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Neues Angebot an die Aalbeek-Anwohner

Niendorf Neues Angebot an die Aalbeek-Anwohner

2500 statt 6500 Euro: ZVO bessert im Streit um Abwasser-Sanierung nach — Beim Drucksystem soll es bleiben.

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Auf dem Info-Abend zur Kanalnetz-Sanierung im März ging es turbulent zu. Dem ZVO wurde eine Sammelklage angedroht.

Quelle: Eckhard Meier

Niendorf. Beim Abwasser schlagen die Wogen hoch in der Aalbeek-Siedlung von Niendorf. Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) will für die 230 Haushalte die Schmutzwasserentsorgung sanieren. Die Anwohner laufen Sturm gegen das Vorhaben. Sie argwöhnen, der ZVO wolle sie mit einer unwirtschaftlichen Technik über den Tisch ziehen, bei deren Einsatz sie kräftig zuzahlen müssen. Mit einem verbesserten Angebot versucht der ZVO nun, die verhärteten Fronten aufzuweichen.

Man sei „bemüht, im Einvernehmen mit allen Anwohnern eine schnelle und sichere Lösung zu finden“, teilte der Zweckverband auf Anfrage der LN mit. Deshalb und zur Vermeidung von Härten sei einer Abordnung der Aalbeek-Anwohner vorgeschlagen worden, die betroffenen Eigentümer teilweise von der satzungsrechtlichen Verpflichtung auszunehmen, auf eigene Kosten kleine Pumpstationen auf ihren Grundstücken zu errichten. Die Kosten für diese mit Schneidwerken ausgestatteten Pumpen für das geplante neue Druckentwässerungssystem beziffert der ZVO auf 6500 Euro pro Hausanschluss. Statt der Gesamtsumme sollen die Hauseigentümer jetzt nur noch 2500 Euro übernehmen. Die restlichen 4000 Euro will der ZVO übernehmen.

Teile der Anlage würden somit als öffentliche Anlage errichtet und betrieben, so der Verband. Für den öffentlichen Teil würden zudem Wartungs- und Störungsdienst sowie die Instandhaltungskosten übernommen. Mit diesem Angebot gehe der ZVO über die Empfehlung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) hinaus, hält das Unternehmen fest. Anfang des Jahres sollen alle Grundstückseigentümer der Aalbeek-Siedlung Informationen und Vertragsentwürfe zugeschickt bekommen.

Ob sie einwilligen werden, ist offen. „Ich bin verdammt skeptisch“, sagt etwa Helmut Ganß. Viele Anwohner werfen dem ZVO vor, den vorhandenen, in den 1960er-Jahren mitfinanzierten Freigefälle-Abwasserkanal systematisch vernachlässigt zu haben. „Nun will der ZVO durch einen Systemwechsel wieder an das Geld der Gebührenzahler“, meint etwa Sabine Otersen. Vor allem aber sei der geplante Systemwechsel hin zur Druckentwässerung mittels Pumpen auf den einzelnen Grundstücken unwirtschaftlich und ungeeignet. Das Vakuumsystem — hier werden Abwässer von einen zentralen Pumpstation abgesogen — sei prädestiniert für ein Überschwemmungsgebiet wie an der Aalbeek und obendrein viel wirtschaftlicher zu betreiben.

Die Kritiker der ZVO-Planung stützen sich unter anderem auf ein Gutachten des Abwasser-Ingenieurs Markus Roediger. Der kommt zu einem drastischen Befund. Ihm sei „selten ein Fall vorgelegt worden, bei dem die einschlägigen, allgemein anerkannten Regeln der Technik so eklatant ignoriert wurden“, schreibt der Experte in seiner im September erstellten Studie. Der ZVO habe erkennbar die Druckentwässerung gegenüber dem Vakuumsystem begünstigen wollen , „weil er unter der zweifelhaften Annahme, dass die Anschlussnehmer die Hausanschlussschächte selber zahlen müssten, davon ausging, dass diese Variante für den ZVO betriebswirtschaftlich bei weitem am günstigsten wäre“. Die Prüfkriterien seien deshalb so gewählt worden, dass das Vakuumsystem beim Variantenvergleich schlecht abschneiden musste.

Aus dieser Stellungnahme leiten Otersen und ihre Mitstreiter den Vorwurf ab, der ZVO habe bei der geplanten Fünf-Millionen-Investition manipuliert. Auf der Verbandsversammlung im November erklärte Otersen dies auch öffentlich.

Man nehme den Vorwurf ernst, heißt es dazu vom ZVO, erwarte aber schriftliche Belege. Roedigers Einschätzung überzeugt den Verband nicht. Es sei nicht nachzuvollziehen, auf welche Unterlagen er sich stütze. Am Drucksystem will der ZVO festhalten, erklärt sich aber bereit, durch einen „objektiven, externen Gutachter/Sachverständigen“ eine neutrale Beurteilung vornehmen zu lassen.

Geht es nach dem Zentralverband, dann rücken im September 2016 die Bagger in der Siedlung an, die offiziell ein Ferienhausgebiet ist. 2019 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.

pet

„Der ZVO ist bemüht, mit allen eine schnelle und sichere Lösung zu finden.“
Nicole Buschermöhle, Sprecherin ZVO

LN

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