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Ostholstein Neuer Zob: Bauausschuss legt Rückwärtsgang ein
Lokales Ostholstein Neuer Zob: Bauausschuss legt Rückwärtsgang ein
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20:31 07.07.2016
Bisher wird nur ein Teil des Busverkehrs über den Zob auf der Altstadtseite abgewickelt. Die komplette Verlagerung an diesen Standort ist Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek). Quelle: Fotos: Astrid Jabs

„Die Entwurfsplanung für die Umgestaltung des Zobs wird als weitere Planungsgrundlage zur Kenntnis genommen.“ So ist es in der Niederschrift zum Bauausschuss am 11.

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Der Entwurf zur Neuanlage des Busbahnhofes fand auf einmal keine Mehrheit.

„Wir haben bereits einen tollen Busbahnhof.“Jacqueline Meyer (FDP)

Mai dieses Jahres festgehalten. Grundsätzliche Bedenken oder abweichende Vorschläge sind nicht protokolliert. Entsprechend unerwartet kam nun die mehrheitliche Ablehnung des Ausschusses zum Beschlussvorschlag, den vorgelegten Entwurf als Planungsgrundlage festzulegen.

Lediglich die Fraktion der Grünen stimmte mit Ja, die restlichen acht Vertreter schmetterten die Vorlage mit ihrem Nein ab. Ob der für Anfang 2017 vorgesehene Baubeginn für den Eutiner Busbahnhof gehalten werde, steht damit in Frage. Die Neuordnung des Zobs ist der zweite von zwei Abschnitten der Baumaßnahmen am Bahnhof. In einem ersten Schritt war der Bahnhofsvorplatz erneuert worden. Eine Kostenschätzung nennt als als Bausumme für den Zob 1,5 Millionen Euro.

Der Entwurf sieht vor, die Bushaltestellen auf der der Altstadt zugewandten Seite neu zu strukturieren. Dabei würden acht parallel nutzbare Haltebuchten um eine teilweise überdachte Mittelinsel herum angelegt werden. Möglich wäre eine Erweiterung auf zehn Plätze zu einem späteren Zeitpunkt. Um die angestrebte und im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) vorgesehene Beziehung zwischen Bahnhof und Innenstadt zu realisieren, würde die Anlage insgesamt in Richtung des Parkplatzes in der Heinrich-Westphal-Straße verschoben werden, was den Abriss der beiden dort befindlichen Häuser notwendig machen würde.

So entstünde zwischen Bahnhofsgebäude und neuem Zob eine platzähnliche Fläche, von der aus Fußgänger ins Zentrum geleitet würden. Vorerst bleibt es aber beim Konjunktiv, denn obwohl sie die grundsätzliche Entscheidung für die Umgestaltung bereits im November 2014 getroffen haben und auch die vorliegenden Pläne seit Mai 2016 präsent hatten, entdeckten vornehmlich die Vertreter von CDU, FDP und FWE auf der Sitzung am Mittwochabend genügend Störendes, um den Beschlussvorschlag zu demontieren. Grundsätzliche Ablehnung formulierten Jacqueline Meyer (FDP) und Malte Tech (FWE).

Sie lagen damit auf einer Wellenlänge mit dem Eutiner Peter Schwarz, der in der Einwohnerfragestunde die Frage nach der Notwendigkeit der Zob-Umgestaltung gestellt hatte. „Hier wird verändert aus Prinzip“, rügte Tech. Und Meyer befand: „Wir haben bereits einen tollen Busbahnhof: klein und zweckmäßig und passend für Eutin". Olaf Schmidt und Kathrin Pitzner (beide CDU) wollten die südliche Einfahrt für die Busse verbreitert wissen und betätigten sich dafür ihrerseits als Planer. Den Hinweis von Bauamtsleiter Bernd Rubelt, dass damit der Platz für eine optionale Erweiterung verloren ginge, beantwortete Schmidt hemdsärmelig: „Dann wird eben die Grünfläche reduziert“ Dass dann der anliegende Parkplatz Stellfläche lassen müsste, brachte ihn nicht aus der Ruhe.

Spätestens an diesem Punkt sah die Ausschussvorsitzende Monika Obieray das Ende der Zuständigkeit ihres Gremiums erreicht: „Dies ist eine Frage des Ob und nicht mehr des Wie und damit ist der Entwicklungsausschuss zuständig“, konstatierte sie. Als Grüne bewertete sie den erneuten Aufschub als dramatisch.

Auch Bauamtsleiter Bernd Rubelt hatte eindringlich und mit unverhohlener Missbilligung an die Stadtvertreter appelliert, ihre Entscheidung vor dem Hintergrund möglicher Folgen genau zu überlegen:

„Ein Verschieben heißt: Förderanträge werden später gestellt und wir haben entsprechend später Rückmeldung dazu, der Baubeginn verzögert sich. Die Maßnahme muss komplett 2017 beendet sein“, mahnte Rubelt und fuhr fort: „Sie müssen nun abwägen, ob es gerechtfertigt ist, eine Planung dermaßen aufzuweichen für einen Platzgewinn von zehn bis 15 Metern.“ Umstimmen konnte er damit keinen. Und so dreht auch der Zob in einer Manier, die sich in Eutin zu etablieren scheint, mindestens eine Extra-Runde.

Astrid Jabs

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