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Ostholstein Neue Windkraft unterstützt alte Segelwindmühle
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20:39 22.06.2017
Lemkenhafen a. F

Der Heimatverein Fehmarn will im Juli mit der Sanierung der Segelwindmühle Lemkenhafen starten. Das kündigte Vorsitzender Uwe Erich an. Die altersschwache Flügelwelle muss ausgetauscht werden. Das Kostenvolumen liegt bei 36 000 Euro.

Georg Hüttmann, Klaus Klahn und Uwe Erich freuen sich über die Spende für die Segelwindmühle von Benjamin Köneking und Telse Voderberg. Quelle: Foto: Gjs

Der Anlass dafür, mit der überfälligen Maßnahme endlich zu beginnen, war erfreulich: Gemeinsam mit Museumsleiter Klaus Klahn und Georg Hüttmann nahm Uwe Erich eine 2500-Euro-Spende entgegen. Das Geld stammt von „Windenergie Fehmarn“, dem Zusammenschluss der Windmüller auf der Insel. „Neue Windkraft unterstützt alte Windkraft“, betonte Benjamin Köneking anlässlich der offiziellen Scheckübergabe.

Zugleich bestätigten er und Telse Voderberg den Beitritt der GmbH zum Heimatverein. Köneking: „Wir fühlen uns als Windmüller von Fehmarn mit der Insel verbunden. Denn hier wird der Wind schon seit Jahrhunderten genutzt.“ Geplant ist daher ferner eine gemeinsame Schautafel mit dem Heimatverein, die vor der Mühle aufgestellt werden soll. Laut Uwe Erich könnte das Motto „Windkraft damals und heute“ lauten.

Die erneute großzügige Spende hat für den Verein eine Initialzündung: „Jetzt schlagen wir los“, so Uwe Erich. Zahlreiche Spenden, darunter zuletzt 250 Euro aus der unmittelbaren Nachbarschaft in der Mühlenstraße, aber auch Gelder der Denkmalpflege sind inzwischen eingegangen. Es fehle noch ein vierstelliger Restbetrag, den der Verein – der auf weitere Spenden hofft – notfalls selbst aufbringen muss.

Der aktuelle Zeitplan sieht so aus: Die altersschwache Eichenholz-Flügelwelle in fast 22 Meter Höhe soll möglichst im Juli ausgebaut werden. Mit nunmehr 30 Jahren hat sie ihr normales Lebensalter von 25 Jahren bereits weit überschritten, der Vorgänger fiel 1986 einem schweren Sturm zum Opfer. „Sie ist ein wesentlicher Teil des Antriebes“, so Georg Hüttmann vom Heimatverein.

Ein Mühlenbauer aus Schleswig-Holstein ist inzwischen in der Lüneburger Heide fündig geworden und hat zwei Holzstämme ausgesucht, die jetzt im Sägewerk auf ihre Eignung für die Mühlensanierung hin überprüft werden sollen. Klappt es, müssen zuvor im Juli die 23 Tonnen schwere Kappe und die Flügel abgebaut werden.

Bis Ende September, so hofft Erich, soll die Sanierung abgeschlossen werden. Einziger Wermutstropfen: In dieser Museumssaison wird sich die Segelwindmühle dann nicht mehr drehen können. „Doch der Mühlenbauer möchte unbedingt vor den Herbststürmen fertig werden“, so Erich: „2018 können wir dann mit neuem Schwung starten.“

Für die alte Flügelwelle hat sich im Verein bereits ein Abnehmer gefunden. Der Vorgänger ist übrigens draußen auf dem Museumsgelände zu besichtigen.

Die Segelwindmühle „Jachen Flünk“

1787 wurde die Segelwindmühle vom Kornhändler und Schiffsreeder Joachim Rahlff (1756–1830) erbaut.

22 000 Reichstaler kostete damals die Baumaßnahme.

1954 machte der letzte Müllermeister Konkurs.

Um 1900 herum gab es auf Fehmarn noch 22 Mühlen, vier davon allein in Burg.

Heute stehen auf der Insel nur noch drei alte Mühlen: neben Lemkenhafen noch in Petersdorf und Dänschendorf. Beide werden nur zu Wohnzwecken genutzt.

Der Heimatverein hat seit 1986 rund eine halbe Million Euro in die Segelwindmühle investiert (48 000 Euro für die neuen Galerie).

Seit 120 Jahren gibt es in Burg das heutige Fehmarn-Museum in Burg, das der Heimatverein ebenfalls betreut.

Gerd-J. Schwennsen

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