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Ostholstein Neues Kurzentrum trotz 150-Meter-Schutzzone
Lokales Ostholstein Neues Kurzentrum trotz 150-Meter-Schutzzone
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18:21 17.06.2016

Es war die Botschaft des Abends bei der Sitzung der Gemeindevertretung in Kellenhusen: Bürgermeister Carsten Nebel (CDU) informierte die Bürger, dass es Neuigkeiten zu dem seit Jahren geplanten neuen Kurzentrum gebe. Das Umweltministerium in Kiel (Melur) habe in Gesprächen signalisiert, einem Bauvorhaben aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Dies schien bisher ausgeschlossen, seitdem das neue Naturschutzgesetz eine Bebauung innerhalb einer 150-Meter-Schutzzone zur Wasserkante untersagt. Das alte Kurzentrum liegt innerhalb dieser Zone.

„Das Ministerium hat sich unsere Ausführungen zu diesem Thema sehr genau angehört und erkannt, dass dieser Standort im Ort alternativlos ist“, berichtete Nebel. Die Gemeinde haben in den vergangenen Jahren alternative Standorte gesucht, aber keinen adäquaten gefunden. Nebel: „Kiel hat uns dies bestätigt und erkannt, wie wichtig dieses Projekt für die touristische Entwicklung ist.“ Er erwarte täglich Post vom Ministerium, worin die Landespolitik dies auch schriftlich dokumentiert und dann Planungssicherheit geschaffen sei.

Damit scheint auch klar, dass die Gemeinde sich auf einen Neubau einigen wird, zumal eine aufwendige Sanierung laut Nebel bei diesem Gebäudekomplex wenig sinnhaft sei. In der Grobplanung beziffert der Bürgermeister die Baukosten auf circa zehn Millionen Euro.

Allerdings verweist er auch auf Fördermöglichkeiten durch das Land. „Wir haben unsere Vorarbeit geleistet, liegen in Kiel bei den Fördertöpfen noch immer oben im Antragsstapel.“ Er spricht von einer gewünschten und realistischen Förderung von 60 Prozent. Auf die Gemeinde würde dann ein Kostenbeitrag in Höhe von circa vier Millionen Euro zukommen.

Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen werden, hängt von diversen Faktoren ab. Beispielsweise von einer über Jahre hinweg politisch kontrovers geführten Fragestellung: Hallenbad – ja oder nein? Nebel sagt: „Ich denke schon, dass wir das Freibad erhalten werden.“ Ob sich die Gemeinde weiterhin ein Hallenbad mit hohen Betriebskosten leisten wird, muss die Politik entscheiden. Fest stehen aber bereits Schwerpunkte, die im neuen Gebäudekomplex einen Platz finden sollen. Die Themenbereiche Wellness und Gesundheit, Physiotherapie, Kinderclub (ist gerade im alten Komplex umgezogen), Kursaal, Tourismus-Information. Es soll auch ein Treffpunkt für Gäste sein, wenn das Wetter mal nicht seine sonnige Seite zeigt. „Mutti geht zum Wellness, Vati trinkt Kaffee und liest Zeitung und die Kinder werden von der Animation unterhalten, so könnte es aussehen“, beschreibt Nebel ein Wunsch-Szenario.

Wann Baubeginn sein könnte oder gar die Fertigstellung, dies mag Nebel noch nicht prognostizieren. Fest stehe aber: „Dieses Vorhaben besitzt oberste Priorität, wir wollen das so schnell wie möglich realisieren.“ Sobald der Brief aus Kiel eintrifft, sollen im nächsten Schritt die Architekten Entwürfe ausarbeiten.

Peter Mantik

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