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Neue Runde im Kampf um das „Haus des Gastes“ in Eutin

Eutin Neue Runde im Kampf um das „Haus des Gastes“ in Eutin

Die Eutiner Stadtverwaltung arbeitet mit unlauteren Tricks. Die Bürgerinitiative für Erhalt und Sanierung des Gebäudes ist davon überzeugt. Sie wirft der Stadt vor, das am 11. Juli offiziell angekündigte Bürgerbegehren torpedieren zu wollen.

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Sie kämpfen für den Erhalt vom „Haus des Gastes“: Malte Tech (v. l.), Gerd Heiligenstühler, Sigrid Jürß, Heinz Lange und Ingrid Tech.

Quelle: pet

Eutin. Arbeitet die Eutiner Stadtverwaltung mit unlauteren Tricks, um den Abriss vom „Haus des Gastes“ durchzuboxen? Die Bürgerinitiative für Erhalt und Sanierung des Gebäudes ist davon überzeugt. Sie wirft der Stadt vor, das am 11. Juli offiziell angekündigte Bürgerbegehren torpedieren zu wollen. Die dafür erforderliche Kostenabschätzung sei erst verschleppt und jetzt, nach zehn Wochen, mit einem Gutachten beantwortet worden, das am Anliegen der Bürgerinitiative vorbeigehe. Die Freunde vom Haus des Gastes planen, die Kommunalaufsicht anzurufen. „Die Stadt verstößt gegen das Gesetz“, sagte gestern die Sprecherin der Bürgerinitiative, Sigrid Jürß.

LN-Bild

Bürgerinitiative fährt schweres Geschütz auf: Stadt macht Stimmung für die Abrissbirne.

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„Das Haus wird vorsätzlich vernachlässigt.“ BI-Sprecherin Sigrid Jürß

Stein des Anstoßes ist das Anfang der Woche von Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) und Bernd Rubelt, Fachbereichsleiter Bauen, vorgelegte „Modernisierungsgutachten“eines Lübecker Architektenbüros. Es beziffert die Kosten für die Instandsetzung, Sanierung und Modernisierung des 1968/69 an der Stadtbucht errichteten Hauses auf knapp 2,85 Millionen Euro. „Das Gutachten geht weit über das hinaus, was wir fordern“, kritisiert Jürß. Die Bürgerinitiative habe zu keiner Zeit eine Modernisierung verlangt, ihr gehe es um Wiedernutzung, um Instandsetzung, Erhalt, Barrierefreiheit und eine Cafeteria. Stattdessen habe die Stadt eine „Luxusvariante“ untersuchen lassen, um mit horrenden Kosten Stimmung für den Abriss zu machen. Jürß: „Hier soll ein Schreckgespenst an die Wand gemalt werden, so dass viele sagen: Das wollen wir nicht, das wird teuer.“

Tatsächlich hatte die Stadt Ende 2014 beim damaligen Bürgerbegehren die Baukosten mit 680 000 Euro angegeben. Und 2013 seien es noch 500 000 Euro gewesen, verwies Ingrid Tech auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek). Diese Summe setzt auch die Bürgerinitiative für die Sanierung des Gebäudes an. Dabei stützt sie sich auf Mitglieder vom Fach, die Ingenieure Gerd Heiligenstühler und Heinz Lange oder den Architekten Malte Tech.

„Es ist unvorstellbar, mit welchen Kosten gearbeitet wurde, um die Gesamtkosten in die Höhe zu treiben“, empört sich Tech. Er kritisiert vor allem zwei Punkte in dem Gutachten: den Abriss des Anbaus aus den 90er-Jahren mit einer teilweisen Tieferlegung der Sohle des Gebäudes sowie den Einbau eines neuen Fahrstuhls an ganz anderer Stelle mit tiefer Grube. Allein diese beiden Maßnahmen dürften mit rund einer Million Euro zu Buche schlagen – wenn sie denn wegen des Grundwasserspiegels technisch überhaupt möglich seien. Tech: „Der größte Schwachsinn.“ Die Grundsubstanz des Gebäudes werde dadurch zerstört.

Für die Bürgerinitiative ist die Stadt mit dem umfangreichen Gutachten samt mehrerer Anlagen nicht ihrer Pflicht nachgekommen, eine Kostenübersicht für das Bürgerbegehren zu liefern. Eine solche Aufstellung muss beim Sammeln der Unterschriften vorliegen, damit die Unterzeichner die finanziellen Folgen des Anliegens kennen. Das zentimeterdicke Gutachten tauge dafür aber nicht. Die Bürgeriniative setzt der Stadt deshalb eine Frist bis kommenden Dienstag, 10 Uhr, eine verwendbare Kostenübersicht vorzulegen. Andernfalls werde man das selbst tun und die Kommunalaufsicht einschalten.

Auch dass zehn Wochen vergingen, bis das Rathaus nun etwas vorlegte, erzürnt die Bürgerinitiative. Sie wittert eine „ganz bewusste Verzögerungstaktik“, laufe doch am 15. Februar 2017 die Bindefrist des erfolgreichen Bürgerentscheids vom Februar 2015 für den Erhalt vom „Haus des Gastes“ aus. „Verwaltung und Politik mit Ausnahme der Freien Wähler wollen den Abriss, sie wollen uns endgültig hindern, dass wir Erfolg haben“, sagte Jürß.

Damit es zu einem neuen Bürgerentscheid kommt, muss die Initiative für das Bürgerbegehren 1312 Unterstützer-Unterschriften sammeln. Vom Gelingen ist sie fest überzeugt. Einen Bürgerentscheid zusammen mit der Landtagswahl am 7. Mai 2017 lehnen die Verteidiger vom „Haus des Gastes“ ab. Sie peilen einen Termin vor dem 15. Februar an, fürchten, dass die Stadt sonst die Abrissbagger anrollen lässt.

Zu groß sei der jahrzehntealte Wunsch nach einem Vier-Sterne-Hotel, obwohl sich das längst als Wunschdenken entpuppt habe. „Eutin ist kein Standort für ein Vier-Sterne-Hotel. Man muss auch die Kraft zur Umkehr haben“, formulierte Lange. Tech mag daran nicht glauben: „Man will Recht behalten, vor allem Herr Rubelt.“ Jürß ist überzeugt: „Die Immobilie wurde vorsätzlich zugunsten privater Investoren vernachlässigt.“

Dass die Stadt mit dem Haus nicht gerade pfleglich umgegangen ist, bescheinigt ihr auch das jetzt eingeholte Gutachten. Erweiterung und Veränderungen im Laufe der Jahre hätten „die ursprüngliche architektonische Idee und ihre qualitätsvolle Umsetzung verändert und in der Regel auch nachteilig beeinträchtigt“. Zu den Außenanlagen heißt es schlicht, sie seien „in einem vernachlässigten Zustand und lassen in keinster Weise mehr die ursprüngliche Gestaltung erkennen“.

 Arnold Petersen

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