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Ostholstein Neue Protestwelle erfasst Fehmarn
Lokales Ostholstein Neue Protestwelle erfasst Fehmarn
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20:46 02.05.2016
Klaus Langemeier tritt ein für „Windkraft mit Vernunft“. Quelle: Fotos: Gjs

Zweiter Anlauf beim Picknick gegen den Belttunnel: Der warme Maifeiertag lockte am Sonntag deutlich mehr Teilnehmer als bei der kühlen Premiere Anfang April an den Deich nahe der Mole in Puttgarden. Diesmal schwappte sogar eine richtige Protestwelle an den Fehmarnbelt.

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Picknick am Fehmarnbelt: Die Matjes für die Protestler hatte die Fischergenossenschaft gespendet.

„Beltretter“-Bewegung wächst weiter

46 Organisationen, Parteien und Unternehmen haben sich jetzt den „Beltrettern“ angeschlossen. Das Symbol ihres Widerstandes gegen den Belttunnel sind die blauen Kreuze.Neu dabei sind: die Gemeinde Scharbeutz, die Kinderfachklinik von Dr. Peter Liffler in Petersdorf auf Fehmarn und der Ortsverein Ahrensburg von Bündnis 90/Die Grünen.

Denn auch andere Sorgenkinder der Insulaner wurden offensiv angeprangert. Erstmals dabei waren zwei neue Initiativen aus dem Inselwesten: „Windstill“ (Altenteil) und „Windenergie mit Vernunft“

(Westermarkelsdorf). Sie haben sich in den beiden Dörfern formiert, in denen sich viele Einwohner durch die Windpark-Planungen besonders umzingelt wähnen. Utta Mallach (Altenteil): „Wenn die Windmühlen bis 400 Meter an unsere Siedlung heranrücken, müssen wir unsere Häuser verlassen.“

„Es ist schon so viel Schlimmes auf Fehmarn passiert. Und es passiert noch mehr, wenn wir stillhalten“, eröffnete zuvor Christa Woitalla von der IG „Lebenswertes „Fehmarn“ die friedliche Protestveranstaltung. Gemeinsam mit dem BUND Fehmarn war sie erneut Gastgeberin.

Scharf kritisierte sie die vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) genehmigte Schweinemastanlage bei Petersdorf. Zwei ursprünglich geplante neue Güllebehälter sollen jetzt durch zwei 160 Meter lange, 70 Meter breite und 4,40 Meter tiefe Güllelagunen mit je 15 000 Kubikmeter Fassungsvermögen und einer Folienandeckung, die eine Belüftung zulässt, ersetzt werden.

Erst drei Tage zuvor hatte sie sich im Umweltrat Fehmarn die ernüchternde Reaktion von Bürgermeister Jörg Weber (SPD) eingeholt: „Wir sind die falschen Ansprechpartner, wir kriegen auch nur vom LLUR eine Mitteilung.“ Woitalla reagierte in Puttgarden fassungslos: „Wie lange werden da die Vermieter noch stillhalten?“

Gemeinsam protestieren: Daran beteiligten sich auch die Tunnelgegner. Hendrick Kerlen vom Aktionsbündnis: „Wir kämpfen weiter. Es wird interessant, ob in Dänemark bis Mitte Mai die Vertragsverhandlungen mit den Baukonsortien abgeschlossen werden.“ Scandlines-Betriebsrat Bernd Friedrichs mahnte: „Seit 53 Jahren fahren die Fähren unfallfrei, seit 53 Jahren verdienen die Menschen damit ihr Geld. Es kann nicht sein, dass die meisten der 600 Kollegen nach Hause gehen müssen, wenn der Tunnel kommt.“ Mit Unverständnis reagierte Woitalla auf die neuesten Belt-Pläne im Umweltministerium: „Wenn dort ein Tunnel genehmigt wird, kann man die Angler weiter angeln und die Fischer weiter fischen lassen.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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