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Ostholstein Neujahrsempfang wird zum Plädoyer für Menschlichkeit
Lokales Ostholstein Neujahrsempfang wird zum Plädoyer für Menschlichkeit
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18:16 16.01.2016
Amtsvorsteher Peter Zink hält die Neujahrsansprache in der Merkendorfer Mehrzweckhalle. Quelle: Fotos: Sebastian Rosenkötter

Die Lieder des Grömitzer Musikzuges laden zum Schunkeln ein. Sekt und O-Saft werden gereicht. Erbsensuppe steht bereit. Rainer Holtz, Peter Zink, Regina Voß, Hans-Alfred Plötner und Volker Weidemann haben Aufstellung genommen. Die Bürgermeister im Amt Ostholstein-Mitte begrüßen jeden der etwa 100 Besucher in der Merkendorfer Mehrzweckhalle per Handschlag.

Die Stimmung ist gut. Dann tritt Peter Zink ans Mikrofon. Der Amtsvorsteher hält die Neujahrsansprache und die stimmt nachdenklich, verdeutlicht den Ernst der vergangenen Monate, zeigt aber zugleich auf, wie stark der Zusammenhalt der Menschen im Bereich der fünf Gemeinden ist.

„Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen; doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben“, mit diesen Worten des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King beginnt Peter Zink. Das Zitat führt direkt zu den Terroranschlägen von Paris, den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht und dem Anschlag im indonesischen Jakarta. Die Folgen des weltweiten Terrors sind bekannt. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Immer mehr erreichen den Kreis Ostholstein. Eine große Aufgabe. Vor einem Jahr sagte Zink: „Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Nährboden für Hass und Gewalt gegenüber anderen entsteht.“

Zwölf Monate später bittet er, genau zu unterscheiden, wer Straftäter und Flüchtling ist, betont, dass es unstrittig sei, dass sich Neubürger an die bestehenden Regeln und Gesetze halten müssen.

Zugleich stellt er klar, dass nicht beabsichtigt werde, Wohnraum zu beschlagnahmen. „Das ist ein Gerücht, vergessen Sie das.“

Besonders hebt Zink auch das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger hervor. Er spricht von einem enormen Aufwand und betont, dass Verwaltung und Kinderschutzbund ohne die Hilfe der Freiwilligen nicht in der Lage wären, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Für 2016 bittet er darum, Menschlichkeit zu praktizieren. Darüber hinaus vergisst der Amtsvorsteher nicht, den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren zu würdigen. Ähnliches gilt für die vielen Frauen und Männer, die in Vereinen aktiv sind und so ihren Beitrag zu einem positiven Zusammenleben innerhalb des Amtes leisten.

In den kommenden Monaten wird es in Altenkrempe, Kasseedorf, Schashagen, Schönwalde und Sierksdorf jedoch um viel mehr gehen als um die Unterbringung von Menschen aus anderen Nationen. Der Bau der Beltquerung wird weiter für Diskussionen sorgen, ebenso die geplante 380-kV-Leitung. Darüber hinaus gilt es, die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet voranzutreiben. Hinzu kommen die vielen Infrastrukturvorhaben in den einzelnen Gemeinden.

„„Wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben.“
Peter Zink zitierte Martin Luther King

Sebastian Rosenkötter

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