Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Neue Saison, neuer Betreiber: Neustart im Filmtheater Burg
Lokales Ostholstein Neue Saison, neuer Betreiber: Neustart im Filmtheater Burg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:22 17.03.2016
Burg Filmtheater: Künftig Kino ohne Winterpause. Quelle: Fotos: Schwennsen

Den Mann mit der Pudelmütze wird man auf Fehmarn künftig häufiger sehen: Hans-Peter Jansen, Kino-Betreiber in Burg. Mit dem 68-jährigen Hamburger und Nachfolger von Florian Bliesch startete dort jetzt nicht nur die neue Saison. Zugleich endete die letzte Winterpause: Das „Burg Filmtheater Fehmarn“ öffnet künftig ganzjährig.

In der Kino-Szene ist Hans-Peter Jansen kein Unbekannter — Auch Arthouse-Filme geplant.

Jansen ist in der Szene kein Unbekannter. In Hamburg betreibt er vier Stadtteil-Kinos, zudem je eines in Bargteheide und Plön. Seine Kino-Leidenschaft währt bereits seit den 70er Jahren. Er, damals noch Student, und vier Freunde ärgerten sich übers „schlechte Kinoprogramm“, stiegen prompt als „Quereinsteiger“ ins Kinogeschäft ein.

Nur Jansen hielt durch — bis heute. Dabei kommt ihm sein abgeschlossenes doppeltes Studium zugute. Er hat Elektrotechnik studiert und ist Diplom-Ingenieur, danach folgte Betriebswirtschaft. Jansen:

„Das kann ich wunderbar einbringen.“

Als dann Martina New aus dem Burger Familienunternehmen Stolz und Kino-Eigentümerin ihn im vergangenen Jahr fragte, ob er „das Burger Kino machen“ würde, sagte er zu. Davon hätte Jansen in den 90er Jahren, als er als Urlauber für sich und seine Kinder Karten fürs Verzehrkino in Burg erwarb, kaum zu träumen gewagt. Heute ist alles anders. Er hat sogar einen Mietvertrag für 15 Jahre abgeschlossen: „Meine Frau, ja die ganze Familie, lebt das, die sind mit Kino aufgewachsen.“ Sohn (28) und Tochter (24) studieren beide, arbeiten aber schon im Betrieb mit.

Und was erwartet jetzt die Fehmaraner und ihre Gäste? Jansen: „Wenn man Kino richtig macht, dann überlebt es auch.“ Konkret: Es wird weiter Bundesstart-Filme geben, natürlich auch die Blockbuster wie „James Bond“. Außerdem aber Arthouse-Filme, vor allem deutsches und europäisches Kino: „Das was mir selbst gefällt“. Zum Beispiel „Unter dem Sand“ von Martin Zandvliet, ein Film über junge Soldaten, fast noch Kinder, die im Mai 1945 in dänischer Kriegsgefangenschaft den Nordseestrand von Nazi-Tretminen säubern sollen. Keine leichte Kinokost.

Website, Facebook, Online-Reservierung — vieles ist neu. Zurückgekehrt ist der Vorhang vor der großen Leinwand. Geblieben sind Verzehrkino mit den kleinen Lämpchen, das Seniorenkino und der eigentümliche Charme im 171-Plätze-Saal. Und natürlich Karsten Frick am Verkaufstresen. Jansen: „Aber auch ich werde selbst mal an der Kasse stehen. Denn mir ist der Bezug zum Publikum wichtig.“

Von Gerd-J. Schwennsen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige