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Ostholstein Neue Pläne für alte Klinik: Betreutes Wohnen in Krummsee
Lokales Ostholstein Neue Pläne für alte Klinik: Betreutes Wohnen in Krummsee
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00:00 27.10.2012
Ostholstein

Krummsee – Die Geisterklinik von Malente-Krummsee steht kurz davor, wieder mit Leben erfüllt zu werden: Aus der ehemaligen Klinik Hängebargshorst soll voraussichtlich eine Anlage für betreutes Wohnen werden – mit etwa 150 Appartements unterschiedlicher Größe für Einzelpersonen und Paare. So weit die Pläne des angehenden Investors Holge S-Holstein Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg, die drauf und dran ist, den Klinikkomplex zu kaufen. „Wir wollen dort im Gesundheitswesen weiterarbeiten, aber nicht im operativen Geschäft“, sagt Jens Wollschläger, der Leiter Organisation der Holge S-Holstein. Die Planungen seien längst nicht abgeschlossen, aber vorrangig werde die Idee eines betreuten Wohnens verfolgt. Einschließlich einer engen Zusammenarbeit mit den Kliniken in Malente, zum Zwecke der Versorgung der Mieter. „Wir wollen kein Seniorenheim im herkömmlichen Sinne“, sagt Wollschläger.

Vor allem aber will die Gesellschaft die Klinik kaufen, die noch der Deutschen Rentenversicherung Nord (DRVN) gehört, vormals Landesversicherungsanstalt (LVA). Seit einem Jahr verhandeln DRVN und Holge S-Holstein über den Verkauf der Klinik. „Die Übertragung des Eigentums ist noch nicht ganz abgeschlossen“, sagt DRVN-Sprecher Michael Eßer zum Stand des Verfahrens. Die Holge S-Holstein ist jedenfalls stark an dem Klinikkomplex interessiert, wendet sei Monaten die Möglichkeiten für die gesamte Anlage hin und her. „Es ist für jeden Investor schwer, die richtige Kalkulation zu finden zwischen dem, was er anbieten möchte, und dem, was er anbieten kann“, sagt Wollschläger.

Die Klinik Hängebargshorst ist schon ein besonderes Stück Immobilie. 10 000 Quadratmeter Klinik-Nutzfläche, 178 Betten, 120 Parkplätze, vier Wohnhäuser, zwei Appartementhäuser, eine Villa, eine riesige Parkanlage und ein eigener See, der ein Hektar große Peverlingsee – am Hängebargshorst ist alles ein bisschen üppiger als bei anderen Immobilien. Von 1958 bis 1961 als Tbc-Klinik gebaut und dann aber durch den Rückgang der Krankheit nicht mehr dafür gebraucht, war Hängebargshorst die erste Reha-Klinik der LVA in Schleswig-Holstein für allgemeine Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krankheiten des Verdauungssystems. In den 1990er-Jahren hatte die LVA noch einmal 23 Millionen Mark (11,5 Millionen Euro) in einen neuen Therapie- und Bettentrakt investiert. 2006 wurde die Klinik geschlossen, der Betrieb in die Mühlenbergklinik in Bad Malente-Gremsmühlen verlagert. Seitdem steht die alte Klinik am Hängebargshorst leer. Nur die Polizei übt dort schwierige Einsätze. Beinahe täglich trainieren die Beamten das richtige Verhalten bei Amokläufen und die fachgerechte Observierung. Die Anwesenheit der Polizei schützt die abgelegene Klinik vor Vandalismus und Diebstahl. Abgesehen von viel Kupfer, das bereits aus und von den Gebäuden gestohlen wurde, ist die Klinik von innen und außen noch völlig intakt.

Ein Abriss steht laut Wollschläger nicht zur Debatte. Ganz im Gegenteil: „Das Gebäude hat eine überragende Bausubstanz.“ Die LVA, später DRVN, habe es stets bestens gepflegt. Allerdings muss im Inneren viel geschehen, um das Haus auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen. „Die Zimmer kann man bei den heutigen Anforderungen nicht mehr anbieten, die haben fast Jugendherbergscharakter“, sagt Wollschläger.

Wann es los geht am Hängebargshorst, steht noch in den Sternen. Wollschläger: „Ich möchte am liebsten nach Weihnachten beginnen. Aber bis zum ersten Spatenstich werden noch viele Monate ins Land gehen.“

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