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Ostholstein Neuer Klinik-Campus: Aus für Middelburg
Lokales Ostholstein Neuer Klinik-Campus: Aus für Middelburg
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22:14 04.08.2017
Mit dem Bau des neuen Ärztehauses auf dem Gelände der Sana-Klinik soll 2018 begonnen werden. Quelle: Fotos: Sana, Roessler, Ln-Archiv

Das Bewegungsbad im DRK-Krankenhaus in Middelburg ist seit Anfang des Jahres geschlossen. Der Grund: Es wird aus therapeutischer Sicht nicht mehr benötigt. Außerdem habe das Bad massive bauliche Mängel, sagt die Leitung. Für Holger Böttcher vom TSV Süsel ist das nicht nachvollziehbar. Das Mutter-Kind-, das Kleinkinder- und das Anfängerschwimmen können nicht mehr stattfinden. Inzwischen musste Böttcher die TSV-Schwimmsparte auflösen. Er kämpft um den Erhalt der Schwimmhalle.

Sana plant in Eutin – Verein kämpft um das Bewegungsbad.

Doch nun überschlagen sich die Ereignisse. Schon im kommenden Jahr soll ein neuer Klinik-Campus auf dem Gelände der Sana-Klinik in Eutin gebaut werden. Kostenvolumen: 51 Millionen Euro. Aus dem Krankenhaus in Middelburg, das Sana seit April 2015 verwaltet, soll dann die Geriatrie, also die Alters- oder Altenmedizin, in die Rosenstadt verlegt werden. Eine Wiedereröffnung des Bades rückt damit also in weite Ferne.

Seit genau einem Jahr versucht der Vereinsvorsitzende alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit etwa 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht nur vom TSV Süsel weiterhin vor Ort schwimmen gehen können. Als bekannt wurde, dass die Sana-Klinik das DRK- Krankenhaus in Middelburg übernimmt, hat er so eine Entwicklung „schon befürchtet“. Bis dahin gab es im Bewegungsbad keine Probleme. „Jeden Tag war es in Benutzung von Fremdgästen“, berichtet Böttcher. Am 8. Dezember erhielt Böttcher die Mitteilung, dass das Bad aufgrund technischer Probleme auf unbestimmte Zeit geschlossen wird. Einen Tag später dann eine Mail, dass es auch im Januar geschlossen bleibt, im Januar dann die Bekanntgabe, dass auch im Februar keine Schwimmkurse stattfinden können. „Es wurde immer hinausgezögert. Das war Taktik. Mir war dann schon klar, dass es nichts mehr wird“, sagt Böttcher. Anfang Februar kam der endgültige Bescheid: Das Bewegungsbad wird nicht mehr geöffnet. Das Ausmaß der Reparaturen sei so hoch, dass sie vom DRK nicht mehr zu leisten sind.

Seitdem kämpft der ehemalige Polizist gegen Windmühlen. „Es tut sich nichts, es ist schon bitter.“ Die Sana-Klinik übernimmt offiziell am 1. September die Trägerschaft in Middelburg. 2018 beginnen die Bauarbeiten für ein neues Ärztehaus in Eutin. „Wir freuen uns über die Entwicklung“, sagt Sana-Geschäftsführer Klaus Abel. Zudem soll ein Erweiterungsbau folgen.

Die Neurologie aus Middelburg soll nach Lübeck verlegt werden, die geriatrische Versorgung nach Eutin. Das Land hat für den Klinik-Campus eine Förderung in Höhe von 26 Millionen Euro aus dem Krankenhaus-Strukturfonds des Bundes beantragt. Damit wäre das Ende der Einrichtung in Middelburg mit dem Bewegungsbad besiegelt. „Das Krankenhaus wird weiter ordentlich betrieben“, sagt Abel. Bis zum Umzug dauert es nach seinen Angaben noch etwa vier Jahre.

Für die Schwimmhalle sieht Klaus Abel keine Zukunft. Man habe sich gemeinsam mit der Gemeinde Süsel um Fördergelder bemüht. Das Bad verursache 40000 bis 50000 Euro Energiekosten pro Jahr, ein Bad sei sowieso nicht mehr zwingend notwendig. Und durch die Sportvereine gibt es keine Gegenfinanzierung. „Wir sind kein Schwimmbadbetreiber, sondern ein Krankenhausbetreiber“, erklärt er.

Holger Böttcher kann nicht nachvollziehen, warum die Sana-Klinik das Bad nicht wenigstens bis zum Umzug nach Eutin betreibt. Nach seiner Rechnung werden allein 12000 Euro jährlich an Fremdeinnahmen kassiert. Sogar die Übernahme der Verwaltung der Schwimmhalle hat er angeboten. „Wir hätten die Möglichkeit, das Bad wieder mit Leben zu füllen“, sagt der TSVer. „Mein Appell ist es, das Bad in der Restzeit noch zu öffnen“, sagt Böttcher. Drei Jahre lang würde sonst ein tolles Bewegungsbad leerstehen. Das scheint Sana aber nicht zu bewegen, etwas zu unternehmen. „Hauptsache Gewinnmaximierung, das ist schon traurig.“

Mit seinen Kursen muss Holger Böttcher nun ins Sankt-Elisabeth-Krankenhaus ausweichen. Dort hat man ihm inzwischen aber auch schon einen Tag gestrichen.

Beke Zill

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