmaler, gerade mal einen Meter breiter gepflasterter Streifen neben einem breiten Schotterweg bis zum Seiteneingang und setzte sich noch etwas schmaler zum Hauptportal fort, berichtet Volker Schmechel, Kirchengemeinderatsmitglied und Vorsitzender des Bauausschusses. „Für mich ist das leichter jetzt, ich muss nicht mehr so viel putzen“, sagt Küster und Friedhofswart Diether Kibbel. Vor allem bei Hochzeiten und Konfirmationen sei es doch wesentlich angenehmer für die Kirchgänger, wenn sie auf dem Weg zur Kirche nicht mehr um ihre feinen Schuhe fürchten müssen.

Barrierefreier Zugang

Die neuen Wege haben aber noch einen anderen wichtigen Aspekt: Sie machen den Zugang zur Kirche barrierefrei. Nicht nur, dass Rollstuhlfahrer die Eingänge besser erreichen können, im Zuge der Arbeiten wurden auch die Stufen an den Kirchentüren beseitigt. Rollstuhlfahrer können jetzt problemlos bis vor den Altar gelangen, erläutert Schmechel.

Das neue Pflaster hat für ihn noch einen weiteren positiven Effekt. Zuvor gab es große Probleme mit dem Regenwasser. Bei heftigen Regenfällen schoss es über die Abläufe unter den Regenrinnen hinaus und spülte über die abschüssigen Friedhofswege. Zwar wurde an den Abläufen nichts geändert, aber am Rande der Pflasterung eine zweite Rinne mit Abläufen geschaffen. Sie verhindert, dass starker Regen den Friedhof flutet. Und weil es wegen der Pflasterarbeiten sowieso frei lag, wurde unterhalb des Turms auch gleich das Sockelfundament aus Feldsteinen saniert.

Uraltes Bauwerk

Um 1382 wurden der älteste Teile der Ahrensböker Marienkirche erbaut. Er ersetzte eine Wallfahrtskapelle, die sich dort vor dem Jahr 1300 befand. Dieser älteste Teil des Kirchenschiffes grenzt an den Turm. Um 1400 wurde der Chor mit der Gewölbedecke hinzugefügt. Der heutige Turm entstand erst 1760, nachdem der alte, schwer beschädigte, 1746 abgetragen worden war.

Ursprünglich war die Marienkirche Teil eine Kartäuserklosters, das 1397 gegründet worden war. Nach der Reformation wurde das Kloster 1564 aufgelöst, die Klostergebäude abgerissen. Übrig blieb lediglich die Kirche.

160 000 Euro hat die Kirchengemeinde inklusive Sockelsanierung für die 400 Quadratmeter Ziegelpflaster ausgegeben. Fast ein Drittel davon kam als Zuschuss vom Kirchenkreis. Ein abgeschlossenes Projekt wie die neue Gestaltung des Weges heißt aber nicht, dass die Kirchengemeinde kein Geld mehr sammeln muss. „Spenden sind immer erwünscht“, sagt Schmechel. Denn das nächste große Projekt steht bereits an.

Ein neuer Weg zur Kirche

Projekt Glocken-Erneuerung

Die Glocken in St. Marien müssen erneuert werden. Es sind 100 Jahre alte Eisenglocken, deren Lebenserwartung längst abgelaufen ist. „Es besteht die Gefahr, dass sie zerplatzen und abstürzen“, schildert Schmechel die Situation. Zur Sicherung wurde bereits ein Podest unter dem Glockenstuhl eingezogen, damit die Glocken im Fall des Falles nicht bis ganz nach unten durchschlagen. Hinzu kommt noch, dass die alten Eisenglocken längst nicht mehr sauber klingen.

Die alten Eisenglocken sind an die 100 Jahre alt und haben ihre Lebenserwartung längst erreicht. Quelle: Latzel

Drei neue Glocken, aus Bronze gegossen, kosten 75 000 Euro. 30 000 Euro an Spenden wurden bereits eingeworben, 40 000 Euro kommen aus Kirchensteuermitteln. Der Auftrag ist erteilt. Federführend ist die Firma Otto-Buer GmbH & Co. KG, Glocken- und Uhrentechnik in Neustadt. Gegossen werden die Glocken in einer Gießerei in Holland. Der Kirchengemeinderat plant eine Reise dorthin.

Bevor das neue Geläut im Turm von St. Marien seinen Platz findet, wird noch einige Zeit ins Land gehen. So lange rufen noch die Eisenglocken zum Gottesdienst. Einen Ruf, dem die Kirchenbesucher dank des neuen Pflasters jetzt auf einem sauberen und ebenen Weg folgen können.

Susanne Peyronnet

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