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Ostholstein Neue Pläne für das Gästezentrum
Lokales Ostholstein Neue Pläne für das Gästezentrum
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16:43 11.09.2018
Das Gästezentrum des Ostseebades Kellenhusen. Quelle: Gäbler
Kellenhusen

Volles Haus im Versammlungssaal der Kirche, wo die Gemeindevertreter das Thema „Gästezentrum“ zum wiederholten Mal auf der Tagesordnung stehen hatten. Kaum ein anderes Thema bewegt die Kellenhusener Bürger so sehr wie dieses Großprojekt. Kein Wunder also, dass auch am Montagabend alle Plätze besetzt waren und immer wieder Stühle platziert werden mussten. Der ursprüngliche Plan war, dass ein modernes Gästezentrum mit Bewegungs-, Entspannungs- und Erlebnisangeboten das alte Kurzentrum an der Promenade ersetzen sollte. Die beauftragte Unternehmensberaterin Kim Adam aus Hamburg empfahl in ihrer Studie den Bau (die LN berichteten). Die Kosten schreckten im Februar 2018 jedoch alle auf: 15 bis 16 Millionen Euro würde der komplette Neubau kosten.

Zeit drängt für Förderantrag

Viel Geld für ein kleines Ostseebad. Fünf Millionen Euro müsste der Ort tragen, den Rest würde das Land über Fördermittel zahlen. Doch das Projekt war gekoppelt an die Erschließung der „Nordkoppel“, wo ein Hotel samt Ferienhäusern entstehen sollte. Nachdem aber die Nordkoppel-Verhandlungen in diesem Sommer für gescheitert erklärt wurden, musste jetzt komplett neu überlegt werden.

Quo vadis: Abriss und dann Neubau oder Umbau?

Tourismuschef Thorsten Brandt drängte abermals auf eine zügige EU-weite Ausschreibung der Gästezentrum-Pläne. Er plädierte dafür, das Schwimmbad in der Ausschreibung zu belassen, von den Architekten aber gesondert berechnen zu lassen. Brandt: „Aber wir müssen jetzt vorankommen!“

Zwölf-Punkte-Plan erarbeitet

Mit einem Zwölf-Punkte-Plan, den die FWK und die SPD gemeinsam erarbeitet hatten und als Antrag einbrachten, soll es jetzt weitergehen. Gabriele Bossmann (FWK) stellte ihn vor. Die beiden zentralen Aussagen sind erstens: Die Gemeindevertretung bekräftigt ihre Absicht, das bisherige Gästezentrum durch einen Neubau zu ersetzen. Und zweitens: Die Planungs- und Baukostensumme wird auf 7,5 Millionen Euro festgesetzt. Bossmann nachdrücklich: „Lasst uns jetzt Pflöcke einschlagen, sonst geht es überhaupt nicht voran.“ Durch eine Auslagerung des Tourismus-Service in die Waldstraße reduziere sich bereits der Raumbedarf, durch die Streichung des Schwimmbades die weiteren Kosten. Die Schwimmbad-Fläche könne ja optional freigehalten werden, sagte Bürgermeisterin Nicole Kohlert (FWK).

Brandt ergänzte: „Teile des bisherigen Gebäudes sind zudem durchaus sanierungsfähig.“ Das sollen auch die Architekten noch einmal prüfen. Die Streichung des Schwimmbades war für die CDU schwere Kost. Stefan Schwardt und Henning Mangels (beide CDU) waren dagegen und betonten, dass man hier nicht über Kosten für einen 1000-Einwohner-Ort spreche, sondern über ein notwendiges Gästeangebot bei 600.000 Übernachtungen.

Punkt für Punkt abgestimmt

Letztlich wurde über alle zwölf Punkte des FWK-/SPD-Antrages einzeln abgestimmt. Er wurde mehrheitlich angenommen. Weitere wesentliche Kernaussagen sind: der Beschluss zum Erwerb der Gewerbeflächen in der Waldstraße für den Touristikbetrieb, neue Standortsuche für den Bauhof, Planung eines Multifunktionssaales für 200 Personen mit Innen- und Außenbühne, Planung eines Foyerbereiches zum Verweilen mit Gastronomie, Prüfung der Notwendigkeit eines Tourist-Points mit dem Kurbetrieb, Planung von Räumen für Gesundheitsangebote, Angebote für Kinderanimation, Verzicht auf das Schwimmbad und die Bildung eines Sonderausschusses „Gästezentrum“, der von der Verwaltung begleitet werden soll.

Die nächste Gemeindevertretersitzung ist am Montag, 1. Oktober, der Tagungsort ist noch unbekannt.

Louis Gäbler

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