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Ostholstein Neuer Chef für die „rote Zwote“
Lokales Ostholstein Neuer Chef für die „rote Zwote“
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16:57 16.09.2017
Nach der Übergabe marschierte Hauptmann Felix Lotzin erstmals vor seiner „roten Zwoten“. Quelle: Fotos: Peyronnet
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Eutin

Stehzeiten heißt es bei der Bundeswehr so schön, wenn davon die Rede ist, wie lange Führungspersonal seinen Posten behält, bevor es in die nächst höhere Position wechselt. Früher waren zwei Jahre üblich, im Rahmen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde diese Zeit auf drei Jahre ausgeweitet. Radü ist der erste Eutiner Kommandeur, der in den Genuss der Drei-Jahres-Regel kommt, und auch Hauptmann Felix Lotzin (32) wird sein neues Amt drei Jahre innehaben.

In der Eutiner Rettbergkaserne dreht sich mal wieder das Personalkarussell. Die 2. Kompanie, die „rote Zwote“, hat einen neuen Kompaniechef bekommen. Unterdessen hat der Kommandeur, Oberstleutnant Alexander Radü, das letzte halbe Jahr seiner Zeit in Eutin vor sich.

Lotzin wurde gestern beim Bataillonsappell als neuer Chef der 2. Kompanie, der Patenkompanie von Schönwalde, begrüßt. Für ihn ist die Verwendung in Eutin ein Heimspiel. Der gebürtige Hamburger wuchs in Lübeck auf, machte sein Abi auf dem Leibniz-Gymnasium in Bad Schwartau, sein Bruder wohnt in Eutin. Zuletzt war Lotzin im Personalamt der Bundeswehr in Köln, davon standen Verwendungen in Lüneburg und in Münster.

Der Kompaniewimpel der „roten Zwoten“ wurde ihm gestern vom Kommandeur überreicht. Der hatte den Wimpel zuvor von Hauptmann Jan Broschei erhalten, der die Kompanie eineinhalb Jahre lang kommissarisch führte und jetzt wieder stellvertretender Kompaniechef ist. Die Stelle des Chefs war so lange vakant, weil der Vorgänger von Lotzin erst im Einsatz in Mali war, danach Lehrgänge besuchte und dann versetzt wurde.

Zur 2. Kompanie gehören 106 Soldaten, sie sind Spezialisten für die Spähaufklärung von Fahrzeugen. „Sie erhalten einen einsatzerfahrenen Haufen“, rief Radü dem neuen Kompaniechef zu. „Haufen“ ist nach Angaben des Kommandeurs nicht abwertend gemeint, schließt an die mittelalterliche Bezeichnung für einen Zug Soldaten an, die sich auf dem Marsch befinden. Weiter warnte der Kommandeur, dass in der Kompanie „natürlich auch eine angemessene Zahl an Diven vorhanden ist“. Als gelernter Feldnachrichtenoffizier werde Lotzin damit aber sicher leicht fertig.

Radü nutzte den Appell noch für eine Auszeichnung. Der Oberstabsgefreite Matthias Winter war Ende 2016 mit einem KZO-Zug im Rahmen einer Nato-Übung in Polen. KZO ist die Abkürzung für „Kleinfluggerät für Zielortung“, eine der unbemannten Drohnen der Eutiner Aufklärer. „Sie haben in einer wichtigen Mission bewiesen, wie leistungsfähig Eutiner Aufklärer sind“, lobte Radü und überreichte Winter die Bundeswehr-Einsatzmedaille in Bronze.

Das letzte halbe Jahr seiner Eutiner Zeit ist für Radü und seine Soldaten ausgefüllt mit Arbeit. Die Divisionsübung „Vital Sword“ steht an. Nächsten Montag ziehen Soldaten aus zwei Kompanien ins Gefechtsübungszentrum des Deutschen Heeres in der Colbitz-Letzlinger Heide. Und dann muss noch der nächste Auslandseinsatz vorbereitet werden. Nächstes Jahr geht es wieder nach Afghanistan.

 Von Susanne Peyronnet

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