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Neuer CVJM will Jugendliche stark machen

Ahrensbök Neuer CVJM will Jugendliche stark machen

Vandalismus durch gelangweilte Jugendliche gibt es auch in Ahrensbök – und dagegen wollen die Gründer eines künftigen CVJM im Ort etwas unternehmen. Sie möchten Selbstverteidigungskurse und praktische Lebenshilfe anbieten, kostenlos und offen für alle, die Hilfe benötigen.

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Selbstverteidigungskurse sollen das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen aus Ahrensbök stärken: Lars Thies zeigt die richtige Haltung an der „Box-Birne“.

Quelle: Foto: S. Latzel

Ahrensbök. Rührig sind die Mitglieder des Ahrensböker Kiwanis-Clubs, organisieren beispielsweise die Bürgerhaus-Party am 4. November. Darauf weisen auch Plakate hin, eines steht direkt an der Lübecker Straße – aber lesen kann es keiner mehr, weil es zerfetzt wurde. „Das passiert oft“, hat Lars Thies vom Kiwanis-Club beobachtet und Ursachenforschung betrieben, unter anderem die Jugendpflegerin der Gemeinde befragt. Ergebnis: „In der Gemeinde gibt es etwa 250 Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien.“ Ein Teil dieser jungen Leute wisse nicht, wohin mit sich, sagt Thies, deswegen komme es häufiger zu Vandalismus, und daran soll sich etwas ändern. „Wir wollen offene Jugendarbeit anbieten.“

Wir – das sind neben dem Polizeibeamten Thies fünf weitere Mitstreiter, die mit ihm einen CVJM in Ahrensbök gründen. Er sei auch „katholischer Diakon mit Zivilberuf“, erklärt Thies die Hintergründe, und übernehme deswegen viele soziale Tätigkeiten, habe beispielsweise an einer Eutiner Schule Training in Sozialkompetenz abgehalten. Jetzt will er, unter anderem mit einem Kollegen von der Polizei und einem vom Zoll sowie mit einem Judolehrer, Selbstverteidigungskurse für Kinder und Jugendliche geben. „Die Kurse sind kostenlos“, betont er.

Räume im Zentrum von Ahrensbök

Neben Grundlagen für die körperliche Fitness sollen verschiedene Techniken vermittelt werden. „Es geht darum, das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen zu stärken, die selbst Gewalt erfahren oder aus anderen Gründen ein gestörtes Selbstbewusstsein haben“, sagt Thies. Räume haben die künftigen CVJMler zumindest vorläufig gefunden, in der Lübecker Straße, über der ehemaligen Rossmann-Filiale. Dort hängen bereits ein Sandsack und eine „Box-Birne“, und in Kartons warten Box-Handschuhe und Kopfschützer auf ihren Einsatz. „Die stammen von einem CVJM, der ein Box-Projekt hatte, aber aufgelöst wurde“, berichtet Thies. Was fehlt, sind Boden-Matten – sowie die Anerkennung der Gemeinnützigkeit, ohne die die Verantwortlichen nicht loslegen können.

Offenes Angebot,

keine Mitgliedsbeiträge

Spätestens Anfang 2018 sollen die Kurse aber beginnen. „Es ist ein offenes Angebot“, sagt Thies. „Die Kinder und Jugendlichen sollen freiwillig hierher kommen, ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben.“ Sie sollen Hilfe in praktischen Lebensbereichen erhalten. Auch beim Heimweg, erklärt Thies: „Wir können die Kleinbusse der Gemeinde nutzen, um die Kinder und Jugendlichen abends nach Hause zu fahren.“ Finanziert wird das Angebot laut Thies vom Ahrensböker Kiwanis-Club.

Der Ahrensböker CVJM soll den Namen „Don Bosco“ tragen, nach dem Priester Giovanni Melchiorre Bosco, der sich für arme Jugendliche einsetzte. „Wir wollen aber niemanden missionieren“, sagt Thies. „Bei uns sind Menschen jeder Konfession und auch Atheisten willkommen. Wir wollen einfach Wege aufzeigen, wie man sein Leben meistern kann.“

Kontakt per E-Mail an die Adresse info@cvjm-donbosco.de.

45 Millionen Mitglieder

Die Abkürzung CVJM steht für „Christlicher Verein Junger Menschen“. Weltweit gehören dieser Jugendorganisation, die 1855 gegründet wurde, 45 Millionen Menschen in 130 Ländern an. Der CVJM ist überkonfessionell und bietet unterschiedliche Programme, Aktionen und Freizeiten an. In Deutschland gibt es etwa 2200 dieser Vereine, die laut CVJM als Treffpunkt für 330000 Menschen dienen.

(Quelle: www.cvjm.de)

Sabine Latzel

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