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Ostholstein Neuer Pächter für Fischereihof gesucht
Lokales Ostholstein Neuer Pächter für Fischereihof gesucht
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14:23 01.01.2018
Das Schild mit Reetdach am Eingang verrät, was der Hof bietet – Restaurant, Räucherei, Fischkate und Café werden aber vorerst geschlossen.
Hemmelsdorf

„Detaillierte Bewerbungen“ können laut Ausschreibung bis zum 24. Januar beim Kurbetrieb der Gemeinde eingereicht werden. Zwar heißt es lediglich, die Gemeinde suche einen Pächter, nicht explizit „einen neuen Pächter“ – doch für den bisherigen Betreiber der aufwändigen Anlage, Stefan Hogrefe, scheint es mittlerweile klar zu sein, dass er aus dem Rennen ist. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass über sein Vermögen ein Insolvenzantragsverfahren gestellt wurde.

Als „Hochzeitshäuschen“ beworben: die Hütte auf dem Rundum-Steg.

„Wir haben inzwischen Kontakt mit dem Insolvenzverwalter aufgenommen und können jetzt diesen Weg gehen“, sagt die Timmendorfer Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD). Für Hogrefe sei das „schade“, sagt sie, „doch die Gemeinde muss ihre Interessen im Auge behalten und so schnell wie möglich einen Nachfolger finden, damit zur nächsten Saison der Betrieb wieder aufgenommen werden kann“.

Er sei von der Gemeinde „sehr enttäuscht“, sagt Stefan Hogrefe dazu. Der bisherige Fischereihof-Pächter fühlt sich schlecht behandelt. „Ich habe damals extra so früh eröffnet, damit die Gemeinde ihre Fördermittel von 750000 Euro behalten konnte“, erklärt er mit Blick auf den Start im November 2015. Zu diesem Zeitpunkt seien diverse Arbeiten noch nicht beendet und später dann zahlreiche Nachbesserungen notwendig gewesen, sogar noch im Sommer 2016. Das Fördergeld kam von der Aktiv-Region, die damit das insgesamt 4,3 Millionen Euro teure „Leuchtturm-Projekt“ auszeichnete, dessen Fertigstellung sich aber merklich verzögert hatte.

Das größte Problem seien nach wie vor die fehlenden Parkmöglichkeiten in der Nähe, meint Hogrefe: „Das hat mir das Genick gebrochen.“ Direkt vor den Fischereihof passen bis zu 15 Autos, weitere 18

Parkplätze gibt es an der Ecke Seekoppel. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses, der eigentlich im Herbst 2017 beginnen sollte, sollten weitere 58 Plätze geschaffen werden. Noch aber steht das alte Feuerwehrhaus, mit dessen Abriss nach aktuellem Planungsstand im Frühjahr 2018 begonnen werden soll. Auf einer vom Fischereihof 500 Meter entfernten Koppel wurde ein Ausweich-Parkplatz eingerichtet.

Hoffnung auf eine schnelle Nachfolge

„Es ist nicht in Ordnung, jetzt nachzukarten“, reagiert Bürgermeisterin Kara auf Hogrefes Vorwürfe. „Wir sind dem Pächter wirklich in allen Belangen entgegen gekommen, auch in finanzieller Hinsicht“ – meint: die zeitweise reduzierte Pacht. „Es war schließlich auch unser Interesse, dass der Pächter einen guten Start hinlegt.“ Zudem seien mehr Parkplätze ausgewiesen worden als ursprünglich geplant, „daran hat es meiner Meinung nach nicht gelegen“. Die Gemeinde habe sich zudem bemüht, den Fischereihof durch intensive Werbung bekannt zu machen, „es war insgesamt ein konstruktives Miteinander“.

Als ständig überfüllt habe sie die Parkplätze nicht wahrgenommen, erklärt auch die Hemmelsdorfer Dorfvorsteherin Bärbel Rieger. „Es kam wohl eines zum anderen“, äußert sie sich zurückhaltend. Ein Leerstand sei immer schlecht, so Rieger, die deshalb hofft, dass schnell ein neuer Pächter für den Fischereihof gefunden wird. Von diesem erhoffe sie sich, „dass zumindest das Café und das Bistro am Abend länger geöffnet haben“.

Er sei natürlich traurig über die aktuelle Entwicklung, meint Stefan Hogrefe, der zuvor ein Restaurant in Travemünde betrieben hat. „Was ich mir in 27 Jahren aufgebaut habe, ist alles weg.“

Trotzdem wünsche er dem nächsten Pächter „mehr Glück, als ich es hatte“.

Drei Versuche

Ein üppiges Paket war die erste Ausschreibung des Fischereihofes 2013: Gesucht wurde ein Betreiber für das Restaurant, die Räucherei, den Fischverkauf, einen Einzelhandel und die Fahrradstation. Damalige monatliche Pacht: 9500 Euro netto.

Nachdem der erste Aspirant, die Firma Klüver, wieder abgesagt hatte, wurde der Fischereihof erneut ausgeschrieben – diese Ausschreibung musste aber wegen der Änderung wesentlicher Details zurückgezogen werden. Nach der dritten Ausschreibung erhielt Stefan Hogrefe den Zuschlag.

Von Sabine Latzel

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