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Ostholstein Neues Abfallkonzept: Biotonne wird zur Pflicht
Lokales Ostholstein Neues Abfallkonzept: Biotonne wird zur Pflicht
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21:18 30.08.2013
24 000 Biotonnen stehen derzeit im Kreis. Zwei Drittel der Haushalte und Firmen haben sich befreien lassen — viele zu Unrecht. Quelle: Fotos: Fotolia, hm

Auf die Bürger im Kreis kommen mit dem neuen Abfallkonzept deutlich höhere Abfallgebühren zu. Ab 2015 soll eine Biotonne für alle Haushalte zur Pflicht werden.

Die gilt zwar schon seit Einführung des biologischen Wertstoffsammelbehälters im Jahr 1993, doch Ausnahmegenehmigungen bei eigener Kompostierung wurden bisher kaum bis gar nicht kontrolliert. Es reicht bislang, einfach bei der Bestellung der Abfalltonnen zu sagen, dass man den Biomüll selbst kompostiert, und schon kann die Biotonne eingespart werden. Die Folge: Viele Kunden beantragen die Befreiung von der Biotonne, obwohl sie gar keinen eigenen Komposthaufen haben. So hat derzeit gerade einmal ein Drittel aller Kunden des mit der Abfallentsorgung beauftragten Zweckverbandes Ostholstein eine Biotonne. Das soll sich künftig ändern.

Insgesamt stehen derzeit nur rund 24 000 braune Tonnen bei Privathaushalten und Firmen. Die kosten im Jahr je nach Größe zwischen 64 und 96 Euro. Die 9300 Tonnen Küchen- und Gartenabfälle, die im vergangenen Jahr bei den braunen Tonnen zusammenkamen, wurden von der Firma Gollan nach Mecklenburg-Vorpommern geschafft und dort kompostiert.

Nach LN-Informationen ist der Anteil von Küchen- und Gartenabfällen im Restmüll teilweise „eklatant hoch“. Die Rede ist von einem bis zu 40-prozentigen Bioabfall-Anteil im Restmüll. Grund dafür sollen „im großen Stil“ erteilte Ausnahmegenehmigungen durch den Zweckverband Ostholstein sein, obwohl kein eigener Komposthaufen vorgehalten wird. Außerdem werden oft Speisereste, Knochen oder auch Brotreste trotz vorhandenem eigenen Komposthaufen illegaler Weise in der Restmülltonne entsorgt, um im Garten keine Ratten anzulocken. Manchmal sei es auch einfach die Bequemlichkeit durch die Bioabfall im Restmüll lande, so ZVO-Sprecher Detlef Lichtenstein.

Wer künftig weiter auf die Biotonne verzichten und auf Eigenkompostierung setzen will, muss mit Kontrollen rechnen und nicht nur die geeigneten Behälter dafür haben, sondern zumindest theoretisch auf dem Grundstück auch die entsprechenden Gartenflächen, auf denen der Kompost später ausgebracht werden kann. Fachleute gehen dabei von 50 Quadratmeter Nutzgarten pro Bewohner aus, da Kompost in der Regel nicht im Ziergarten und auf Rasenflächen ausgebracht werde, sagt Diplom-Ingenieur Michael Kern, Geschäftsführer des auf Abfall-Prozesse spezialisierten Witzenhausen-Instituts. Er empfiehlt ohnehin, sich von der Devise Eigenkompostierung oder Biotonne zu verabschieden und auf die Biotonne als Ergänzung zur Eigenkompostierung zu setzen.

Grundlage für die Verschärfung ist das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz. Dies beinhaltet ein Vermischungsverbot für Abfälle und sieht die bundesweite Pflicht zur Biotonne ab dem 1. Januar 2015 vor.

Ziel ist eine höhere Wiederverwertung und Recyclingquote. Letztere soll bis 2020 mindestens 65 Prozent betragen.

Das neue Abfallwirtschaftskonzept des Kreises Ostholstein
Ein Eckpunktepapier für das neue Abfallwirtschaftskonzept hat der Kreis Ostholstein bereits in den vergangenen Monaten erstellt.

Der erste Entwurf soll am 28. Oktober im Ausschuss für Umwelt, Natur, Bau und Verkehr beraten und beschlossen werden.

Die Öffentlichkeit soll dann im November und Dezember beteiligt werden. Eingaben und Anregungen sollen auch über einen eigens eingerichteten „Awiko-Blog“ im Ostholstein Portal möglich sein.

Der Kreistag soll das neue Konzept schließlich im März 2014 verabschieden.

Grundlage ist das seit 2012 gültige neue Kreislaufwirtschaftsgesetz. Mit ihm wird eine neue EU-Richtlinie umgesetzt. Eine fünfstufige Abfallhierarchie ist künftig die Basis: Vermeidung geht dabei vor Vorbereitung zur Wiederverwertung, Recycling ohne Ersatzbrennstoff-Herstellung, sonstiger Verwertung und Beseitigung.

Holger Marohn

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